Steißbeinfistel
Bei der Behandlung der Steißbeinfistel werden entzündete Gänge und Hohlräume in der Gesäßfalte entfernt, heute oft mit kleinen, minimalinvasiven Eingriffen statt großer Wunden. Sie kommt infrage, wenn in der Gesäßfalte wiederholt Schwellungen, Schmerzen oder nässende Stellen auftreten.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Steißbeinfistel bedeutet
Eine Steißbeinfistel, auch Sinus pilonidalis genannt, ist eine chronische Entzündung in der Gesäßfalte. Meist entsteht sie durch Haare, die sich in die Haut bohren und Gänge und Hohlräume bilden. Äußerlich sieht man oft nur kleine Öffnungen, darunter kann sich die Entzündung weiter ausbreiten.
Bei minimalinvasiven Verfahren wie dem Pit Picking werden nur die kleinen Öffnungen und die entzündeten Gänge entfernt, oft in örtlicher Betäubung. Bei Laserverfahren wird der Gang zusätzlich von innen verödet. Die Wunden sind klein und heilen meist in wenigen Wochen.
Der herkömmliche Weg ist das großzügige Ausschneiden mit offener Wundheilung. Die Wunde heilt dabei über viele Wochen von innen nach außen, die Angaben reichen von rund vier Wochen bis zu mehreren Monaten. Bei ausgedehnten oder wiederkehrenden Befunden kommen plastische Verfahren infrage, bei denen die Gesäßfalte abgeflacht und die Wunde verschlossen wird.
Nach einem minimalinvasiven Eingriff sind viele nach wenigen Tagen wieder im Alltag, nach größeren Operationen dauert es länger. Wichtig für den Erfolg ist die Nachsorge: Die Region sollte über längere Zeit haarfrei gehalten werden, weil nachwachsende Haare einen Rückfall begünstigen.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Untersuchung
1 TerminBegutachtung der Gesäßfalte, oft mit Ultraschall, um die Ausdehnung der Gänge einzuschätzen.
- 02
Behandlung eines akuten Abszesses
Bei Bedarf sofortIst die Stelle akut entzündet und eitrig, wird sie zunächst eröffnet und entlastet. Die eigentliche Behandlung folgt nach dem Abklingen.
- 03
Eingriff
Rund 15 bis 60 MinutenMinimalinvasive Verfahren meist in örtlicher Betäubung, größere Operationen in Narkose.
- 04
Erste Tage danach
Rund 1 bis 7 TageSchonung, Schmerzmittel bei Bedarf und Wundpflege. Duschen ist meist bald wieder möglich.
- 05
Wundheilung
Rund 2 bis 6 Wochen, bei offener Wunde längerRegelmäßige Wundkontrollen und Rasur oder Haarentfernung in der Umgebung der Wunde.
- 06
Nachsorge
Über MonateDie Region wird weiter haarfrei gehalten, um Rückfällen vorzubeugen; dafür kommt auch eine Laser-Haarentfernung infrage.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Wiederholte Schwellungen, Schmerzen oder Nässen in der Gesäßfalte
- Kleine, begrenzte Befunde, bei denen ein minimalinvasiver Eingriff möglich ist
- Wunsch nach kurzer Ausfallzeit
- Bereitschaft zur konsequenten Haarentfernung in der Nachsorge
- Rückfall nach einer früheren Behandlung, der neu beurteilt werden soll
SPRICHT DAGEGEN
- Akuter, eitriger Abszess — er wird zuerst eröffnet, die geplante Behandlung folgt später
- Sehr ausgedehnte oder mehrfach wiederkehrende Befunde, bei denen ein plastisches Verfahren geeigneter sein kann
- Keine Beschwerden und nur ein kleiner, ruhiger Befund, der beobachtet werden kann
- Keine Möglichkeit, die Region in der Nachsorge haarfrei zu halten
- Wunsch nach einem Verfahren mit möglichst geringem Rückfallrisiko, unabhängig von der Ausfallzeit
Was das Verfahren kostet
Die operative Behandlung ist in Österreich, Deutschland und der Schweiz bei medizinischem Grund Kassenleistung. Als Privatleistung werden für minimalinvasive Verfahren wie Pit Picking oder Laser in Deutschland meist rund 1.000 bis 1.500 € je Sitzung genannt.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Verfahren: Pit Picking, Laser, offene Wundheilung oder plastische Operation
- Örtliche Betäubung oder Narkose
- Aufenthalt: ambulant oder stationär
- Nachsorge wie Laser-Haarentfernung, die meist privat ist
VERSICHERUNG
In Österreich, Deutschland und der Schweiz übernehmen die Kassen die Operation der Steißbeinfistel bei medizinischem Grund. In Deutschland rechnen viele Einrichtungen auch minimalinvasive und Laserverfahren über die gesetzliche Kasse ab, andere bieten den Laser nur privat an; die Laser-Haarentfernung zur Nachsorge ist meist selbst zu bezahlen. Private Versicherungen und Zusatzversicherungen zahlen je nach Tarif. Klären Sie die Übernahme vorab mit Ihrer Kasse und lassen Sie sich Privatleistungen schriftlich aufstellen.
Welche Wege es sonst gibt
Häufige Fragen
Meist bohren sich Haare in die Haut der Gesäßfalte und lösen eine chronische Entzündung mit Gängen und Hohlräumen aus. Starke Behaarung und langes Sitzen gelten als begünstigend.
Ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem nur die kleinen Hautöffnungen und die entzündeten Gänge entfernt werden. Er erfolgt meist in örtlicher Betäubung und hinterlässt kleine Wunden.
Nach minimalinvasiven Eingriffen meist rund zwei bis sechs Wochen. Bei offener Wundheilung nach größerem Ausschneiden gehen die Angaben auseinander, von rund vier Wochen bis zu mehreren Monaten.
Nach minimalinvasiven Verfahren oft nach wenigen Tagen bis zwei Wochen, abhängig von der Tätigkeit. Nach größeren Operationen dauert es meist länger.
Ja, Rückfälle sind bei allen Verfahren möglich, nach minimalinvasiven Eingriffen etwas häufiger. Eine konsequente Haarentfernung in der Nachsorge senkt das Risiko deutlich.
Die Operation ist bei medizinischem Grund Kassenleistung. Laserverfahren und Laser-Haarentfernung sind je nach Einrichtung und Land teilweise privat zu bezahlen.
Eine schmerzhafte, gerötete und geschwollene Stelle sollte zeitnah ärztlich versorgt werden. Meist wird der Abszess zunächst eröffnet, die eigentliche Behandlung folgt nach dem Abklingen.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
ANFRAGE
Wer führt dieses Verfahren durch?
Sagen Sie uns Fachbereich, Behandlung und Region. Wir leiten Ihre Anfrage an eine Praxis weiter, die das Verfahren durchführt und für Sie erreichbar ist.
Anfrage startenETWA ZWEI MINUTEN · OHNE ANMELDUNG · KEINE DIAGNOSEN ABGEFRAGT