Venendiagnostik
Bei der Venendiagnostik untersucht eine Fachärztin oder ein Facharzt die Beinvenen mit Ultraschall und prüft, ob die Venenklappen schließen und das Blut ungehindert zum Herzen fließt. Sie kommt infrage bei schweren, geschwollenen oder schmerzenden Beinen, bei sichtbaren Krampfadern oder Besenreisern und vor jeder geplanten Venenbehandlung.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Venendiagnostik bedeutet
Die Beinvenen transportieren das Blut zurück zum Herzen, Venenklappen verhindern dabei den Rückfluss. Schließen die Klappen nicht mehr richtig, sackt Blut in die Beine ab; es können Krampfadern, Schwellungen und auf Dauer Hautveränderungen entstehen. Die Venendiagnostik klärt, welche Venen betroffen sind und wie ausgeprägt die Schwäche ist.
Kern der Untersuchung ist die farbkodierte Duplexsonografie, ein Ultraschall, der zusätzlich den Blutfluss farbig darstellt. Die tiefen Venen werden meist im Liegen, die oberflächlichen im Stehen untersucht. Mit einem Pressversuch oder leichtem Druck auf die Wade wird untersucht, ob Blut zurückfließt.
Früher wurden Venen häufig mit Kontrastmittel und Röntgen dargestellt. Der Ultraschall hat dieses Verfahren heute nahezu vollständig ersetzt, weil er ohne Strahlen und Kontrastmittel auskommt und den Blutfluss in Echtzeit zeigt. Röntgen-, CT- oder MRT-Untersuchungen der Venen werden nur noch bei besonderen Fragestellungen eingesetzt.
Für Sie ist die Untersuchung schmerzlos, es wird lediglich Ultraschallgel auf die Beine aufgetragen. Den Befund bekommen Sie meist direkt erklärt; er ist die Grundlage für die Entscheidung, ob und wie behandelt werden sollte.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Gespräch
Wenige MinutenBesprechung der Beschwerden, bisheriger Behandlungen und ob Venenleiden in der Familie vorkommen.
- 02
Körperliche Untersuchung
Wenige MinutenDie Beine werden im Stehen betrachtet und abgetastet, auf Schwellungen und Hautveränderungen wird geachtet.
- 03
Ultraschall der tiefen Venen
Wenige MinutenIm Liegen wird kontrolliert, ob die tiefen Venen frei durchgängig sind.
- 04
Ultraschall der oberflächlichen Venen
Wenige MinutenIm Stehen werden die großen Stammvenen und ihre Mündungen untersucht, mit Pressversuch zur Prüfung auf Rückfluss.
- 05
Befundbesprechung
Direkt im AnschlussDie Ergebnisse werden erklärt und das weitere Vorgehen besprochen, etwa Kompression, eine Behandlung oder eine spätere Kontrolle.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Schwere, müde oder geschwollene Beine, besonders abends
- Sichtbare Krampfadern
- Besenreiser, bevor sie verödet werden
- Verfärbungen oder Juckreiz an den Unterschenkeln
- Venenleiden in der Familie und Wunsch nach Abklärung
SPRICHT DAGEGEN
- Plötzliche, einseitige Schwellung mit Schmerzen oder Überwärmung, besonders mit Atemnot — das gehört umgehend in ärztliche Notfallversorgung, nicht in einen geplanten Termin
- Beschwerden, die eher von Gelenken oder vom Rücken ausgehen — dann ist zunächst eine andere Fachrichtung gefragt
- Kurz zurückliegende Untersuchung ohne neue Beschwerden
- Erwartung, dass die Untersuchung selbst die Beschwerden lindert
Was das Verfahren kostet
Für Selbstzahler werden in Deutschland für eine Ultraschalluntersuchung beider Beine meist rund 130 bis 250 € genannt. In Österreich verlangen Wahlarzt- und Privatpraxen ähnliche Beträge, etwa rund 200 bis 250 €. In der Schweiz wird nach Tarif abgerechnet.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Ein oder beide Beine, tiefe und oberflächliche Venen
- Ergänzende Funktionsmessungen
- Kassenpraxis oder Wahlarzt- bzw. Privatpraxis
- Ausführlicher schriftlicher Befund
VERSICHERUNG
Bei Beschwerden oder sichtbaren Krampfadern ist die Venenuntersuchung in Österreich und Deutschland Kassenleistung, wenn Sie eine Kassenpraxis aufsuchen; bei Wahlärztinnen und Wahlärzten in Österreich bekommen Sie einen Teil der Kosten erstattet. In der Schweiz übernimmt die Grundversicherung die Untersuchung bei medizinischem Anlass, abzüglich Franchise und Selbstbehalt. Manche Praxen berechnen die Untersuchung vor einer rein kosmetischen Besenreiserbehandlung privat; klären Sie das vorab mit Ihrer Kasse und lassen Sie sich private Leistungen schriftlich aufstellen.
Häufige Fragen
Nein. Der Schallkopf wird mit etwas Gel über die Haut geführt, beim Pressversuch oder beim Druck auf die Wade spüren Sie höchstens einen leichten Druck.
Im Stehen füllen sich die Beinvenen, und ein Rückfluss durch undichte Klappen wird sichtbar. Im Liegen lassen sich dagegen die tiefen Venen gut beurteilen.
Nein, der Ultraschall arbeitet ohne Röntgenstrahlen und ohne Kontrastmittel. Er kann deshalb bei Bedarf beliebig oft wiederholt werden.
Bequeme Kleidung, die sich leicht ablegen lässt, ist hilfreich. Bringen Sie vorhandene Befunde und eine Liste bisheriger Venenbehandlungen mit.
Das wird empfohlen. Steckt eine undichte größere Vene dahinter, sollte diese zuerst behandelt werden, sonst kommen die Besenreiser oft rasch wieder.
Je nach Befund werden Kompression, eine Verödung, ein Verschluss der Vene von innen oder eine Operation besprochen. Nicht jede Krampfader muss sofort behandelt werden.
Das hängt vom Befund ab. Bei unauffälligen Venen ist eine Wiederholung meist erst bei neuen Beschwerden nötig, bei beginnender Venenschwäche wird ein Kontrollabstand vereinbart.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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