Knochenaufbau
Beim Knochenaufbau wird fehlender Kieferknochen ergänzt, damit ein Implantat später festen Halt findet. Er kommt infrage, wenn der Knochen nach einem Zahnverlust zu schmal oder zu niedrig geworden ist.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Knochenaufbau bedeutet
Knochenaufbau bedeutet, dass an einer Stelle im Kiefer, an der Knochen fehlt, neuer Knochen entsteht — damit dort ein Implantat eingesetzt werden kann. Nach einem Zahnverlust baut sich der Kieferknochen ohne Belastung oft innerhalb weniger Jahre deutlich ab.
Als Material dienen Eigenknochen, der meist aus einer anderen Stelle im Kiefer entnommen wird, oder Knochenersatzmaterial tierischen oder synthetischen Ursprungs. Häufig wird beides kombiniert und mit einer Membran abgedeckt, damit der Knochen ungestört einwachsen kann.
Je nach Ausmaß unterscheidet man kleine Aufbauten, die zeitgleich mit dem Implantat erfolgen, größere Aufbauten mit Knochenblöcken und den Sinuslift, bei dem der Boden der Kieferhöhle angehoben wird, um im Oberkiefer Platz für Knochen zu schaffen.
Nach dem Eingriff sind Schwellungen für einige Tage üblich, bei größeren Aufbauten auch Blutergüsse. Bis das Implantat eingesetzt werden kann, vergehen bei größeren Aufbauten meist vier bis neun Monate.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Diagnostik
1 TerminEin dreidimensionales Röntgenbild zeigt, wie viel Knochen fehlt und welches Verfahren infrage kommt.
- 02
Planung
1 TerminFestlegung des Materials, der Technik und der Frage, ob das Implantat gleichzeitig gesetzt werden kann.
- 03
Eingriff
30 Minuten bis mehrere StundenIn örtlicher Betäubung, bei großen Aufbauten auch in Narkose. Das Material wird eingebracht und abgedeckt, die Wunde vernäht.
- 04
Heilung
7 bis 14 TageSchonung, Kühlung, bei Bedarf Schmerzmittel. Nach etwa einer bis zwei Wochen werden die Fäden entfernt.
- 05
Einwachsen des Knochens
3 bis 9 MonateDas Material wird nach und nach zu belastbarem Knochen umgebaut. Die Dauer hängt von Umfang und Material ab.
- 06
Implantat
Nach KontrolleIst der Knochen ausreichend fest, wird das Implantat gesetzt — bei kleinen Aufbauten geschieht das oft schon im selben Eingriff.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Geplantes Implantat bei zu schmalem oder zu niedrigem Knochen
- Knochenabbau nach langem Zahnverlust
- Wenig Knochenhöhe im Oberkiefer unter der Kieferhöhle
- Wunsch nach einem festsitzenden statt herausnehmbaren Zahnersatz
- Bereitschaft, eine längere Behandlungsdauer in Kauf zu nehmen
SPRICHT DAGEGEN
- Starkes Rauchen, das die Einheilung deutlich verschlechtert
- Akute Entzündungen im Mund oder der Kieferhöhle
- Bestimmte Medikamente, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen
- Wenn schräg gesetzte oder kurze Implantate ohne Aufbau möglich sind
- Wenn eine herausnehmbare Lösung ausreichend ist
Was das Verfahren kostet
Die Angaben gehen auseinander — je nach Ausgangslage werden für kleine Aufbauten einige Hundert Euro genannt, für einen Sinuslift häufig rund 600 bis 2.500 € und für große Aufbauten mit Eigenknochen mehrere Tausend Euro.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Umfang des fehlenden Knochens
- Technik: kleiner Aufbau, Knochenblock oder Sinuslift
- Material: Eigenknochen, Ersatzmaterial oder beides
- Narkoseform und eventueller Klinikaufenthalt
VERSICHERUNG
Knochenaufbau im Zusammenhang mit Implantaten ist in Österreich, Deutschland und der Schweiz in der Regel keine Kassenleistung. Ausnahmen gibt es etwa nach Unfällen oder Tumorbehandlungen. Private Zusatzversicherungen erstatten je nach Tarif.
Häufige Fragen
Entweder aus dem eigenen Körper, meist aus einer anderen Stelle im Kiefer, oder als Knochenersatzmaterial tierischen oder synthetischen Ursprungs. Häufig werden beide kombiniert.
Bei kleinen Aufbauten wird das Implantat oft gleich mitgesetzt. Bei größeren Aufbauten und beim Sinuslift vergehen meist vier bis neun Monate bis zum Implantat.
Nein. Mit kurzen oder schräg gesetzten Implantaten lässt sich ein Aufbau manchmal vermeiden. Ob das möglich ist, zeigt das dreidimensionale Röntgenbild.
Die Angaben gehen auseinander: von einigen Hundert Euro für kleine Aufbauten über rund 600 bis 2.500 € für einen Sinuslift bis zu mehreren Tausend Euro für große Aufbauten.
Schwellungen sind in den ersten zwei bis drei Tagen am stärksten. Nach kleinen Eingriffen sind viele nach wenigen Tagen wieder arbeitsfähig, nach großen Aufbauten kann es rund eine Woche dauern.
Im Oberkiefer liegt über den Seitenzähnen die Kieferhöhle. Beim Sinuslift wird ihr Boden vorsichtig angehoben und der entstehende Raum mit Knochen oder Ersatzmaterial gefüllt, damit ein Implantat genug Länge findet.
Kurze Implantate, schräg gesetzte Implantate oder ein herausnehmbarer Zahnersatz. Welcher Weg passt, hängt vom Knochen und von Ihren Wünschen ab.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
ANFRAGE
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