Zahnimplantate
Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel, meist aus Titan oder Keramik, die im Kieferknochen einheilt und eine Krone, Brücke oder Prothese trägt. Es kommt infrage, wenn ein oder mehrere Zähne fehlen und genug Knochen vorhanden ist oder aufgebaut werden kann.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Zahnimplantate bedeutet
Ein Zahnimplantat ersetzt die Wurzel eines verlorenen Zahns. Es wird in den Kieferknochen eingesetzt, verwächst dort in einigen Monaten fest mit dem Knochen und trägt danach über ein Verbindungsteil eine Krone, eine Brücke oder eine Prothese.
Die meisten Implantate bestehen aus Titan, das seit Jahrzehnten verwendet wird. Keramikimplantate aus Zirkonoxid sind eine Alternative für Menschen, die kein Metall möchten; zu ihnen gibt es weniger Langzeitdaten.
Anders als bei einer herkömmlichen Brücke müssen die Nachbarzähne nicht beschliffen werden. Außerdem wird der Kieferknochen an der Stelle wieder belastet, was den Knochenabbau nach einem Zahnverlust bremsen kann.
Vom Eingriff selbst merken die meisten wenig, er erfolgt in örtlicher Betäubung. Danach sind Schwellungen und ein Wundgefühl für einige Tage üblich. Bis die endgültige Krone eingesetzt wird, vergehen je nach Kiefer und Knochen meist zwei bis sechs Monate.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Untersuchung und Planung
1 bis 2 TermineBefund, Röntgenbild und bei Bedarf dreidimensionale Aufnahme. Danach Behandlungsplan und Kostenvoranschlag.
- 02
Vorbehandlung
Je nach BefundEntzündungen im Mund werden vorab behandelt, fehlender Knochen wird wenn nötig aufgebaut.
- 03
Einsetzen des Implantats
30 bis 90 MinutenIn örtlicher Betäubung wird das Implantat in den Knochen gesetzt und die Wunde vernäht.
- 04
Einheilung
2 bis 6 MonateDas Implantat verwächst mit dem Knochen. Im Unterkiefer geht das meist schneller als im Oberkiefer. Eine Übergangslösung schließt die Lücke.
- 05
Krone oder Brücke
2 bis 3 TermineAbdruck oder Scan, Anprobe und Befestigung der endgültigen Versorgung.
- 06
Nachsorge
Ein- bis zweimal jährlichKontrolle und professionelle Reinigung, damit sich um das Implantat keine Entzündung bildet.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Einzelne oder mehrere fehlende Zähne
- Gesunde Nachbarzähne, die nicht beschliffen werden sollen
- Lockere Prothese, die besseren Halt braucht
- Ausreichend Knochen oder die Möglichkeit, ihn aufzubauen
- Gute Mundhygiene und Bereitschaft zur Nachsorge
SPRICHT DAGEGEN
- Unbehandelte Parodontitis oder Entzündungen im Mund
- Starkes Rauchen, das die Einheilung verschlechtert
- Nicht abgeschlossenes Kieferwachstum bei Jugendlichen
- Bestimmte Medikamente, etwa zur Behandlung von Knochenerkrankungen — das klärt der Behandler
- Schlecht eingestellte Allgemeinerkrankungen wie Diabetes
Was das Verfahren kostet
Für ein Einzelzahnimplantat mit Verbindungsteil und Krone werden in Österreich und Deutschland meist rund 1.500 bis 3.800 € genannt, in der Schweiz rund 3.500 bis 6.500 CHF.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Implantatsystem und Material von Implantat und Krone
- Notwendiger Knochenaufbau
- Aufwand der Diagnostik, etwa dreidimensionales Röntgen
- Lage des Zahns und Zahl der Implantate
VERSICHERUNG
Implantate sind in allen drei Ländern in der Regel keine Kassenleistung. In Deutschland gibt es einen Festzuschuss für die Krone, nicht für das Implantat. In Österreich und der Schweiz zahlen die gesetzlichen Kassen nur in Ausnahmefällen, etwa nach Unfällen. Zusatzversicherungen erstatten je nach Tarif.
Häufige Fragen
Meist zwei bis vier Monate im Unterkiefer und drei bis sechs Monate im Oberkiefer. Nach einem Knochenaufbau kann es länger dauern.
Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung und gilt als schmerzarm. Danach sind Schwellung und Wundschmerz für einige Tage üblich, sie lassen sich meist mit üblichen Schmerzmitteln gut behandeln.
Die Angaben in der Literatur liegen bei guter Pflege häufig bei 15 bis 25 Jahren und mehr. Im Einzelfall hängt das von Mundhygiene, Nachsorge, Rauchen und Allgemeinerkrankungen ab. Die Krone muss oft früher erneuert werden als das Implantat.
Für Implantat, Verbindungsteil und Krone werden in Österreich und Deutschland meist rund 1.500 bis 3.800 € genannt. Knochenaufbau und aufwendige Diagnostik kommen gegebenenfalls hinzu.
Das zeigt ein Röntgenbild, oft eine dreidimensionale Aufnahme. Nach längerem Zahnverlust ist der Knochen häufig abgebaut. Dann kann ein Knochenaufbau vorab oder zeitgleich nötig sein.
Titan ist seit Jahrzehnten im Einsatz und am gründlichsten untersucht. Keramik ist metallfrei und zahnfarben; zu Keramikimplantaten gibt es weniger Langzeitdaten. Welche Variante passt, hängt vom Befund und Ihren Wünschen ab.
Unbehandelte Entzündungen im Mund, starkes Rauchen, nicht abgeschlossenes Kieferwachstum und bestimmte Medikamente. Das klärt der Behandler im Vorgespräch.
Rauchen verschlechtert die Durchblutung und gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Einheilungsprobleme und spätere Entzündungen am Implantat. Viele Behandler raten, vor und nach dem Eingriff zu pausieren.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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