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Krampfadern mit Radiowelle

Bei der Radiowellentherapie wird eine undichte große Beinvene von innen mit Wärme verschlossen: Ein dünner Katheter wird über einen kleinen Einstich eingeführt und gibt Radiofrequenzenergie an die Venenwand ab. Sie kommt infrage, wenn im Ultraschall eine undichte Stammvene festgestellt wurde, die Krampfadern oder Beschwerden verursacht.

Krampfadern mit Radiowelle
BEHANDLUNGSDAUERRund 45 bis 115 Minuten
AUFENTHALTKeiner, ambulant
WIEDER EINSATZFÄHIGMeist sofort oder am nächsten Tag
KOSTENRAHMENRund 1.200 bis 2.500 € je Bein

Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.

Was Krampfadern mit Radiowelle bedeutet

Krampfadern entstehen häufig, weil eine der großen oberflächlichen Stammvenen am Ober- oder Unterschenkel undicht ist und Blut zurückfließt. Die Radiowellentherapie gehört zu den thermischen Verfahren, die solche Stammvenen von innen verschließen, statt sie zu entfernen.

Unter Ultraschallsicht wird die Vene punktiert und ein dünner Katheter bis kurz vor ihre Mündung vorgeschoben. Entlang der Vene wird eine größere Menge verdünnter Betäubungslösung eingebracht, die betäubt und das umliegende Gewebe vor Wärme schützt. Anschließend erhitzt der Katheter die Venenwand Abschnitt für Abschnitt; sie zieht sich zusammen, verschließt sich und wird über Monate vom Körper umgebaut. Das Blut fließt über gesunde Venen ab.

Beim herkömmlichen Weg, dem Stripping, wird die Vene über Schnitte herausgezogen, oft in Narkose. Die Radiowellentherapie kommt mit einem kleinen Einstich und örtlicher Betäubung aus und wird meist ambulant durchgeführt; Fachleute sehen die thermischen Verfahren bei Stammvenen inzwischen als Standard. Sichtbare Seitenäste werden bei Bedarf in derselben oder einer späteren Sitzung entfernt oder verödet.

Spürbar sind vor allem die Einstiche für die Betäubung. Danach sind ein Ziehen entlang der Vene und blaue Flecken üblich. Sie sollen direkt wieder gehen und tragen meist ein bis drei Wochen einen Kompressionsstrumpf.

Wie der Ablauf aussieht

  1. 01

    Ultraschall und Planung

    1 Termin

    Die Venen werden mit Ultraschall untersucht, der Verlauf der zu behandelnden Vene wird festgelegt und Sie werden aufgeklärt.

  2. 02

    Betäubung

    Zu Beginn des Eingriffs

    Entlang der Vene wird verdünnte Betäubungslösung eingebracht, auf Wunsch gibt es zusätzlich ein Beruhigungsmittel.

  3. 03

    Verschluss der Vene

    Eingriff insgesamt rund 45 bis 115 Minuten

    Der Katheter wird eingeführt und erhitzt die Venenwand abschnittsweise, bei Bedarf werden Seitenäste mitbehandelt.

  4. 04

    Direkt danach

    1 bis 2 Stunden

    Kompressionsstrumpf anziehen, ein Stück gehen, dann Heimweg mit Begleitung. Selbst Auto fahren sollten Sie an diesem Tag nicht.

  5. 05

    Kompression und Bewegung

    Meist 1 bis 3 Wochen

    Strumpf tragen, viel gehen und langes Sitzen oder Stehen vermeiden.

  6. 06

    Kontrolle

    Nach einigen Tagen bis Wochen

    Ein Ultraschall prüft, ob die Vene verschlossen ist und ob alles gut abheilt.

Für wen das Verfahren infrage kommt

SPRICHT DAFÜR

  • Im Ultraschall nachgewiesene undichte Stammvene
  • Krampfadern mit Schweregefühl, Schwellung oder Schmerzen
  • Wunsch nach einem ambulanten Eingriff ohne Vollnarkose
  • Wunsch, rasch wieder zu arbeiten
  • Stammvene mit weitgehend geradem Verlauf, die sich mit dem Katheter gut erreichen lässt

SPRICHT DAGEGEN

  • Nur feine Besenreiser ohne undichte Stammvene — dann reicht meist eine Verödung
  • Stark geschlängelte oder sehr dicht unter der Haut liegende Venenabschnitte — dafür sind teils andere Verfahren besser geeignet
  • Frische tiefe Beinvenenthrombose — der Eingriff wird dann verschoben
  • Es liegt noch kein aktueller Ultraschallbefund vor
  • Wunsch nach einem Verfahren ganz ohne Kompressionsstrumpf

Was das Verfahren kostet

In Deutschland werden für Selbstzahler meist rund 1.200 bis 1.500 € für ein Bein genannt, für beide Beine rund 1.800 € und mehr. In Österreich liegen Angaben bei rund 2.500 € je Bein, in der Schweiz werden für minimalinvasive Verfahren rund 3.000 bis 5.000 CHF genannt. Die Angaben gehen je nach Umfang, Material und Leistungen deutlich auseinander.

WOVON DER PREIS ABHÄNGT

  • Ein oder beide Beine
  • Länge der Vene und zusätzlich behandelte Seitenäste
  • Kosten für den Einmalkatheter
  • Nachkontrollen und Kompressionsstrumpf

VERSICHERUNG

In Deutschland ist die Radiowellentherapie keine allgemeine Regelleistung der gesetzlichen Kassen; viele Kassen übernehmen sie aber über Sonderverträge mit bestimmten Praxen, private Versicherungen erstatten sie meist. In Österreich erstatten die Kassen je nach Träger unterschiedlich viel und teils nur einen Anteil; Zusatzversicherungen für ambulante Eingriffe übernehmen je nach Vertrag den Rest. In der Schweiz übernimmt die Grundversicherung thermische Verfahren bei nachgewiesener Venenschwäche unter bestimmten Voraussetzungen, abzüglich Franchise und Selbstbehalt. Klären Sie die Übernahme vorab mit Ihrer Kasse und lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.

Häufige Fragen

Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.

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