Parodontitisbehandlung
Die Parodontitisbehandlung bekämpft die Entzündung des Zahnhalteapparats, die unbehandelt zu Knochenabbau und Zahnverlust führt. Sie kommt infrage, wenn Zahnfleischbluten, Zahnfleischrückgang oder gelockerte Zähne auf eine tiefe Entzündung hinweisen.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Parodontitisbehandlung bedeutet
Parodontitis ist eine chronische, bakteriell ausgelöste Entzündung des Zahnhalteapparats, also von Zahnfleisch, Wurzelhaut und Kieferknochen. Die Behandlung entfernt die Beläge in den Zahnfleischtaschen und bringt die Entzündung zum Stillstand.
Kern ist die Reinigung der Wurzeloberflächen unterhalb des Zahnfleischrands mit feinen Handinstrumenten und Ultraschall. Vorher werden die Taschentiefen an mehreren Stellen je Zahn gemessen, um den Verlauf später vergleichen zu können.
Im Unterschied zu einer normalen Zahnreinigung arbeitet die Behandlung tief unter dem Zahnfleisch und erfolgt in örtlicher Betäubung. Bei tiefen Taschen kann ein zusätzlicher chirurgischer Eingriff nötig sein.
Entscheidend ist die Nachsorge: Ohne regelmäßige unterstützende Behandlung kehrt die Entzündung häufig zurück. Zusammenhänge mit Allgemeinerkrankungen wie Diabetes werden in Studien beschrieben; die Behandlung ersetzt aber keine Therapie anderer Erkrankungen.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Befund
1 TerminMessung der Taschentiefen, Röntgenbilder und Beurteilung von Blutung und Lockerung.
- 02
Vorbehandlung
1 bis 2 TermineProfessionelle Reinigung oberhalb des Zahnfleischs und Anleitung zur häuslichen Pflege.
- 03
Tiefenreinigung
1 bis 2 Termine à 1 bis 2 StundenUnter örtlicher Betäubung werden die Wurzeloberflächen in den Taschen gereinigt.
- 04
Kontrolle
Nach 2 bis 3 MonatenErneute Messung. Bei weiterhin tiefen Taschen wird über zusätzliche Maßnahmen entschieden.
- 05
Unterstützende Nachsorge
Alle 3 bis 6 MonateRegelmäßige Kontrolle und Reinigung, dauerhaft. Der Abstand richtet sich nach dem Risiko.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Zahnfleischbluten beim Putzen über längere Zeit
- Zahnfleischrückgang oder länger wirkende Zähne
- Mundgeruch, der nicht verschwindet
- Gelockerte oder wandernde Zähne
- Geplanter Zahnersatz oder Implantate
SPRICHT DAGEGEN
- Reine Zahnfleischentzündung ohne Taschen — hier genügt oft eine gründliche Reinigung
- Zähne, die bereits nicht mehr zu erhalten sind
- Fehlende Bereitschaft zur regelmäßigen Nachsorge
- Akute Beschwerden, die zuerst abgeklärt werden müssen
- Unklare Allgemeinerkrankungen, die vorab ärztlich beurteilt werden sollten
Was das Verfahren kostet
Die Angaben liegen je nach Zahl der betroffenen Zähne meist bei rund 300 bis 1.500 € für die Hauptbehandlung, dazu kommen die Kosten der regelmäßigen Nachsorge.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Zahl der betroffenen Zähne und Tiefe der Taschen
- Notwendigkeit chirurgischer Maßnahmen
- Zusätzliche Tests oder Medikamente
- Abstand der Nachsorgetermine
VERSICHERUNG
In Deutschland ist die systematische Parodontitisbehandlung bei entsprechendem Befund eine Kassenleistung. In Österreich gibt es Kostenzuschüsse der ÖGK, wenn bestimmte Befunde dokumentiert sind; die Regelungen unterscheiden sich je nach Kasse. In der Schweiz tragen Patienten die Kosten meist selbst. Die professionelle Zahnreinigung ist oft privat zu zahlen.
Häufige Fragen
Häufige Zeichen sind Zahnfleischbluten, Rückgang des Zahnfleischs, Mundgeruch und später gelockerte Zähne. Oft verläuft sie lange ohne Schmerzen. Sicher erkennen lässt sie sich nur durch die Messung der Taschentiefen.
Befund, Vorbehandlung mit Reinigung und Pflegeanleitung, dann die Tiefenreinigung unter örtlicher Betäubung. Nach zwei bis drei Monaten wird kontrolliert.
Je nach Risiko alle drei bis sechs Monate, und zwar dauerhaft. Die Nachsorge entscheidet darüber, ob die Entzündung stillsteht.
Meist rund 300 bis 1.500 € für die Hauptbehandlung. In Deutschland übernimmt die Kasse bei entsprechendem Befund die systematische Behandlung, in Österreich gibt es Zuschüsse der ÖGK unter bestimmten Voraussetzungen.
In der Regel nicht von selbst. Ziel der Behandlung ist, weiteren Abbau zu stoppen. In bestimmten Situationen kann Knochen chirurgisch teilweise wieder aufgebaut werden.
Studien beschreiben Zusammenhänge, etwa mit Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Behandlung im Mund ersetzt aber keine Behandlung dieser Erkrankungen. Sprechen Sie Allgemeinerkrankungen bei Ihrem Behandler an.
Leicht gelockerte Zähne festigen sich nach der Behandlung oft wieder etwas. Sehr lockere Zähne können manchmal geschient werden, manchmal ist eine Entfernung der bessere Weg.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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