Feste Zähne an einem Tag
Festsitzender Zahnersatz auf vier bis sechs Implantaten, der noch am Tag des Eingriffs eingesetzt wird. Das Verfahren kommt für Menschen mit stark zerstörten Zähnen oder einem zahnlosen Kiefer infrage, die keine herausnehmbare Prothese tragen möchten.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Feste Zähne an einem Tag bedeutet
Feste Zähne an einem Tag bedeutet: Ein Kiefer erhält an einem einzigen Behandlungstag mehrere Implantate und darauf sofort eine festgeschraubte provisorische Brücke. Wichtig ist die Unterscheidung: Der eine Tag betrifft die erste, provisorische Versorgung. Die endgültige Brücke folgt erst, wenn die Implantate eingeheilt sind — in der Regel nach drei bis sechs Monaten, in manchen Fällen später.
Technisch beruht das Verfahren darauf, dass meist vier bis sechs Implantate so gesetzt werden, dass sie den vorhandenen Knochen möglichst gut nutzen. Die hinteren Implantate werden dafür oft schräg eingebracht. Dadurch lässt sich in vielen Fällen ein Knochenaufbau vermeiden, der beim herkömmlichen Weg mehrere Monate zusätzliche Wartezeit bedeuten würde.
Der Unterschied zum klassischen Vorgehen liegt vor allem in der Belastung: Herkömmlich heilen Implantate zunächst unbelastet ein, der Patient trägt in dieser Zeit eine herausnehmbare Übergangsprothese. Bei der Sofortversorgung werden die Implantate direkt über die verschraubte Brücke miteinander verbunden und dadurch stabilisiert.
Für den Patienten heißt das: Man verlässt die Praxis mit festsitzenden Zähnen, muss in den ersten Wochen aber weiche Kost essen und die Brücke schonen. Schwellungen und ein Druckgefühl in den ersten Tagen sind üblich.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Untersuchung und 3D-Röntgen
1 bis 2 TermineDer Behandler prüft Knochenangebot, Zahnfleisch und Allgemeinzustand. Ein dreidimensionales Röntgenbild zeigt, wo Implantate Halt finden. Danach folgen Behandlungsplan und Kostenvoranschlag.
- 02
Digitale Planung
1 bis 3 WochenDie Positionen der Implantate werden am Computer geplant. Parallel entsteht die provisorische Brücke, die am Eingriffstag eingesetzt wird.
- 03
Eingriff
1 bis 3 Stunden je KieferNicht erhaltungswürdige Zähne werden entfernt, danach werden die Implantate gesetzt. Möglich sind örtliche Betäubung, Dämmerschlaf oder Vollnarkose — das wird vorher gemeinsam entschieden.
- 04
Provisorische Brücke
Am selben TagEinige Stunden nach dem Eingriff wird die festsitzende provisorische Brücke auf die Implantate geschraubt.
- 05
Einheilung
3 bis 6 MonateDie Implantate verwachsen mit dem Knochen. In dieser Zeit sind weiche Kost und regelmäßige Kontrollen vorgesehen.
- 06
Endgültige Brücke
2 bis 4 TermineNach der Einheilung wird die endgültige, stabilere Brücke angefertigt und eingesetzt. Danach folgen jährliche Kontrollen und professionelle Reinigungen.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Zahnloser Kiefer oder Zähne, die nicht mehr zu erhalten sind
- Wunsch nach festsitzendem statt herausnehmbarem Zahnersatz
- Knochen reicht für schräg gesetzte Implantate, aber nicht für viele Einzelimplantate
- Belastung durch eine lose Prothese beim Essen oder Sprechen
- Bereitschaft zu regelmäßiger Nachsorge und gründlicher Pflege
SPRICHT DAGEGEN
- Zu wenig Knochen auch für schräg gesetzte Implantate
- Unbehandelte Parodontitis an verbliebenen Zähnen
- Starkes Rauchen, das die Einheilung deutlich erschwert
- Schlecht eingestellter Diabetes oder Medikamente, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen
- Einzelne fehlende Zähne — hier sind Einzelimplantate meist der passendere Weg
Was das Verfahren kostet
Für einen Kiefer liegen die Angaben einschließlich provisorischer und endgültiger Brücke meist bei rund 15.000 bis 30.000 €. Die provisorische Phase allein wird häufig mit etwa 9.000 bis 20.000 € angegeben, die endgültige Brücke kommt hinzu.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Zahl der Implantate (vier oder sechs) und Implantatsystem
- Material der endgültigen Brücke
- Notwendige Zahnentfernungen und eventueller Knochenaufbau
- Narkoseform und Aufwand der Planung
VERSICHERUNG
Die Implantate selbst gelten in Österreich, Deutschland und der Schweiz in der Regel nicht als Kassenleistung. In Deutschland gibt es für den Zahnersatz einen befundbezogenen Festzuschuss, in Österreich beteiligen sich die Kassen meist nicht, einzelne Träger zahlen Zuschüsse. Private Zusatzversicherungen erstatten je nach Tarif. Lassen Sie sich vorab einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben und reichen Sie ihn bei Ihrer Versicherung ein.
Häufige Fragen
Die provisorische Brücke ist für die Einheilzeit gedacht, also meist für drei bis sechs Monate. Sie ist fest verschraubt, aber weniger belastbar als die endgültige Brücke. Deshalb ist in dieser Zeit weiche Kost vorgesehen.
Nach der Einheilung der Implantate, in der Regel nach drei bis sechs Monaten. Die Angaben gehen auseinander — manche Behandler planen bis zu zwölf Monate, etwa nach einem Knochenaufbau.
Das lässt sich nur mit einem dreidimensionalen Röntgenbild beurteilen. Weil die hinteren Implantate schräg gesetzt werden, genügt oft weniger Knochen als bei Einzelimplantaten. Reicht er trotzdem nicht, kann ein Knochenaufbau oder eine andere Implantatform nötig sein.
Die Angaben liegen meist bei rund 15.000 bis 30.000 € je Kiefer einschließlich endgültiger Brücke. Die Implantate sind in der Regel keine Kassenleistung. In Deutschland gibt es einen Festzuschuss für den Zahnersatz, in Österreich zahlen die Kassen meist nichts dazu.
Je Kiefer etwa ein bis drei Stunden, abhängig davon, wie viele Zähne entfernt werden müssen. Hinzu kommen einige Stunden bis zum Einsetzen der provisorischen Brücke.
Üblich sind sechs bis acht Wochen weiche Kost: Suppen, Fisch, Nudeln, weiches Gemüse. Hartes, Zähes und Knuspriges sollten Sie meiden, damit die Implantate ungestört einheilen.
Möglich sind örtliche Betäubung, Dämmerschlaf oder Vollnarkose. Welche Form sinnvoll ist, hängt vom Umfang des Eingriffs, von Ihrem Gesundheitszustand und Ihrem Wunsch ab.
Das kommt selten vor, lässt sich aber nicht ausschließen. Meist wird das betroffene Implantat entfernt und nach einer Heilungsphase ein neues gesetzt. Die Brücke kann oft vorübergehend auf den übrigen Implantaten getragen werden.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
ANFRAGE
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