Lidstraffung
Bei einer Lidstraffung entfernt die Chirurgin oder der Chirurg überschüssige Haut und bei Bedarf etwas Fettgewebe an Ober- oder Unterlid. Sie kommt infrage, wenn erschlaffte Oberlider auf den Wimpernrand drücken oder Tränensäcke und Falten unter den Augen stören.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Lidstraffung bedeutet
Die Lidstraffung, fachlich Blepharoplastik, ist einer der häufigsten Eingriffe der ästhetischen und plastischen Chirurgie. Am Oberlid wird ein schmaler Hautstreifen entfernt, am Unterlid geht es meist um Fettpolster, die als Tränensäcke sichtbar werden, und um schlaffe Haut.
Am Oberlid liegt der Schnitt in der natürlichen Lidfalte, am Unterlid knapp unter dem Wimpernrand oder an der Innenseite des Lids. Überschüssige Haut und gegebenenfalls Fett werden entfernt oder umverteilt, danach wird fein vernäht. Die Narbe ist nach der Abheilung in der Regel kaum zu sehen.
Behandlungen ohne Operation, etwa mit Unterspritzungen oder Laser, können kleine Veränderungen abmildern, ersetzen aber das Entfernen deutlich überschüssiger Haut nicht. Eine Lidstraffung wirkt länger, ist aber ein chirurgischer Eingriff mit Wundheilung.
Die Operation erfolgt meist in örtlicher Betäubung, auf Wunsch mit einem Beruhigungsmittel. In den ersten Tagen sind Schwellungen und Blutergüsse normal, kühlen hilft. Die Fäden werden meist nach etwa einer Woche entfernt.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Beratung
1 TerminUntersuchung der Lider und Besprechung des Ziels. Bei stark hängenden Oberlidern kann eine augenärztliche Messung des Gesichtsfelds sinnvoll sein.
- 02
Planung
Am OP-TagDie zu entfernende Haut wird im Sitzen genau angezeichnet. Danach folgt die örtliche Betäubung.
- 03
Eingriff
30 bis 90 MinutenOberlider dauern meist 30 bis 60 Minuten, Unterlider etwas länger. Werden beide behandelt, planen manche Kliniken eine Nacht Aufenthalt ein.
- 04
Erste Tage
1 bis 7 TageKühlen, Kopf erhöht lagern und körperliche Anstrengung meiden. Schwellungen und Blutergüsse gehen in dieser Zeit deutlich zurück.
- 05
Fäden ziehen
Nach etwa 1 WocheDie Nähte werden entfernt. Danach ist Make-up an den Lidern meist wieder möglich.
- 06
Kontrolle
Nach einigen Wochen bis MonatenDie Narbe blasst über mehrere Monate ab. Erst dann ist das Ergebnis endgültig beurteilbar.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Oberlidhaut, die auf den Wimpernrand drückt oder das Lid schwer wirken lässt
- Ausgeprägte Tränensäcke, die sich mit Pflege nicht bessern
- Müder Gesichtsausdruck durch erschlaffte Lidhaut
- Gesichtsfeld, das durch hängende Oberlider eingeschränkt ist
- Wunsch nach einem länger anhaltenden Ergebnis statt wiederholter Behandlungen
SPRICHT DAGEGEN
- Nur feine Fältchen ohne Hautüberschuss — hier reichen oft Maßnahmen ohne Operation
- Hängende Augenbrauen als eigentliche Ursache — dann steht eher eine Brauenkorrektur im Raum
- Ausgeprägt trockene Augen, die zuvor ärztlich abgeklärt werden sollten
- Keine Möglichkeit, sich ein bis zwei Wochen zu schonen
- Unrealistische Erwartungen an eine Verjüngung des ganzen Gesichts
Was das Verfahren kostet
Für eine Oberlidstraffung werden in Österreich meist rund 1.500 bis 2.800 € genannt, in Deutschland rund 1.700 bis 3.000 €, in der Schweiz rund 2.500 bis 4.500 CHF. Ober- und Unterlider zusammen liegen meist bei rund 3.500 bis 6.500 €, in der Schweiz bei rund 5.000 bis 9.000 CHF.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Nur Oberlider, nur Unterlider oder beide
- Art der Betäubung und eventueller Aufenthalt
- Aufwand am Unterlid, etwa Umverteilung von Fett
- Region und Umfang der Nachsorge
VERSICHERUNG
Eine rein ästhetische Lidstraffung zahlen die Kassen in Österreich, Deutschland und der Schweiz nicht. Schränken hängende Oberlider das Gesichtsfeld nachweisbar ein, kann die Kasse die Kosten übernehmen; dafür ist meist eine augenärztliche Gesichtsfeldmessung und ein Antrag vor dem Eingriff nötig. Private Zusatzversicherungen zahlen ästhetische Eingriffe selten. Lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben und klären Sie eine mögliche Übernahme vorab mit Ihrer Kasse.
Welche Wege es sonst gibt
Häufige Fragen
Der Eingriff selbst erfolgt meist in örtlicher Betäubung. Danach berichten viele eher von Spannungsgefühl und Schwellung als von starken Schmerzen, gängige Schmerzmittel reichen in der Regel aus.
Meist nach ein bis zwei Wochen, wenn die Fäden gezogen und die Blutergüsse abgeklungen sind. Leichte Schwellungen können länger bleiben.
Am Oberlid liegt sie in der natürlichen Lidfalte und ist nach der Abheilung meist kaum zu erkennen. Anfangs ist sie gerötet und blasst über einige Monate ab.
Wenn hängende Oberlider das Gesichtsfeld nachweisbar einschränken. Das wird meist mit einer augenärztlichen Messung belegt und muss vor dem Eingriff beantragt werden.
Das Ergebnis hält oft viele Jahre. Die Haut altert jedoch weiter, sodass sich mit der Zeit wieder Veränderungen zeigen können.
Leichte Bewegung ist bald wieder möglich. Anstrengenden Sport sollten Sie meist zwei bis drei Wochen meiden, genaue Vorgaben macht die behandelnde Praxis.
Möglich sind Blutergüsse, Schwellungen, vorübergehend trockene oder tränende Augen und selten Wundheilungsstörungen. Wird zu viel Haut entfernt, kann das Lid nicht mehr ganz schließen, deshalb ist eine genaue Planung wichtig.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
ANFRAGE
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