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ZAHNMEDIZIN · 6 MIN

Zu wenig Knochen für ein Implantat: welche Wege es dann gibt

Nach einem Zahnverlust baut sich der Kieferknochen oft ab. Warum das passiert, wie der Knochen gemessen wird und welche Möglichkeiten es gibt, trotzdem ein Implantat zu setzen.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

  • Ohne Belastung baut sich der Kieferknochen nach einem Zahnverlust oft innerhalb weniger Jahre deutlich ab.
  • Wie viel Knochen vorhanden ist, zeigt ein dreidimensionales Röntgenbild.
  • Möglich sind kleine Aufbauten zeitgleich mit dem Implantat, größere Aufbauten, ein Sinuslift oder Implantate ohne Aufbau in schräger Position.
  • Nach größeren Aufbauten vergehen meist vier bis neun Monate bis zum Implantat.

Warum Knochen fehlt

Der Kieferknochen wird durch die Kräfte beim Kauen erhalten. Fehlt ein Zahn, fällt diese Belastung weg und der Knochen bildet sich an der Stelle zurück. Das geschieht oft innerhalb weniger Jahre. Auch Entzündungen am Zahnhalteapparat oder eine Zahnentfernung können Knochen kosten.

Im Oberkiefer kommt hinzu, dass sich die Kieferhöhle nach einem Zahnverlust ausdehnen kann. Dann bleibt zwischen Mundhöhle und Kieferhöhle wenig Knochen übrig.

Wie der Knochen gemessen wird

Ein herkömmliches Röntgenbild zeigt nur Höhe und Länge. Für die Planung eines Implantats ist auch die Breite wichtig. Deshalb wird meist ein dreidimensionales Röntgenbild angefertigt. Es zeigt, wie viel Knochen vorhanden ist und wo Nerven und Kieferhöhle liegen.

Kleiner Aufbau zeitgleich mit dem Implantat

Fehlt nur wenig Knochen, lässt sich der Aufbau oft im selben Eingriff erledigen. Das Implantat wird gesetzt, freiliegende Stellen werden mit Knochenersatzmaterial oder Eigenknochen aufgefüllt und mit einer Membran abgedeckt. Eine zusätzliche Wartezeit entsteht dabei meist nicht.

Größere Aufbauten und Sinuslift

Fehlt mehr Knochen, wird er in einem eigenen Eingriff aufgebaut, etwa mit Knochenblöcken aus Eigenknochen. Im Oberkiefer kommt ein Sinuslift infrage. Dabei wird der Boden der Kieferhöhle angehoben und der entstehende Raum mit Knochenmaterial gefüllt.

Bis das Implantat eingesetzt werden kann, vergehen bei größeren Aufbauten meist vier bis neun Monate. Schwellungen und Blutergüsse sind in den ersten Tagen üblich.

Wege ohne Aufbau

In manchen Fällen lässt sich ein Aufbau vermeiden. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, die jeweils eigene Voraussetzungen haben.

  • Kurze oder durchmesserreduzierte Implantate, wenn wenig Höhe oder Breite vorhanden ist
  • Schräg gesetzte Implantate, wie beim Verfahren feste Zähne an einem Tag
  • Eine herausnehmbare Prothese auf wenigen Implantaten
  • Eine herkömmliche Brücke auf den Nachbarzähnen

Was ein Aufbau kostet

Die Angaben gehen weit auseinander. Für kleine Aufbauten werden einige Hundert Euro genannt, für einen Sinuslift häufig rund 600 bis 2.500 €, für große Aufbauten mit Eigenknochen mehrere Tausend Euro. Knochenaufbau im Zusammenhang mit Implantaten ist in der Regel keine Kassenleistung.

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  • Patienteninformationen zahnärztlicher Fachgesellschaften zu Knochenaufbau und Sinuslift
  • Kostenangaben von Praxen und Vergleichsportalen in Österreich und Deutschland
  • Stand der Angaben: September 2026

Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.

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