Hautkrebsvorsorge
Bei der Hautkrebsvorsorge untersucht eine Hautärztin oder ein Hautarzt die gesamte Haut auf auffällige Veränderungen, meist ergänzt durch ein Auflichtmikroskop. Sie kommt für alle infrage, die ihre Haut fachlich kontrollieren lassen möchten, besonders bei vielen Muttermalen, heller Haut, häufigen Sonnenbränden oder Hautkrebs in der Familie.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Hautkrebsvorsorge bedeutet
Die Hautkrebsvorsorge ist eine Untersuchung der gesamten Hautoberfläche vom Kopf bis zu den Füßen, einschließlich Kopfhaut, Nägeln und schwer einsehbarer Stellen. Ziel ist, schwarzen und hellen Hautkrebs sowie deren Vorstufen früh zu erkennen, wenn sie in der Regel noch gut behandelbar sind.
Die Ärztin oder der Arzt betrachtet die Haut zunächst mit bloßem Auge und sieht sich auffällige Male anschließend mit einem Auflichtmikroskop an. Das Gerät vergrößert die Hautstruktur und macht Muster sichtbar, die ohne Hilfsmittel nicht zu erkennen sind. Viele Praxen speichern zusätzlich digitale Bilder einzelner Male, um sie beim nächsten Termin vergleichen zu können.
Anders als bei der Selbstkontrolle zu Hause werden auch Stellen beurteilt, die Sie selbst kaum sehen, und feine Veränderungen fachlich eingeordnet. Die Selbstkontrolle bleibt trotzdem wichtig: Empfohlen wird, die eigene Haut regelmäßig anzusehen, etwa vor und nach dem Sommer, und Veränderungen zeitnah zeigen zu lassen.
Für Sie ist die Untersuchung schmerzlos, Sie machen sich dafür bis auf die Unterwäsche frei. Ein Screening kann nicht jeden Hautkrebs erkennen, und viele Male, die vorsorglich entfernt werden, stellen sich im Labor als harmlos heraus.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Vorgespräch
Wenige MinutenKurze Fragen zu Sonnenverhalten, Hauttyp und Hautkrebs in der Familie, damit das persönliche Risiko eingeschätzt werden kann.
- 02
Ganzkörperuntersuchung
Rund 10 bis 15 MinutenDie gesamte Haut wird betrachtet, einschließlich Kopfhaut, Nägeln, Zehenzwischenräumen und sichtbarer Schleimhäute.
- 03
Auflichtmikroskopie
Wenige MinutenAuffällige Male werden vergrößert betrachtet und bei Bedarf digital fotografiert, damit spätere Vergleiche möglich sind.
- 04
Befundbesprechung
Direkt im AnschlussSie erfahren, ob alles unauffällig ist, ob ein Mal beobachtet oder entfernt werden sollte und wann eine nächste Kontrolle sinnvoll ist.
- 05
Weiteres Vorgehen
Nach BedarfBei einem unklaren Befund wird das Mal meist entfernt und feingeweblich untersucht. Das Ergebnis wird Ihnen anschließend mitgeteilt.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Viele Muttermale oder einzelne große, unregelmäßige Male
- Helle Haut und Neigung zu Sonnenbrand
- Hautkrebs bei nahen Verwandten
- Viel Zeit im Freien oder häufige Sonnenbrände in der Vergangenheit
- Wunsch nach einer fachlichen Einschätzung als Ergänzung zur Selbstkontrolle
SPRICHT DAGEGEN
- Ein einzelnes Mal verändert sich gerade deutlich — dann besser zeitnah einen gezielten Termin vereinbaren, statt auf die nächste Vorsorge zu warten
- Wunsch nach sehr häufigen Kontrollen ohne erhöhtes Risiko — Fachleute halten eine jährliche Untersuchung für alle nicht für notwendig
- Erwartung, dass eine Untersuchung künftigen Hautkrebs ausschließt
- Die letzte unauffällige Untersuchung liegt erst kurz zurück und es gibt keine Veränderungen
Was das Verfahren kostet
In Deutschland werden für ein privat bezahltes Screening meist rund 40 € genannt, mit Auflichtmikroskopie rund 30 € mehr. In Österreich verlangen Wahlarzt- und Privatpraxen für eine Ganzkörperkontrolle mit digitaler Auflichtmikroskopie meist rund 100 bis 200 €. Eine digitale Ganzkörper-Fotodokumentation kostet zusätzlich, je nach Umfang ab rund 60 € bis in den dreistelligen Bereich.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Untersuchung mit oder ohne Auflichtmikroskop
- Digitale Bildspeicherung oder Ganzkörperkartierung
- Zahl der Muttermale und Zeitaufwand
- Kassenpraxis oder Wahlarzt- bzw. Privatpraxis
VERSICHERUNG
In Deutschland haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening, viele Kassen zahlen es als Zusatzleistung auch früher; ob die Auflichtmikroskopie enthalten ist, wird von Praxen unterschiedlich dargestellt. In Österreich übernehmen die Kassen die Muttermalkontrolle je nach Bundesland und Träger in unterschiedlichen Abständen, bei Verdacht, neuen Veränderungen oder früherem Hautkrebs in jedem Fall. In der Schweiz zahlt die Grundversicherung in der Regel bei Verdacht oder erhöhtem familiärem Risiko, Zusatzversicherungen beteiligen sich je nach Produkt an Vorsorgeuntersuchungen. Klären Sie vorab mit Ihrer Kasse, was übernommen wird, und lassen Sie sich private Leistungen schriftlich aufstellen.
Welche Wege es sonst gibt
Häufige Fragen
Das hängt vom persönlichen Risiko ab. In Deutschland ist für gesetzlich Versicherte ein Abstand von zwei Jahren vorgesehen; bei vielen Malen, heller Haut oder Hautkrebs in der Familie kann die Ärztin oder der Arzt kürzere Abstände empfehlen.
Nein. Die Haut wird angesehen und einzelne Male werden mit einem Auflichtmikroskop betrachtet, das nur leicht auf die Haut aufgesetzt wird.
Ein handliches Vergrößerungsgerät mit eigener Beleuchtung. Es zeigt Farbverteilung und Strukturen eines Mals, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind, und erleichtert die Einschätzung, ob ein Mal harmlos ist.
Sie machen sich in der Regel bis auf die Unterwäsche frei. Zu einer vollständigen Untersuchung gehört auch der Intimbereich; sprechen Sie offen an, wenn Ihnen dabei etwas unangenehm ist.
Hilfreich ist, Nagellack und Make-up vorher zu entfernen, damit Nägel und Gesichtshaut gut beurteilt werden können. Notieren Sie sich Male, die Ihnen neu vorkommen oder sich verändert haben.
Meist wird es unter örtlicher Betäubung entfernt und im Labor untersucht. Viele dieser Male erweisen sich als harmlos; ist das nicht der Fall, wird das weitere Vorgehen mit Ihnen besprochen.
Nein, beides ergänzt sich. Achten Sie zwischen den Terminen auf Male, die asymmetrisch sind, unscharf begrenzt, mehrfarbig, auffällig groß oder die sich verändern, und lassen Sie diese zeitnah ansehen.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
ANFRAGE
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