Muttermalentfernung
Bei der Muttermalentfernung wird ein Mal meist unter örtlicher Betäubung herausgeschnitten oder flach abgetragen und in der Regel im Labor feingeweblich untersucht. Sie kommt infrage, wenn ein Mal ärztlich als auffällig eingeschätzt wird oder wenn es stört, etwa durch Reibung an der Kleidung oder aus optischen Gründen.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Muttermalentfernung bedeutet
Muttermale sind meist harmlose Ansammlungen pigmentbildender Zellen. Eine Entfernung ist ärztlich angezeigt, wenn ein Mal auffällig aussieht oder sich verändert. Sie kann auch gewünscht sein, wenn ein Mal an einer ungünstigen Stelle sitzt oder optisch stört.
Der übliche Weg ist das vollständige Herausschneiden mit einem kleinen Saum gesunder Haut. Die Wunde wird genäht, das Gewebe geht ins Labor. Bei eindeutig harmlosen, erhabenen Malen kann das Mal auch flach abgetragen werden; die Narbe ist dann oft unauffälliger, für die Laboruntersuchung steht aber nur oberflächliches Gewebe zur Verfügung.
Eine Entfernung per Laser kommt nur für Male infrage, die ärztlich klar als harmlos eingestuft wurden, weil das Gewebe dabei verdampft und nicht mehr untersucht werden kann. Bei unklaren Malen raten Fachleute deshalb davon ab.
Sie spüren meist nur den Einstich der Betäubung. Danach bleibt eine kleine Wunde, die einige Tage gepflegt werden muss. Eine Narbe entsteht fast immer; wie sie am Ende aussieht, zeigt sich über sechs bis zwölf Monate.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Untersuchung und Aufklärung
1 TerminDas Mal wird beurteilt, meist mit dem Auflichtmikroskop. Methode, zu erwartende Narbe und Nachsorge werden besprochen.
- 02
Örtliche Betäubung
Wenige MinutenDie Stelle wird desinfiziert und mit einer feinen Nadel betäubt.
- 03
Entfernung
Wenige Minuten bis etwa eine halbe StundeDas Mal wird herausgeschnitten oder flach abgetragen, die Wunde bei Bedarf genäht und verbunden.
- 04
Wundpflege
Einige TageDie Wunde bleibt anfangs abgedeckt und sollte geschont werden. Starke Dehnung der Stelle ist in dieser Zeit ungünstig.
- 05
Fäden ziehen
Nach 5 bis 14 TagenIm Gesicht meist nach 5 bis 7 Tagen, am Körper nach 10 bis 14 Tagen.
- 06
Befund
Nach dem LaborergebnisSie erfahren, ob das Mal harmlos war oder ob weitere Schritte nötig sind.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Ärztlich als auffällig oder unklar eingeschätztes Mal
- Mal, das sich in Form, Farbe oder Größe verändert hat
- Mal an Stellen mit ständiger Reibung, etwa am Gürtel, am Träger oder im Rasierbereich
- Mal, das optisch stört, wenn eine kleine Narbe in Kauf genommen wird
SPRICHT DAGEGEN
- Wunsch nach einer Entfernung ganz ohne Narbe — eine Narbe bleibt fast immer
- Entfernung per Laser oder im Kosmetikstudio, ohne dass das Mal ärztlich beurteilt wurde
- Neigung zu wulstigen Narben, etwa an Brust, Schultern oder Ohren — dann Nutzen und Narbe genau abwägen
- Harmloses Mal ohne Beschwerden, bei dem eine regelmäßige Kontrolle ausreicht
Was das Verfahren kostet
Privat werden in Deutschland für eine chirurgische Entfernung meist rund 140 bis 250 € je Mal genannt, dazu rund 35 bis 50 € für die Laboruntersuchung; Durchschnittswerte von Preisportalen liegen teils höher. In Österreich beginnen Privatpreise meist bei rund 150 bis 200 €, in der Schweiz bei rund 250 CHF für das erste Mal, weitere Male sind oft günstiger.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Größe und Lage des Mals
- Methode: Herausschneiden, Abtragen oder Laser
- Laboruntersuchung des Gewebes
- Zahl der Male in einer Sitzung
VERSICHERUNG
Ist die Entfernung ärztlich angezeigt, etwa bei Verdacht oder Beschwerden, übernehmen die Kassen in Österreich und Deutschland sowie die Grundversicherung in der Schweiz die Kosten in der Regel. Eine rein kosmetische Entfernung zahlen Sie selbst; Zusatzversicherungen beteiligen sich daran selten. Lassen Sie sich bei einer privaten Entfernung vorab einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.
Häufige Fragen
In fast allen Fällen ja. Nach flachem Abtragen ist sie oft unauffälliger als nach dem Herausschneiden; ihr endgültiges Aussehen entwickelt sich über sechs bis zwölf Monate.
Spürbar ist vor allem der Einstich der örtlichen Betäubung. Danach kann die Stelle einige Tage empfindlich sein, gut verträgliche Schmerzmittel reichen meist aus.
Nur wenn es ärztlich klar als harmlos eingestuft wurde. Beim Lasern kann das Gewebe nicht mehr untersucht werden, deshalb wird bei unklaren Malen das Herausschneiden empfohlen.
Das ist die Regel und wird von Fachleuten empfohlen. Nur die feingewebliche Untersuchung zeigt verlässlich, ob ein Mal harmlos war.
Im Gesicht meist nach 5 bis 7 Tagen, am Rumpf und an Armen und Beinen nach 10 bis 14 Tagen. Bis dahin sollte die Stelle geschont werden.
Nach flachem Abtragen oder Lasern können Pigmentreste wieder sichtbar werden. Nach vollständigem Herausschneiden ist das selten.
Bei ärztlicher Notwendigkeit ja, etwa bei Verdacht oder Beschwerden. Kosmetische Entfernungen zahlen Sie selbst.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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