Schnarchtherapie
Die Schnarchtherapie umfasst Schienen und kleine Eingriffe an Nase und Gaumen, die das Flattern des Gewebes beim Atmen im Schlaf verringern sollen. Sie kommt infrage, wenn lautes Schnarchen Sie oder andere stört und eine Schlafapnoe mit Atemaussetzern ausgeschlossen wurde.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Schnarchtherapie bedeutet
Schnarchen entsteht, wenn im Schlaf weiches Gewebe im Rachen, etwa Gaumensegel und Zäpfchen, im Luftstrom flattert. Eine behinderte Nasenatmung verstärkt das häufig. Die Behandlung richtet sich danach, wo das Geräusch entsteht.
Bei Schnarchen vom Gaumen kann das Gewebe mit Radiofrequenz gestrafft werden: Über eine feine Sonde wird es erwärmt und vernarbt in den folgenden Wochen leicht, wodurch es fester wird. Weitere Möglichkeiten sind das Straffen oder Kürzen des Gaumensegels und das Verkleinern der Nasenmuscheln. Schnarchen vom Zungengrund lässt sich oft mit einer Schiene verringern, die den Unterkiefer im Schlaf leicht nach vorne hält.
Früher wurden Gaumen und Zäpfchen häufiger großzügig gekürzt. Heute bevorzugt man schonendere Eingriffe, weil ausgedehnte Operationen mehr Beschwerden und Nebenwirkungen verursachen können. Die Studienlage zu operativen Schnarchbehandlungen gilt insgesamt als schwach, die Wirkung kann mit der Zeit nachlassen.
Nach einem Eingriff am Gaumen sind einige Tage Halsschmerzen und Schluckbeschwerden üblich. Die Wirkung einer Radiofrequenzbehandlung entwickelt sich über etwa vier bis acht Wochen, manchmal ist eine zweite Sitzung nötig. Eine Schiene wirkt sofort, braucht aber einige Nächte Gewöhnung.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Untersuchung
1 TerminUntersuchung von Nase, Rachen und Kiefer. Geklärt wird, wo das Schnarchen entsteht.
- 02
Ausschluss einer Schlafapnoe
1 bis 2 NächteMessung der Atmung im Schlaf, oft zu Hause. Liegen Atemaussetzer vor, steht deren Behandlung im Vordergrund.
- 03
Therapiewahl
1 TerminBesprechung von Schiene, Eingriff an der Nase oder am Gaumen und allgemeinen Maßnahmen wie Gewichtsabnahme oder Seitenlage.
- 04
Behandlung
10 bis 30 MinutenAmbulanter Eingriff meist in örtlicher Betäubung oder kurzer Narkose. Für eine Schiene werden Abdrücke oder ein Scan genommen.
- 05
Heilung und Wirkung
4 bis 8 WochenEinige Tage Halsbeschwerden, danach strafft sich das Gewebe schrittweise. Eine Schiene wird in dieser Zeit feinjustiert.
- 06
Kontrolle
Nach etwa 2 bis 3 MonatenBeurteilung der Wirkung, gern mit Rückmeldung der Person im selben Bett. Bei Bedarf folgt eine weitere Sitzung.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Lautes Schnarchen, das die Nachtruhe stört
- Ausgeschlossene Schlafapnoe
- Erkennbare Ursache an Gaumen, Nase oder Zungengrund
- Wunsch nach einer ambulanten Behandlung mit kurzer Erholung
- Allgemeine Maßnahmen wie Seitenlage allein reichen nicht aus
SPRICHT DAGEGEN
- Atemaussetzer oder deutliche Tagesmüdigkeit, die zuerst abgeklärt werden sollten
- Schnarchen vor allem durch deutliches Übergewicht
- Erwartung, dass das Schnarchen dauerhaft ganz verschwindet
- Für eine Schiene: zu wenige oder gelockerte eigene Zähne
- Keine erkennbare Engstelle an Gaumen oder Nase
Was das Verfahren kostet
Kleine Eingriffe am Gaumen oder an den Nasenmuscheln kosten als Privatleistung meist rund 200 bis 1.000 € je Sitzung. Eine individuell angefertigte Schiene liegt meist bei rund 400 bis 1.000 €, teils darüber. Die Angaben gehen je nach Verfahren und Praxis deutlich auseinander.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Verfahren: Radiofrequenz, Gaumenstraffung oder Nasenmuscheln
- Zahl der Sitzungen
- Art der Betäubung
- Schiene: Material, Anpassung und Nachjustierung
VERSICHERUNG
Reines Schnarchen ohne Schlafapnoe gilt in Österreich, Deutschland und der Schweiz meist nicht als Krankheit, daher sind die Behandlungen überwiegend privat zu bezahlen. Die Messung zum Ausschluss einer Schlafapnoe wird bei ärztlicher Zuweisung dagegen meist übernommen. Ist die Nasenatmung medizinisch behindert, kann ein Eingriff an der Nase Kassenleistung sein. Lassen Sie sich vorab einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.
Häufige Fragen
Schnarchen kann ein Zeichen für Atemaussetzer sein. Diese brauchen eine andere Behandlung, ein Eingriff nur gegen das Geräusch würde das Problem überdecken.
Einige Tage sind Halsschmerzen und Schluckbeschwerden üblich. Bei schonenden Verfahren wie der Radiofrequenz sind sie meist geringer als bei größeren Gaumenoperationen.
Nach einer Radiofrequenzbehandlung strafft sich das Gewebe über etwa vier bis acht Wochen. Eine Schiene wirkt ab der ersten Nacht.
Das ist nicht gut untersucht, die Wirkung kann mit der Zeit nachlassen. Manchmal ist eine weitere Sitzung sinnvoll.
Einfache Schienen sind günstig, sitzen aber oft schlechter und können Zähne und Kiefergelenk belasten. Individuell angefertigte Schienen lassen sich genauer einstellen.
Bei reinem Schnarchen meist nicht. Die Abklärung auf Schlafapnoe wird dagegen in der Regel übernommen.
Häufig helfen Seitenlage, weniger Alkohol am Abend und Gewichtsabnahme. Auch eine freie Nasenatmung verringert das Schnarchen oft.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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