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Schmerztherapie

Die interventionelle Schmerztherapie an der Wirbelsäule umfasst gezielte Injektionen an Nervenwurzeln oder kleinen Wirbelgelenken sowie die Verödung schmerzleitender Nervenäste, meist unter Bildkontrolle. Sie kommt infrage bei anhaltenden Rücken- oder ausstrahlenden Schmerzen, wenn Physiotherapie und Medikamente nicht ausreichen und eine Operation nicht nötig oder nicht gewünscht ist.

Schmerztherapie
BEHANDLUNGSDAUERJe Behandlung rund 10 bis 30 Minuten, oft 1 bis 4 Termine
AUFENTHALTKeiner, ambulante Termine
WIEDER EINSATZFÄHIGMeist am nächsten Tag
KOSTENRAHMENOft Kassenleistung, privat rund 100 bis 500 € je Injektion

Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.

Was Schmerztherapie bedeutet

Bei Injektionen an der Nervenwurzel, oft PRT genannt, wird ein Gemisch aus örtlichem Betäubungsmittel und meist Kortison unter CT- oder Röntgenkontrolle direkt an die gereizte Nervenwurzel gespritzt. Bei Facetteninfiltrationen wird ähnlich an den kleinen Wirbelgelenken behandelt.

Bringen Testinjektionen an den kleinen Wirbelgelenken eine deutliche Linderung, kann eine Radiofrequenz-Denervation folgen. Dabei werden die feinen Nervenäste, die Schmerzen aus diesen Gelenken weiterleiten, mit Wärme verödet. Die Wirkung ist zeitlich begrenzt, bei erneuten Beschwerden kann die Behandlung wiederholt werden.

Im Unterschied zu einer Operation wird die Ursache, etwa ein Bandscheibenvorfall oder Verschleiß, nicht beseitigt. Ziel ist, Schmerzen so weit zu lindern, dass Bewegung und Physiotherapie wieder möglich werden. Die Studienlage ist je nach Verfahren unterschiedlich, für die Radiofrequenz-Denervation beschreibt die Leitlinie die Evidenz als sehr niedrig bis moderat.

Als Patient liegen Sie für die Behandlung meist auf dem Bauch, die Einstichstelle wird örtlich betäubt. Nach der Behandlung sollten Sie einige Stunden nicht selbst Auto fahren. Bei CT-gesteuerten Eingriffen kommt Röntgenstrahlung zum Einsatz.

Wie der Ablauf aussieht

  1. 01

    Abklärung

    1 bis 2 Termine

    Untersuchung und aktuelle Bildgebung, um die Schmerzquelle einzugrenzen. Besprochen wird, welches Verfahren infrage kommt.

  2. 02

    Vorbereitung

    Wenige Minuten

    Lagerung, Desinfektion und örtliche Betäubung der Einstichstelle. Die Nadelposition wird per CT oder Röntgen geplant.

  3. 03

    Injektion oder Verödung

    Rund 10 bis 30 Minuten

    Das Medikament wird gezielt an Nervenwurzel oder Wirbelgelenk gebracht bzw. der Nervenast mit Wärme verödet.

  4. 04

    Kurze Überwachung

    Rund 30 bis 60 Minuten

    Beobachtung nach dem Eingriff. Danach gehen Sie nach Hause, sollten aber nicht selbst fahren.

  5. 05

    Wiederholung

    Oft im Abstand von 1 bis 2 Wochen

    Injektionen werden häufig in einer kurzen Serie gegeben, die Zahl richtet sich nach der Wirkung.

  6. 06

    Begleitende Therapie

    Über Wochen

    Die gewonnene Linderung wird für Physiotherapie und Muskelaufbau genutzt, um die Wirkung zu stabilisieren.

Für wen das Verfahren infrage kommt

SPRICHT DAFÜR

  • Ausstrahlende Schmerzen durch eine gereizte Nervenwurzel, die trotz konservativer Behandlung anhalten
  • Rückenschmerzen, die von den kleinen Wirbelgelenken ausgehen und auf Testinjektionen ansprechen
  • Wunsch, eine Operation zu vermeiden oder hinauszuzögern
  • Schmerzen, die Physiotherapie und Bewegung derzeit verhindern
  • Bildgebung, die zu den Beschwerden passt

SPRICHT DAGEGEN

  • Nervenausfälle oder Befunde, die eine rasche Operation erfordern
  • Infektionen im Körper oder an der Einstichstelle
  • Gerinnungsstörungen oder Unverträglichkeiten, die gegen eine Injektion sprechen können
  • Schwangerschaft bei CT-gesteuerten Eingriffen
  • Erwartung einer dauerhaften Heilung durch eine einzelne Spritze

Was das Verfahren kostet

Für eine Nervenwurzelinjektion werden in Deutschland rund 100 bis 300 € je Behandlung genannt, bei CT-Steuerung kommen etwa 200 € für die Bildgebung hinzu. Radiofrequenz-Denervationen sind aufwendiger und entsprechend teurer. In Österreich und der Schweiz richten sich die Preise nach Einrichtung und Versicherungsstatus.

WOVON DER PREIS ABHÄNGT

  • Art des Verfahrens: Injektion oder Verödung
  • Bildsteuerung per CT oder Röntgen
  • Zahl der Behandlungen und Segmente
  • Behandlung in Praxis, Institut oder Klinik

VERSICHERUNG

In Deutschland zahlt die gesetzliche Kasse Injektionen an der Wirbelsäule unter bestimmten Voraussetzungen, etwa mit Überweisung durch eine schmerztherapeutisch qualifizierte Ärztin oder einen entsprechenden Arzt; ohne diese wird teils privat abgerechnet. In Österreich und der Schweiz werden medizinisch begründete Eingriffe in der Regel von Kasse bzw. Grundversicherung getragen, bei Wahlärzten erhalten Sie in Österreich nur einen Teil zurück. Klären Sie die Übernahme vorab mit Ihrer Kasse und lassen Sie sich bei Selbstzahlung einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.

Häufige Fragen

Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.

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