Stoßwellentherapie
Bei der Stoßwellentherapie werden energiereiche Schallwellen von außen auf schmerzende Sehnenansätze oder Kalkablagerungen gerichtet. Sie kommt infrage bei länger anhaltenden Sehnenbeschwerden, etwa am Fersensporn, an der Schulter oder am Ellenbogen, wenn andere Behandlungen nicht ausreichend geholfen haben.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Stoßwellentherapie bedeutet
Stoßwellen sind kurze, energiereiche Schallimpulse, die über einen Schallkopf und etwas Gel durch die Haut in das Gewebe geleitet werden. Man unterscheidet fokussierte Stoßwellen, die gezielt in der Tiefe wirken, und radiale Stoßwellen, die sich eher flächig im oberflächlichen Gewebe verteilen.
Die Stoßwellen sollen die Durchblutung und Heilungsprozesse anregen, die Schmerzweiterleitung beeinflussen und bei Kalkschulter Ablagerungen auflockern. Behandelt wird meist in drei bis sechs Sitzungen im Abstand von etwa einer Woche.
Die Studienlage unterscheidet sich je nach Beschwerdebild. Beim Fersenschmerz durch Fersensporn ist ein Nutzen am deutlichsten belegt. Bei Kalkschulter gibt es Hinweise auf einen Nutzen, wie groß und dauerhaft er ist, ist aber unklar. Beim Tennisarm wird der Nutzen in Bewertungen als eher gering eingeschätzt.
Die Behandlung selbst kann unangenehm sein, die Intensität wird deshalb angepasst. Danach können vorübergehend Rötungen, Schwellungen oder kleine Blutergüsse auftreten. Eine Wirkung tritt häufig verzögert über einige Wochen ein.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Abklärung
1 TerminUntersuchung und oft Ultraschall oder Röntgen, um die Ursache der Beschwerden einzugrenzen. Auch andere Behandlungswege werden besprochen.
- 02
Einstellung
Wenige MinutenDie schmerzhafte Stelle wird lokalisiert, Gel aufgetragen und die Intensität festgelegt.
- 03
Behandlung
10 bis 30 MinutenDer Schallkopf gibt eine festgelegte Zahl an Impulsen ab. Die Intensität wird bei Bedarf angepasst.
- 04
Weitere Sitzungen
Meist 2 bis 5 weitere im WochenabstandDie Behandlung wird in einer Serie fortgesetzt, die Zahl richtet sich nach Beschwerdebild und Verlauf.
- 05
Kontrolle
Nach einigen WochenBeurteilung der Wirkung, die oft verzögert eintritt. Begleitend werden häufig Dehn- und Kräftigungsübungen empfohlen.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Fersenschmerz durch Fersensporn, der seit Monaten anhält
- Kalkablagerungen in der Schulter mit anhaltenden Beschwerden
- Chronische Sehnenreizungen, bei denen Schonung und Physiotherapie nicht ausgereicht haben
- Wunsch, eine Operation zu vermeiden oder hinauszuzögern
- Bereitschaft, die Kosten gegebenenfalls selbst zu tragen
SPRICHT DAGEGEN
- Frische Beschwerden, die oft von selbst oder mit einfachen Maßnahmen abklingen
- Schwangerschaft
- Herzschrittmacher oder Gerinnungsstörungen, die gegen eine Behandlung sprechen können
- Entzündungen, Tumoren oder offene Wachstumsfugen im Behandlungsgebiet
- Erwartung einer sofortigen, dauerhaften Beschwerdefreiheit
Was das Verfahren kostet
In Deutschland werden rund 60 bis 150 € je Sitzung genannt, in Österreich rund 80 bis 200 € je nach Verfahren, in der Schweiz rund 100 bis 150 CHF. Für eine Serie ergeben sich meist einige hundert Euro bzw. Franken.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Fokussierte oder radiale Stoßwelle
- Zahl der Sitzungen
- Behandelte Körperregion
- Zusätzliche Ultraschall- oder Röntgenkontrolle
VERSICHERUNG
In Deutschland zahlt die gesetzliche Kasse nur beim Fersenschmerz durch Fersensporn unter bestimmten Voraussetzungen, andere Anwendungen sind Selbstzahlerleistung. In Österreich übernimmt die Kasse die Kosten in der Regel nicht, in der Schweiz ist die Behandlung meist keine Leistung der Grundversicherung. Private Zusatzversicherungen erstatten je nach Vertrag, oft nach ärztlicher Verordnung. Klären Sie die Übernahme vorab und lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.
Häufige Fragen
Am deutlichsten belegt ist der Nutzen beim Fersenschmerz durch Fersensporn. Bei Kalkschulter ist die Studienlage unklar, beim Tennisarm wird der Nutzen eher gering eingeschätzt.
Meist drei bis sechs Sitzungen im Abstand von etwa einer Woche. Die Zahl hängt von Beschwerdebild und Verlauf ab.
Sie kann an der behandelten Stelle unangenehm sein. Die Intensität wird deshalb individuell angepasst, eine Betäubung ist meist nicht nötig.
Häufig verzögert, nach einigen Wochen. Manche bemerken schon nach zwei bis drei Sitzungen eine Veränderung, bei anderen bleibt eine deutliche Besserung aus.
Vorübergehend können Rötungen, Schwellungen, kleine Blutergüsse oder Schmerzen auftreten. Sie klingen meist nach wenigen Tagen ab.
Fokussierte Stoßwellen bündeln die Energie in einem Punkt in der Tiefe, radiale Stoßwellen verteilen sie flächiger nahe der Oberfläche. Fokussierte Behandlungen sind meist etwas teurer.
In Deutschland nur beim Fersensporn unter bestimmten Voraussetzungen. In Österreich und der Schweiz meist nicht, Zusatzversicherungen erstatten teilweise.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
ANFRAGE
Wer führt dieses Verfahren durch?
Sagen Sie uns Fachbereich, Behandlung und Region. Wir leiten Ihre Anfrage an eine Praxis weiter, die das Verfahren durchführt und für Sie erreichbar ist.
Anfrage startenETWA ZWEI MINUTEN · OHNE ANMELDUNG · KEINE DIAGNOSEN ABGEFRAGT