ZAHNMEDIZIN · 7 MIN
Feste Zähne an einem Tag: für wen das Verfahren infrage kommt
Nicht jeder Kiefer trägt an einem Tag eine feste Versorgung. Woran das hängt, was vorher abgeklärt wird und welche Alternativen es gibt, wenn die Voraussetzungen fehlen.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Der eine Tag betrifft die provisorische Brücke. Die endgültige Brücke folgt nach der Einheilung, meist nach drei bis sechs Monaten.
- Infrage kommt das Verfahren vor allem bei zahnlosen Kiefern oder Zähnen, die nicht mehr zu erhalten sind.
- Entscheidend sind Knochenangebot, Zahnfleisch und Allgemeinzustand. Das zeigt erst ein dreidimensionales Röntgenbild.
- Für einen Kiefer werden meist rund 15.000 bis 30.000 € genannt. Die Implantate sind in der Regel keine Kassenleistung.
Was mit dem einen Tag gemeint ist
Beim Verfahren erhält ein Kiefer an einem Behandlungstag mehrere Implantate, meist vier bis sechs, und darauf noch am selben Tag eine festgeschraubte Brücke. Diese erste Brücke ist ein Provisorium. Sie ist fest verschraubt, aber weniger belastbar als die spätere Versorgung.
Die endgültige Brücke wird erst angefertigt, wenn die Implantate mit dem Knochen verwachsen sind. In der Regel sind das drei bis sechs Monate, nach einem Knochenaufbau auch länger. Wer das Verfahren plant, sollte mit dieser zweiten Phase rechnen, zeitlich wie finanziell.
Für wen das Verfahren gedacht ist
Das Verfahren richtet sich an Menschen, die im Ober- oder Unterkiefer keine eigenen Zähne mehr haben oder deren verbliebene Zähne nicht mehr zu erhalten sind. Häufig tragen sie bereits eine herausnehmbare Prothese, die beim Essen oder Sprechen stört.
- Zahnloser Kiefer oder mehrere Zähne, die entfernt werden müssen
- Wunsch nach festem statt herausnehmbarem Zahnersatz
- Genug Knochen für schräg gesetzte Implantate
- Bereitschaft zu regelmäßiger Nachsorge und gründlicher Pflege
Was vorher abgeklärt wird
Vor der Planung steht eine gründliche Untersuchung. Ein dreidimensionales Röntgenbild zeigt, wie viel Knochen vorhanden ist und wo Implantate Halt finden. Weil die hinteren Implantate meist schräg gesetzt werden, genügt oft weniger Knochen als für viele Einzelimplantate.
Außerdem geht es um die Mundgesundheit insgesamt. Entzündungen am Zahnfleisch sollten vor dem Eingriff behandelt sein. Ihr Behandler fragt im Gespräch auch nach Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand, weil manche Umstände die Einheilung beeinflussen.
Wann das Verfahren eher nicht passt
Es gibt Situationen, in denen andere Wege näherliegen. Das bedeutet nicht, dass keine feste Versorgung möglich ist, sondern nur, dass sie anders geplant wird.
- Der Knochen reicht auch für schräg gesetzte Implantate nicht aus
- Es fehlen nur einzelne Zähne
- Starkes Rauchen, das die Einheilung deutlich erschwert
- Entzündungen im Mund, die noch nicht behandelt sind
Welche Alternativen es gibt
Fehlen einzelne Zähne, sind Einzelimplantate mit Kronen meist der passendere Weg. Reicht der Knochen nicht aus, kann ein Knochenaufbau vorausgehen. Danach werden die Implantate gesetzt, oft allerdings erst nach einigen Monaten Wartezeit.
Eine weitere Möglichkeit ist eine herausnehmbare Prothese, die auf zwei bis vier Implantaten einrastet. Sie sitzt fester als eine herkömmliche Prothese und ist in der Regel günstiger als eine festgeschraubte Brücke.
Mit welchen Kosten Sie rechnen sollten
Für einen Kiefer werden einschließlich provisorischer und endgültiger Brücke meist rund 15.000 bis 30.000 € genannt. Der Preis hängt von der Zahl der Implantate, dem Implantatsystem, dem Material der endgültigen Brücke und der Narkoseform ab.
Die Implantate selbst gelten in Österreich, Deutschland und der Schweiz in der Regel nicht als Kassenleistung. Lassen Sie sich vorab einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben und reichen Sie ihn bei Ihrer Versicherung ein.
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Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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