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Schlafapnoe

Bei der obstruktiven Schlafapnoe fallen die oberen Atemwege im Schlaf immer wieder zusammen, sodass die Atmung kurz aussetzt; behandelt wird sie mit Atemtherapiegerät, Schiene, Operation oder einem Zungenschrittmacher. Eine Behandlung kommt infrage, wenn im Schlaflabor oder bei einer Messung zu Hause wiederholte Atemaussetzer festgestellt wurden.

Schlafapnoe
BEHANDLUNGSDAUERMessung 1 bis 2 Nächte, Therapie meist dauerhaft
AUFENTHALTSchlaflabor 1 bis 2 Nächte, nach Operation meist 1 bis 5 Nächte
WIEDER EINSATZFÄHIGMit Maske oder Schiene sofort, nach Operation meist nach 1 bis 4 Wochen
KOSTENRAHMENKassenleistung, privat für eine Schiene rund 600 bis 1.500 €

Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.

Was Schlafapnoe bedeutet

Bei der obstruktiven Schlafapnoe erschlafft im Schlaf die Muskulatur im Rachen. Zunge und Gaumen verlegen dann die Atemwege, die Atmung setzt aus, bis der Körper kurz aufwacht. Das passiert oft viele Male pro Stunde und führt zu unruhigem Schlaf und Tagesmüdigkeit.

Die übliche erste Behandlung ist ein Atemtherapiegerät, das über eine Maske leichten Überdruck erzeugt und die Atemwege offen hält. Wer damit nicht zurechtkommt, kann je nach Ausprägung eine Unterkieferschiene tragen, die den Unterkiefer im Schlaf leicht nach vorne hält. Daneben helfen oft Maßnahmen wie Gewichtsabnahme, Verzicht auf abendlichen Alkohol und das Vermeiden der Rückenlage.

Wenn Maske und Schiene nicht infrage kommen, gibt es operative Wege: das Beseitigen von Engstellen in Nase und Rachen oder bei mittelschwerer bis schwerer Schlafapnoe einen Zungenschrittmacher. Dieses Implantat reizt im Schlaf den Nerv der Zunge, sodass sie die Atemwege nicht verschließt. Welche Möglichkeit passt, zeigt meist eine Untersuchung der Atemwege im künstlichen Schlaf.

Eine Maske braucht Gewöhnung und wirkt nur, solange sie verwendet wird. Eine Schiene ist unauffälliger, kann aber anfangs Druck auf Zähne und Kiefergelenk verursachen. Nach einem Zungenschrittmacher wird das Gerät erst nach einigen Wochen Einheilung eingeschaltet und schrittweise eingestellt.

Wie der Ablauf aussieht

  1. 01

    Erstgespräch und Messung

    1 bis 2 Termine

    Befragung zu Schlaf und Tagesmüdigkeit, Untersuchung von Nase und Rachen. Häufig folgt zunächst eine Messung zu Hause.

  2. 02

    Schlaflabor

    1 bis 2 Nächte

    Genaue Messung von Atmung, Sauerstoff und Schlaf. Bei einer Maskentherapie wird der Druck meist in einer weiteren Nacht eingestellt.

  3. 03

    Therapiewahl

    1 Termin

    Besprechung von Maske, Schiene und operativen Möglichkeiten. Vor einer Operation wird oft eine Untersuchung im künstlichen Schlaf gemacht.

  4. 04

    Beginn der Behandlung

    Einige Tage bis Wochen

    Anpassung von Maske oder Schiene, bei einer Operation der Eingriff mit meist einer bis mehreren Nächten im Krankenhaus.

  5. 05

    Einstellung

    Einige Wochen bis Monate

    Schiene oder Gerät werden schrittweise angepasst. Ein Zungenschrittmacher wird nach etwa zwei bis acht Wochen Einheilung aktiviert.

  6. 06

    Kontrollen

    Meist jährlich

    Überprüfung der Wirkung, oft mit erneuter Messung. Bei Bedarf wird die Behandlung angepasst.

Für wen das Verfahren infrage kommt

SPRICHT DAFÜR

  • Nachgewiesene wiederholte Atemaussetzer im Schlaf
  • Ausgeprägte Tagesmüdigkeit oder Sekundenschlaf
  • Schwierigkeiten mit der Maskentherapie, wenn eine Alternative gesucht wird
  • Engstellen in Nase oder Rachen, die sich operativ beheben lassen
  • Bereitschaft zu regelmäßiger Anwendung und Kontrolle

SPRICHT DAGEGEN

  • Lautes Schnarchen ohne Atemaussetzer, dafür gibt es eigene Behandlungen
  • Für den Zungenschrittmacher: deutliches Übergewicht oder sehr leichte beziehungsweise sehr schwere Befunde außerhalb der Vorgaben
  • Für eine Schiene: zu wenige oder stark gelockerte eigene Zähne
  • Wunsch nach einer einmaligen Lösung ohne Nachsorge
  • Andere Schlafstörungen als Hauptursache der Müdigkeit

Was das Verfahren kostet

Diagnostik und Maskentherapie werden bei gesicherter Diagnose in der Regel von der Kasse bezahlt. Eine individuell angefertigte Schiene kostet privat meist rund 600 bis 1.500 €. Ein Zungenschrittmacher kostet ein Vielfaches davon und wird fast nur über die Kasse oder Zusatzversicherung finanziert.

WOVON DER PREIS ABHÄNGT

  • Art der Behandlung: Maske, Schiene, Operation oder Implantat
  • Aufwand der Diagnostik und Zahl der Schlaflabornächte
  • Material und Anpassung der Schiene
  • Nachsorge und Kontrollmessungen

VERSICHERUNG

In Österreich und Deutschland übernimmt die Kasse Diagnostik und Maskentherapie nach Bewilligung. In Deutschland ist die Unterkieferschiene seit 2022 Kassenleistung, wenn die Maskentherapie nicht möglich ist oder nicht vertragen wird; in Österreich wird sie nur teilweise bezuschusst. Für den Zungenschrittmacher gehen die Angaben auseinander: In Deutschland und der Schweiz wird er bei erfüllten Voraussetzungen in spezialisierten Zentren meist übernommen. Klären Sie die Kostenübernahme vorab mit Ihrer Kasse und lassen Sie sich private Anteile schriftlich bestätigen.

Häufige Fragen

Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.

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