Vasektomie
Bei der Vasektomie werden die beiden Samenleiter im Hodensack durchtrennt und verschlossen, sodass keine Samenzellen mehr in den Samenerguss gelangen. Sie kommt für Männer infrage, deren Familienplanung abgeschlossen ist und die eine dauerhafte Form der Verhütung wünschen.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Vasektomie bedeutet
Die Vasektomie ist ein kleiner urologischer Eingriff zur Verhütung beim Mann. Sie gilt als dauerhaft: Wer sich dafür entscheidet, sollte davon ausgehen, danach keine Kinder mehr zeugen zu können.
In örtlicher Betäubung werden die Samenleiter über einen oder zwei winzige Zugänge am Hodensack freigelegt, ein kurzes Stück entfernt und die Enden verschlossen. Häufig wird heute eine Technik ohne Skalpell verwendet, bei der die Haut nur punktiert und gespreizt wird.
Hormone, Erektion, Lust und das Aussehen des Samenergusses verändern sich nicht, da der Großteil der Flüssigkeit aus anderen Drüsen stammt. Im Vergleich zur Sterilisation der Frau ist der Eingriff kleiner und erfordert keine Narkose.
Wichtig: Die Vasektomie wirkt nicht sofort. In den Samenwegen verbleiben noch Samenzellen, deshalb ist erst nach einer Kontrolle des Ejakulats, die keine Samenzellen mehr zeigt, keine andere Verhütung mehr nötig. Eine spätere Rückoperation ist möglich, führt aber nicht verlässlich wieder zur Fruchtbarkeit.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Beratungsgespräch
1 TerminAufklärung über Dauerhaftigkeit, Ablauf und Risiken. Viele Praxen empfehlen eine Bedenkzeit zwischen Gespräch und Eingriff.
- 02
Eingriff
15 bis 30 MinutenAmbulant in örtlicher Betäubung. Die Samenleiter werden durchtrennt und verschlossen.
- 03
Erste Tage
1 bis 7 TageKühlen und enge Unterwäsche helfen gegen Schwellung. Büroarbeit ist oft nach ein bis drei Tagen möglich, schwere körperliche Arbeit nach etwa einer Woche.
- 04
Weiter verhüten
Etwa 8 bis 12 WochenIn dieser Zeit ist weiterhin eine andere Verhütung nötig. Meist wird empfohlen, dass bis zur Kontrolle mehrere Samenergüsse stattgefunden haben.
- 05
Kontrolle des Ejakulats
Nach etwa 8 bis 12 WochenEin oder zwei Untersuchungen des Samenergusses zeigen, ob keine Samenzellen mehr vorhanden sind. Erst dann gilt die Vasektomie als wirksam.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Abgeschlossene Familienplanung
- Wunsch nach einer dauerhaften Verhütung ohne Hormone
- Gemeinsame, gut überlegte Entscheidung als Paar
- Wunsch nach einem kleinen, ambulanten Eingriff
- Andere Verhütungsmethoden passen nicht oder werden nicht vertragen
SPRICHT DAGEGEN
- Zweifel, ob später doch noch Kinder gewünscht sind
- Entscheidung unter Druck oder in einer akuten Lebenskrise
- Erwartung, den Eingriff später zuverlässig rückgängig machen zu können
- Wunsch nach sofortigem Verhütungsschutz ohne Wartezeit
- Bedarf an Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen, den die Vasektomie nicht bietet
Was das Verfahren kostet
In Deutschland werden meist rund 400 bis 700 € genannt, in Österreich rund 800 bis 1.000 €, in der Schweiz rund 1.000 CHF. Die Kontrolluntersuchungen des Ejakulats sind teils enthalten, teils kommen sie hinzu, in der Schweiz etwa rund 100 CHF je Untersuchung.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Beratungsgespräch im Preis enthalten oder nicht
- Operationstechnik
- Anzahl der Kontrolluntersuchungen
- Region und Einrichtung
VERSICHERUNG
Eine Vasektomie zur Verhütung ist in Österreich, Deutschland und der Schweiz keine Kassenleistung. Private Versicherungen oder Zusatzversicherungen übernehmen teilweise einen Anteil. In Österreich ist die Sterilisation gesetzlich ohne weitere Voraussetzungen erst ab 25 Jahren zulässig. Lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben, der auch die Kontrolluntersuchungen aufführt.
Welche Wege es sonst gibt
Häufige Fragen
Erst wenn eine Untersuchung des Ejakulats keine Samenzellen mehr zeigt, meist nach etwa acht bis zwölf Wochen. Bis dahin ist eine andere Verhütung nötig.
Nein. Hormone, Erektion und Lust bleiben gleich, und der Samenerguss sieht praktisch unverändert aus, enthält aber keine Samenzellen mehr.
Eine mikrochirurgische Rückoperation ist möglich, aber aufwendig und teuer. Sie führt nicht verlässlich wieder zur Fruchtbarkeit, die Aussichten sinken mit dem Abstand zum Eingriff.
Die örtliche Betäubung wird als kurzer Stich empfunden, danach spüren die meisten nur ein Ziehen. In den Tagen danach sind leichte Schmerzen und Schwellung üblich.
Leichter Sport ist meist nach etwa einer Woche möglich, volle Belastung nach etwa zwei Wochen. Genaue Vorgaben macht die behandelnde Praxis.
Möglich sind Blutergüsse, Schwellungen und selten Entzündungen. Selten bleiben länger anhaltende Schmerzen im Hoden. Sehr selten wachsen die Samenleiter wieder zusammen, deshalb ist die Kontrolle wichtig.
Als Verhütungsmaßnahme nicht, weder in Österreich noch in Deutschland oder der Schweiz. Private Zusatzversicherungen übernehmen teilweise einen Anteil.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
ANFRAGE
Wer führt dieses Verfahren durch?
Sagen Sie uns Fachbereich, Behandlung und Region. Wir leiten Ihre Anfrage an eine Praxis weiter, die das Verfahren durchführt und für Sie erreichbar ist.
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