Augenlasern
Beim Augenlasern wird die Hornhaut mit einem Laser so umgeformt, dass Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder eine Hornhautverkrümmung ausgeglichen werden. Es kommt für Erwachsene infrage, deren Sehwerte seit einiger Zeit stabil sind und die unabhängiger von Brille oder Kontaktlinsen werden möchten.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Augenlasern bedeutet
Beim Augenlasern wird die Brechkraft der Hornhaut dauerhaft verändert. Der Laser trägt dazu gezielt Gewebe ab oder löst ein dünnes Gewebescheibchen aus der Hornhaut heraus, sodass das Licht wieder auf der Netzhaut gebündelt wird.
Es gibt drei Verfahrensgruppen. Bei der Femto-LASIK wird ein dünner Deckel in der Hornhaut geschaffen, darunter gelasert und der Deckel zurückgeklappt. Bei Oberflächenverfahren wie der Trans-PRK wird die oberste Hautschicht abgetragen, die danach nachwächst. Bei der Lentikel-Extraktion, oft unter dem Kürzel SMILE bekannt, entfernt der Laser ein Gewebescheibchen über einen kleinen Schnitt.
Im Unterschied zu Brille und Kontaktlinsen wird die Fehlsichtigkeit nicht ausgeglichen, sondern die Hornhaut selbst verändert. Der Eingriff ist daher nicht umkehrbar. Welches Verfahren passt, hängt vor allem von Hornhautdicke, Höhe der Fehlsichtigkeit und Lebensumständen ab.
Die Behandlung selbst dauert je Auge nur wenige Minuten und findet unter Betäubungstropfen statt. Danach sind die Augen meist einige Stunden gereizt. Nach LASIK und Lentikel-Extraktion sehen viele schon am nächsten Tag gut, nach Oberflächenverfahren dauert die Heilung einige Tage länger und ist in dieser Zeit meist unangenehmer.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Voruntersuchung
1 bis 2 StundenVermessung der Hornhaut, Bestimmung der Sehwerte und Untersuchung des ganzen Auges. Kontaktlinsen müssen vorher meist einige Tage bis Wochen weggelassen werden.
- 02
Beratung und Verfahrenswahl
1 TerminBesprechung, welches Verfahren nach den Messwerten infrage kommt, und Aufklärung über Nebenwirkungen.
- 03
Behandlung
Rund 10 bis 20 MinutenBeide Augen werden meist am selben Tag unter Betäubungstropfen behandelt. Der eigentliche Laservorgang dauert je Auge oft weniger als eine Minute.
- 04
Erste Erholung
1 bis 7 TageDie Augen werden mit Tropfen versorgt und sollen nicht gerieben werden. Autofahren ist erst nach ärztlicher Freigabe möglich.
- 05
Kontrollen
Nach 1 Tag, einigen Wochen und MonatenDie Heilung und die Sehschärfe werden kontrolliert. Die Sehschärfe stabilisiert sich oft über mehrere Wochen.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung in einem laserbaren Bereich
- Seit etwa ein bis zwei Jahren stabile Sehwerte
- Ausreichend dicke und regelmäßig geformte Hornhaut
- Unverträglichkeit von Kontaktlinsen oder Wunsch nach Unabhängigkeit von der Brille, etwa bei Sport oder im Beruf
- Bereitschaft, die Kosten selbst zu tragen
SPRICHT DAGEGEN
- Sehr hohe Fehlsichtigkeit — hier kommt oft eine implantierbare Kontaktlinse infrage
- Dünne oder unregelmäßig geformte Hornhaut
- Sehwerte, die sich noch verändern
- Ausgeprägt trockene Augen, die vorher nicht behandelt wurden
- Beginnende Alterssichtigkeit als eigentliches Anliegen — Lasern gleicht sie nur eingeschränkt aus
Was das Verfahren kostet
In Österreich werden je nach Verfahren meist rund 1.000 bis 2.800 € je Auge genannt, wobei Oberflächenverfahren und Femto-LASIK häufig im Bereich um 1.500 bis 2.000 € liegen und die Lentikel-Extraktion eher bei 2.000 bis 2.800 €. In Deutschland liegen die Angaben ähnlich, meist bei rund 1.000 bis 3.000 € je Auge, in der Schweiz bei rund 1.300 bis 2.800 CHF je Auge.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Verfahren: Oberflächenverfahren, Femto-LASIK oder Lentikel-Extraktion
- Umfang der Voruntersuchung und der Nachkontrollen im Paketpreis
- Höhe und Art der Fehlsichtigkeit
- Ob eine eventuelle Nachkorrektur eingeschlossen ist
VERSICHERUNG
Augenlasern gilt in Österreich, Deutschland und der Schweiz als Wahlleistung und wird von der gesetzlichen Kasse bzw. der Grundversicherung nicht bezahlt. Private Kranken- oder Zusatzversicherungen übernehmen je nach Tarif einen Teil, in der Schweiz oft nur einen begrenzten Zuschuss. In Deutschland können die Kosten unter Umständen als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden. Lassen Sie sich vorab einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben und klären Sie eine mögliche Erstattung mit Ihrer Versicherung.
Häufige Fragen
Das hängt vor allem von Hornhautdicke, Hornhautform und Höhe der Fehlsichtigkeit ab. Bei dünner Hornhaut wird oft ein Oberflächenverfahren empfohlen, bei ausreichender Dicke kommen auch Femto-LASIK oder Lentikel-Extraktion infrage.
Der Eingriff selbst ist durch Betäubungstropfen schmerzarm, spürbar ist vor allem ein Druckgefühl. Nach Oberflächenverfahren können die Augen einige Tage deutlich brennen und tränen.
Nach Femto-LASIK und Lentikel-Extraktion oft nach ein bis drei Tagen, nach Oberflächenverfahren meist nach etwa einer Woche. Bildschirmarbeit ist anfangs oft anstrengender.
Meist rund 1.000 bis 3.000 € je Auge, in der Schweiz rund 1.300 bis 2.800 CHF. Die Kasse zahlt nichts dazu, private Versicherungen je nach Tarif teilweise.
Die Veränderung der Hornhaut ist bleibend und hält oft viele Jahre. Die natürliche Alterssichtigkeit tritt trotzdem ein, sodass später meist eine Lesebrille nötig wird.
Häufig sind vorübergehend trockene Augen sowie Blendung oder Lichthöfe bei Dunkelheit. In manchen Fällen ist eine Nachkorrektur nötig, schwere Komplikationen sind selten.
Meist ja. Bei Oberflächenverfahren behandeln manche Praxen die Augen auch im Abstand von einigen Tagen.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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