Implantierbare Kontaktlinse
Eine implantierbare Kontaktlinse ist eine dünne Kunstlinse, die zusätzlich zur eigenen Linse ins Auge eingesetzt wird und die Fehlsichtigkeit von innen ausgleicht. Sie kommt vor allem für Menschen mit hoher Kurz- oder Weitsichtigkeit infrage, bei denen Augenlasern nicht möglich ist oder die Hornhaut zu dünn ist.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Implantierbare Kontaktlinse bedeutet
Die implantierbare Kontaktlinse, oft als phake Linse bezeichnet, ist eine weiche, sehr dünne Linse. Sie wird hinter der Regenbogenhaut vor die eigene Linse gesetzt, die im Auge bleibt.
Sie kann auch hohe Fehlsichtigkeiten ausgleichen: Kurzsichtigkeit etwa bis −20 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis etwa +10 Dioptrien, oft zusammen mit einer Hornhautverkrümmung. Damit reicht sie deutlich über den Bereich hinaus, der sich lasern lässt.
Anders als beim Augenlasern wird die Hornhaut nicht verändert und kein Gewebe abgetragen. Die Linse lässt sich bei Bedarf wieder entfernen oder austauschen, der Eingriff ist also grundsätzlich umkehrbar. Anders als beim Linsenaustausch bleibt die eigene Linse mit ihrer Fähigkeit zum Scharfstellen erhalten.
Der Eingriff findet unter örtlicher Betäubung statt und ist schmerzarm. Viele sehen schon am Tag danach deutlich besser. In den ersten Wochen können Blendung und Lichthöfe auftreten, die meist nachlassen.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Voruntersuchung
1 bis 2 StundenVermessung von Augenvorderkammer, Hornhaut und Fehlsichtigkeit. Nur bei ausreichend Platz im Auge kommt die Linse infrage.
- 02
Linsenbestellung
Einige Tage bis WochenDie Linse wird nach den Messwerten individuell ausgewählt oder angefertigt.
- 03
Einsetzen
Rund 20 bis 30 MinutenUnter Betäubungstropfen wird die gefaltete Linse über einen kleinen Schnitt eingeführt und hinter der Regenbogenhaut positioniert.
- 04
Kontrolle
Am Tag danachPrüfung von Sehschärfe, Lage der Linse und Augeninnendruck.
- 05
Zweites Auge
Oft wenige Tage später oder am selben TagJe nach Praxis wird das zweite Auge an einem eigenen Termin oder direkt im Anschluss behandelt.
- 06
Nachkontrollen
Über Monate und JahreRegelmäßige Kontrollen von Augeninnendruck, Linsenlage und eigener Linse.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Hohe Kurz- oder Weitsichtigkeit außerhalb des laserbaren Bereichs
- Dünne oder unregelmäßig geformte Hornhaut
- Stabile Sehwerte seit einiger Zeit
- Wunsch nach einem Verfahren, das sich grundsätzlich rückgängig machen lässt
- Eigene Linse, die noch gut scharf stellt
SPRICHT DAGEGEN
- Zu wenig Platz in der vorderen Augenkammer
- Bereits eingetretene Alterssichtigkeit als Hauptanliegen — dann ist oft der Linsenaustausch passender
- Beginnende Trübung der eigenen Linse
- Leichte Fehlsichtigkeit, die sich ebenso gut lasern lässt
- Wenig Bereitschaft für regelmäßige Kontrollen über viele Jahre
Was das Verfahren kostet
In Deutschland und Österreich werden meist rund 2.500 bis 4.500 € je Auge genannt, einzelne Angebote liegen darunter oder darüber. Für Linsenimplantationen insgesamt nennen Anbieter in der Schweiz rund 3.000 bis 7.000 CHF je Auge.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Linsentyp, etwa mit Ausgleich einer Hornhautverkrümmung
- Höhe der Fehlsichtigkeit
- Umfang von Voruntersuchung und Nachkontrollen
- Ob beide Augen an einem Tag behandelt werden
VERSICHERUNG
Die implantierbare Kontaktlinse gilt als Wahlleistung und wird von der gesetzlichen Kasse in Österreich und Deutschland sowie von der Grundversicherung in der Schweiz in der Regel nicht übernommen. Private Versicherungen erstatten je nach Tarif einen Teil. In Deutschland können die Kosten unter Umständen steuerlich geltend gemacht werden. Lassen Sie sich vorab einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben und klären Sie eine Erstattung mit Ihrer Versicherung.
Häufige Fragen
Nein. Sie sitzt im Inneren des Auges und ist von außen nicht sichtbar oder spürbar.
Ja, sie lässt sich bei Bedarf entfernen oder austauschen. Das ist ein wesentlicher Unterschied zum Augenlasern.
Meist rund 2.500 bis 4.500 € je Auge in Österreich und Deutschland, in der Schweiz eher mehr. Die Kasse zahlt in der Regel nichts dazu.
Kurzsichtigkeit etwa bis −20 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis etwa +10 Dioptrien, oft zusammen mit einer Hornhautverkrümmung. Die genauen Grenzen hängen vom Linsentyp ab.
Möglich sind vorübergehend Blendung und Lichthöfe, selten ein Anstieg des Augeninnendrucks, eine Entzündung oder eine frühere Trübung der eigenen Linse. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen wichtig.
Viele sind nach einem bis drei Tagen wieder im Alltag. Sport und Schwimmen sind meist erst nach einigen Wochen wieder möglich.
Die Linse ist für einen langen Verbleib im Auge gedacht und hält oft viele Jahre. Wenn sich später ein Grauer Star entwickelt, wird sie bei dessen Operation mit entfernt.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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