Nasennebenhöhlen minimalinvasiv
Bei der minimalinvasiven Nebenhöhlenoperation werden die engen Abflusswege der Nasennebenhöhlen durch die Nasenlöcher mit einem Endoskop erweitert, ohne äußere Schnitte. Sie kommt infrage, wenn Nebenhöhlenentzündungen immer wiederkehren oder dauerhaft bestehen und Nasenspray, Spülungen und Medikamente nicht ausreichend helfen.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Nasennebenhöhlen minimalinvasiv bedeutet
Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Räume im Schädel, die über schmale Gänge in die Nase münden. Schwellen diese Gänge dauerhaft zu, kann Sekret nicht abfließen und Entzündungen kehren immer wieder. Ziel der Operation ist, die natürlichen Wege so zu erweitern, dass die Höhlen wieder belüftet werden.
Beim üblichen Verfahren, der funktionellen endoskopischen Nebenhöhlenchirurgie, arbeitet die Operateurin oder der Operateur mit einer dünnen Kamera und feinen Instrumenten durch die Nasenlöcher. Krankes Gewebe und Polypen werden entfernt, gesunde Schleimhaut wird geschont. Bei ausgewählten Befunden kann ein Engpass auch mit einem kleinen Ballon aufgedehnt werden, ohne Gewebe zu entfernen.
Früher wurden die Nebenhöhlen teils über Schnitte im Mund oder im Gesicht eröffnet. Der Weg durch die Nase ist heute Standard und schont die Strukturen deutlich mehr. Die Ballonerweiterung eignet sich nur für einzelne, klar umschriebene Engstellen, nicht für ausgeprägte Polypen.
Nach dem Eingriff ist die Nase einige Tage bis Wochen verstopft, es kann etwas blutiges Sekret kommen. Regelmäßige Nasenspülungen und Kontrollen gehören zur Heilung dazu. Bis die Schleimhaut vollständig abgeheilt ist, vergehen meist einige Wochen.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Untersuchung
1 bis 2 TermineNasenspiegelung und meist eine Schichtaufnahme der Nebenhöhlen. Sie zeigt, welche Abflusswege betroffen sind.
- 02
Planung
Einige Wochen vorherBesprechung des Vorgehens, der Narkose und der Nachsorge. Oft wird vorher noch einmal eine medikamentöse Behandlung ausgeschöpft.
- 03
Operation
1 bis 2 StundenEingriff meist in Vollnarkose durch die Nasenlöcher. Viele Praxen verzichten heute auf große Tamponaden.
- 04
Aufenthalt
Ambulant bis einige NächteKleinere Eingriffe sind ambulant möglich, bei größerem Umfang bleiben Sie ein oder mehrere Nächte. Die Angaben der Kliniken gehen hier auseinander.
- 05
Nachsorge
Etwa 3 bis 5 WochenNasenspülungen, Reinigung der Nase in der Praxis und Kontrollen. Sport und Flugreisen meist erst nach drei bis vier Wochen.
- 06
Langfristige Kontrolle
Über einige MonateWeitere Termine, bis die Schleimhaut stabil abgeheilt ist. Bei Polypen ist oft eine dauerhafte Pflege der Nase nötig.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Nebenhöhlenentzündungen, die immer wiederkehren
- Dauerhaft verstopfte Nase mit Druckgefühl trotz ausgeschöpfter Behandlung
- Polypen, die mit Medikamenten nicht ausreichend kleiner werden
- In der Bildgebung sichtbare Engstellen der Abflusswege
- Einzelne, klar umschriebene Engpässe, bei denen eine Ballonerweiterung infrage kommt
SPRICHT DAGEGEN
- Beschwerden, die vor allem von einer Allergie ausgehen
- Kurzzeitige Entzündung, die mit Medikamenten gut abheilt
- Verstopfte Nase allein durch eine schiefe Nasenscheidewand
- Keine Möglichkeit für regelmäßige Nachsorge in den Wochen danach
- Erwartung, dass nach der Operation keine Pflege der Nase mehr nötig ist
Was das Verfahren kostet
Bei medizinischer Notwendigkeit übernimmt die Kasse die Operation. Privat werden in Österreich Preise ab rund 2.500 € genannt, je nach Umfang, Klinik und Übernachtungen auch rund 4.000 bis 5.000 €. Veröffentlichte Preise sind selten und gehen auseinander.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Zahl der betroffenen Nebenhöhlen und Umfang der Polypen
- Kombination mit einer Korrektur der Nasenscheidewand
- Ambulant oder mit Übernachtungen
- Klinik, Narkose und Nachsorgetermine
VERSICHERUNG
In Österreich, Deutschland und der Schweiz ist die Operation bei entsprechender Notwendigkeit Kassenleistung. Bei Wahlärztinnen und Wahlärzten oder in Privatkliniken bleibt ein Eigenanteil, den eine Sonderklassen- oder Zusatzversicherung teils übernimmt. Eine Ballonerweiterung wird nicht überall gleich abgerechnet. Klären Sie die Kostenübernahme vorab mit Ihrer Kasse und lassen Sie sich bei privaten Anteilen einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.
Häufige Fragen
Nein, der Eingriff erfolgt durch die Nasenlöcher. Von außen ist danach nichts zu sehen.
Meist etwa ein bis zwei Wochen, je nach Umfang und Tätigkeit. Sport und Flugreisen sollten oft drei bis vier Wochen warten.
Das hängt vom Vorgehen ab. Viele Praxen verzichten heute weitgehend darauf oder verwenden weiche, selbstauflösende Materialien.
Bei der Ballonerweiterung wird ein Engpass nur aufgedehnt, ohne Gewebe zu entfernen. Sie eignet sich für einzelne Engstellen, nicht für ausgeprägte Polypen.
Das ist möglich, vor allem bei bestimmten entzündlichen Formen. Regelmäßige Pflege der Nase und Kontrollen helfen, das früh zu erkennen.
Bei medizinischer Notwendigkeit ja. Zusatzkosten entstehen vor allem bei Wahlärztinnen und Wahlärzten oder in Privatkliniken.
In den ersten Tagen ist sie meist verstopft. Mit Spülungen bessert sich das schrittweise, bis zur vollständigen Heilung vergehen meist einige Wochen.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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