Medikamentöse Therapie bei Haarausfall
Bei der medikamentösen Therapie wird erblich bedingter Haarausfall mit Lösungen zum Auftragen oder mit Tabletten gebremst, die direkt an der Haarwurzel ansetzen. Sie kommt infrage, wenn der Haarausfall früh behandelt oder ein bestehender Zustand erhalten werden soll, auch begleitend zu einer Haartransplantation.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Medikamentöse Therapie bei Haarausfall bedeutet
Für erblich bedingten Haarausfall gibt es nur wenige Wirkstoffe, deren Wirkung in Studien gut belegt ist. Eingesetzt werden vor allem eine Lösung oder ein Schaum zum Auftragen auf die Kopfhaut und Tabletten, die den Einfluss bestimmter Hormone auf die Haarwurzel verringern. Welche Möglichkeit infrage kommt, hängt unter anderem von Geschlecht, Art des Haarausfalls und Verträglichkeit ab und wird ärztlich festgelegt.
Die Mittel wirken, indem sie die Wachstumsphase der Haare verlängern oder das Schrumpfen der Haarwurzeln bremsen. Ziel ist zuerst, den Haarausfall aufzuhalten, bei einem Teil der Behandelten werden die Haare auch wieder dichter.
Im Unterschied zu einer Haartransplantation wird kein Haar umverteilt, sondern der vorhandene Bestand erhalten. Die Wirkung hält nur an, solange die Mittel angewendet werden. Wird die Behandlung beendet, fallen die Haare meist innerhalb einiger Monate wieder auf den früheren Stand zurück.
Sichtbare Veränderungen zeigen sich frühestens nach drei bis sechs Monaten, die volle Wirkung oft erst nach etwa einem Jahr. Zu Beginn kann es vorübergehend zu verstärktem Haarausfall kommen. Mögliche Nebenwirkungen sollten vorab ärztlich besprochen werden.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Abklärung
1 bis 2 TermineUntersuchung von Kopfhaut und Haaren, bei Bedarf Blutuntersuchung, um andere Ursachen des Haarausfalls auszuschließen.
- 02
Auswahl der Behandlung
1 TerminBesprechung der Möglichkeiten, der zu erwartenden Wirkung und möglicher Nebenwirkungen. Tabletten sind verschreibungspflichtig.
- 03
Beginn der Anwendung
TäglichDie Mittel werden nach Anleitung zu Hause angewendet. In den ersten Wochen kann der Haarausfall vorübergehend zunehmen.
- 04
Erste Beurteilung
Nach etwa 3 bis 6 MonatenKontrolle, ob der Haarausfall gebremst ist, oft mit Vergleichsfotos.
- 05
Langfristige Fortführung
Dauerhaft, Kontrolle etwa jährlichDie Behandlung wird fortgesetzt, solange sie wirken soll. Nach dem Absetzen geht die Wirkung meist innerhalb einiger Monate verloren.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Erblich bedingter Haarausfall in einem frühen oder mittleren Stadium
- Wunsch, den vorhandenen Haarbestand zu erhalten
- Bereitschaft zu einer dauerhaften, regelmäßigen Anwendung
- Begleitend zu einer Haartransplantation, um die nicht verpflanzten Haare zu erhalten
- Geduld für eine Wirkung, die sich erst nach Monaten zeigt
SPRICHT DAGEGEN
- Haarausfall, dessen Ursache noch nicht ärztlich abgeklärt ist
- Große, bereits vollständig kahle Flächen — dort wachsen kaum neue Haare
- Wunsch nach einer einmaligen Behandlung ohne dauerhafte Anwendung
- Kinderwunsch oder Schwangerschaft, bei denen manche Mittel nicht angewendet werden dürfen
- Schlechte Verträglichkeit, etwa Reizungen der Kopfhaut
Was das Verfahren kostet
Für die Mittel selbst werden in Deutschland meist rund 15 bis 40 € im Monat für Lösungen zum Auftragen und rund 25 bis 50 € je Monatspackung für Tabletten genannt, in Österreich und der Schweiz liegen die Preise in einem ähnlichen Bereich. Dazu kommen Kosten für ärztliche Abklärung und Kontrollen, die in Privatordinationen gesondert berechnet werden.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Art des Mittels: Lösung, Schaum oder Tabletten
- Nachahmerpräparat oder Originalpräparat
- Kombination mehrerer Mittel
- Häufigkeit ärztlicher Kontrollen und Laboruntersuchungen
VERSICHERUNG
Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall werden von der gesetzlichen Kasse in Österreich und Deutschland und von der Grundversicherung in der Schweiz in der Regel nicht bezahlt, in Deutschland sind Mittel zur Verbesserung des Haarwuchses ausdrücklich ausgeschlossen. Die ärztliche Abklärung der Ursache kann bei einem Kassenarzt eine Kassenleistung sein. Klären Sie vorab mit Ihrer Kasse, welche Untersuchungen übernommen werden.
Häufige Fragen
Erste Veränderungen zeigen sich meist nach drei bis sechs Monaten. Die volle Wirkung wird oft erst nach etwa einem Jahr beurteilt.
Die Wirkung hält nur bei fortgesetzter Anwendung. Nach dem Absetzen fällt der Haarbestand meist innerhalb einiger Monate auf den Stand zurück, den er ohne Behandlung gehabt hätte.
Manche Mittel stoßen in den ersten Wochen Haare aus, die sich bereits in der Ruhephase befinden. Das ist meist vorübergehend und kein Zeichen, dass die Behandlung nicht wirkt.
Für die Mittel meist rund 15 bis 50 € im Monat, dazu kommen ärztliche Termine. Weil die Behandlung dauerhaft ist, summieren sich die Kosten über die Jahre.
Möglich sind je nach Mittel Reizungen der Kopfhaut oder hormonell bedingte Nebenwirkungen. Welche Risiken im Einzelfall bestehen, sollte vor Beginn ärztlich besprochen werden.
Für Frauen kommen vor allem Mittel zum Auftragen infrage, manche Tabletten sind nur für Männer zugelassen. Die Auswahl erfolgt ärztlich.
Ja, häufig wird das sogar empfohlen. Die Mittel helfen, die nicht verpflanzten eigenen Haare zu erhalten.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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