Zahnersatz in einer Sitzung
Eine keramische Krone oder Teilkrone wird digital gescannt, in der Praxis gefräst und noch am selben Termin eingesetzt. Das Verfahren kommt infrage, wenn ein Zahn stark beschädigt ist, aber erhalten werden kann.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Zahnersatz in einer Sitzung bedeutet
Zahnersatz in einer Sitzung bedeutet, dass eine Krone, Teilkrone oder Einlagefüllung aus Keramik innerhalb eines einzigen Termins entsteht und eingesetzt wird. Ein Provisorium und ein zweiter Termin entfallen.
Statt eines Abdrucks mit Abformmasse wird der vorbereitete Zahn mit einer Kamera gescannt. Am Computer wird die Versorgung konstruiert und anschließend in der Praxis aus einem Keramikblock gefräst. Danach wird sie gegebenenfalls eingefärbt, gebrannt und fest mit dem Zahn verklebt.
Beim herkömmlichen Weg wird ein Abdruck an ein Labor geschickt, der Patient trägt eine bis zwei Wochen ein Provisorium und kommt zum Einsetzen wieder. Laborgefertigte Arbeiten erlauben bei sehr anspruchsvoller Ästhetik mitunter mehr individuelle Schichtung.
Für den Patienten heißt das: ein längerer Termin statt zwei kürzerer, kein Provisorium und kein Abdrucklöffel im Mund. Der Zahn wird wie bei jeder Krone unter örtlicher Betäubung beschliffen.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Befund und Vorbereitung
20 bis 30 MinutenAlte Füllung und Karies werden entfernt, der Zahn wird für die Versorgung beschliffen.
- 02
Digitaler Scan
Wenige MinutenEine kleine Kamera erfasst den Zahn und seine Nachbarn dreidimensional.
- 03
Konstruktion
15 bis 30 MinutenDie Versorgung wird am Bildschirm gestaltet und an Biss und Nachbarzähne angepasst.
- 04
Fräsen und Fertigstellen
20 bis 60 MinutenDie Schleifmaschine fräst die Versorgung aus einem Keramikblock, danach wird sie eingefärbt und gegebenenfalls gebrannt.
- 05
Einsetzen
20 bis 30 MinutenAnprobe, Kontrolle des Bisses und dauerhafte Befestigung am Zahn.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Großer Defekt, bei dem eine Füllung nicht mehr hält
- Wunsch nach metallfreiem, zahnfarbenem Ersatz
- Wenig Zeit für mehrere Termine
- Unverträglichkeit gegenüber Abformmasse oder starker Würgereiz
- Zahn ist erhaltungswürdig und nicht entzündet
SPRICHT DAGEGEN
- Defekt reicht weit unter das Zahnfleisch
- Größere Brücken über mehrere Zähne
- Sehr hohe Ansprüche an individuelle Farbschichtung im Frontzahnbereich
- Starkes nächtliches Zähnepressen ohne Schutzschiene
- Nicht behandelte Entzündung an der Zahnwurzel
Was das Verfahren kostet
Die Angaben liegen meist bei rund 500 bis 1.200 € je Zahn. Einlagefüllungen sind in der Regel günstiger als vollständige Kronen.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Art der Versorgung: Einlagefüllung, Teilkrone oder Krone
- Keramikmaterial
- Vorbehandlung, etwa Aufbaufüllung oder Wurzelbehandlung
- Lage des Zahns und Aufwand der Gestaltung
VERSICHERUNG
Keramikversorgungen aus einer Sitzung sind in der Regel keine vollständige Kassenleistung. In Deutschland wird der Festzuschuss für eine Regelversorgung angerechnet, in Österreich und der Schweiz tragen Patienten die Kosten meist selbst. Zusatzversicherungen erstatten je nach Tarif.
Häufige Fragen
In der Regel eineinhalb bis zweieinhalb Stunden, je nach Art der Versorgung und Aufwand der Vorbereitung.
Die Angaben in der Literatur zeigen für gefräste Keramikversorgungen ähnliche Haltbarkeiten wie für laborgefertigte, häufig werden zehn Jahre und mehr genannt. Im Einzelfall hängt das von Material, Pflege und Belastung ab, etwa durch Zähnepressen.
Für Front- und Seitenzähne mit größeren Defekten, bei denen eine Füllung nicht mehr genügt. Reicht der Defekt weit unter das Zahnfleisch, ist der herkömmliche Weg oft besser.
Meist rund 500 bis 1.200 € je Zahn, abhängig von Art der Versorgung, Material und Vorbehandlung.
In Deutschland wird der Festzuschuss angerechnet, der Rest ist Eigenanteil. In Österreich und der Schweiz ist Keramik aus einer Sitzung in der Regel eine Privatleistung.
Beim klassischen Weg fertigt ein Labor die Krone nach einem Abdruck, dazwischen trägt man ein Provisorium. Aus einer Sitzung entsteht die Krone direkt in der Praxis, ein zweiter Termin entfällt.
Nein, der Zahn wird mit einer kleinen Kamera gescannt. Abformmasse ist nicht nötig.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
ANFRAGE
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