Schnellender Finger
Beim schnellenden Finger wird das verengte Ringband, durch das die Beugesehne gleitet, in einem kurzen Eingriff gespalten, damit die Sehne wieder frei laufen kann. Die Behandlung kommt infrage, wenn ein Finger beim Strecken hängen bleibt, schnappt oder schmerzt und Schonung oder eine Kortisonspritze nicht dauerhaft helfen.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Schnellender Finger bedeutet
Die Beugesehnen der Finger laufen durch kleine Bänder, die Ringbänder, die sie am Knochen führen. Verdickt sich die Sehne oder verengt sich das Ringband, bleibt die Sehne hängen. Der Finger schnappt dann beim Strecken plötzlich los oder bleibt gebeugt stehen.
Zunächst wird oft konservativ behandelt: Schonung, eine Schiene oder eine Kortisonspritze in die Sehnenscheide. Das hilft häufig, die Beschwerden kommen aber nicht selten wieder. Dann wird das Ringband operativ gespalten.
Bei der Operation wird über einen kleinen Schnitt in der Handfläche das verengte Ringband durchtrennt. Die Sehne kann danach wieder frei gleiten, die Führung übernehmen die übrigen Ringbänder. Im Unterschied zur Spritze wird so die Ursache der Engstelle beseitigt.
Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung, Sie sind wach. Das Schnappen ist meist direkt danach verschwunden. Der Finger soll schon am Tag der Operation bewegt werden, damit die Sehne nicht verklebt.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Untersuchung
1 TerminTasten und Bewegen des Fingers, meist genügt das für die Einschätzung. Selten ist ein Ultraschall nötig.
- 02
Konservativer Versuch
Einige WochenSchonung, Schiene oder Kortisonspritze. Kehren die Beschwerden wieder, wird eine Operation besprochen.
- 03
Operation
10 bis 30 MinutenAmbulante Spaltung des Ringbands in örtlicher Betäubung über einen kleinen Schnitt.
- 04
Erste Tage
Etwa 1 WocheHand hochlagern, Finger von Beginn an bewegen. Ein leichter Verband schützt die Wunde.
- 05
Fäden ziehen
Nach 10 bis 14 TagenWundkontrolle und Entfernung der Fäden. Bei Bedarf folgen einige Termine Handtherapie.
- 06
Volle Belastung
Nach etwa 4 bis 6 WochenSchweres Heben und kräftiges Greifen sind wieder möglich, wenn die Narbe fest ist.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Finger schnappt oder bleibt beim Strecken hängen
- Beschwerden kehren nach einer Kortisonspritze wieder
- Finger lässt sich nur mit der anderen Hand strecken
- Schmerzen an der Beugeseite am Fingergrund, die den Alltag stören
- Wunsch nach einer dauerhaften Lösung
SPRICHT DAGEGEN
- Beginnende Beschwerden, die mit Schonung abklingen
- Wunsch, zuerst eine Spritze zu versuchen
- Keine Möglichkeit, die Hand einige Tage zu schonen
- Finger lässt sich wegen tastbarer Stränge in der Handfläche dauerhaft nicht strecken, das spricht eher für ein anderes Krankheitsbild
- Beschwerden, deren Ursache noch nicht geklärt ist
Was das Verfahren kostet
Bei medizinischer Notwendigkeit übernimmt die Kasse den Eingriff. Privat werden in Österreich Preise ab rund 1.000 bis 1.200 € genannt, je nach Klinik und Betäubung auch bis rund 2.000 €. Veröffentlichte Preise sind selten.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Zahl der betroffenen Finger
- Art der Betäubung und Operationssaal
- Honorar bei Wahl- oder Privatärztin beziehungsweise Wahl- oder Privatarzt
- Nachsorge und Handtherapie
VERSICHERUNG
In Österreich, Deutschland und der Schweiz ist die Spaltung des Ringbands bei entsprechenden Beschwerden Kassenleistung. Bei Wahlärztinnen und Wahlärzten in Österreich wird ein Teil des Kassentarifs erstattet, Zusatzversicherungen übernehmen oft den Rest. Klären Sie die Kostenübernahme vorab und lassen Sie sich private Anteile als schriftlichen Kostenvoranschlag geben.
Häufige Fragen
Oft ja, zumindest für eine Zeit. Die Beschwerden kehren aber nicht selten wieder, dann ist die Operation die dauerhaftere Lösung.
Meist 10 bis 30 Minuten in örtlicher Betäubung. Sie gehen danach nach Hause.
Bei Büroarbeit oft nach wenigen Tagen bis zwei Wochen, bei körperlicher Arbeit meist nach zwei bis vier Wochen oder länger.
In der Regel ja, schon direkt nach dem Eingriff. Eine gewisse Steifheit kann noch einige Wochen bestehen.
Frühe Bewegung verhindert, dass die Sehne im Heilungsgewebe verklebt. Die Hand wird dabei geschont, aber nicht ruhiggestellt.
Nach der Operation ist das am selben Finger selten. An anderen Fingern kann das Problem aber neu auftreten.
Ja, bei entsprechenden Beschwerden. Zusatzkosten entstehen vor allem bei Wahl- oder Privatärztinnen und -ärzten.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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