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Knorpeltherapie

Knorpeltherapie umfasst operative Verfahren, mit denen umschriebene Knorpelschäden, vor allem im Knie, repariert oder mit körpereigenem Gewebe aufgefüllt werden. Sie kommt infrage, wenn ein begrenzter Knorpeldefekt Beschwerden macht, das Gelenk insgesamt aber noch nicht fortgeschritten verschlissen ist.

Knorpeltherapie
BEHANDLUNGSDAUER1 bis 2 Eingriffe, je rund 1 bis 2 Stunden
AUFENTHALTAmbulant oder stationär, meist 1 bis 4 Nächte
WIEDER EINSATZFÄHIGMeist nach 3 bis 6 Monaten
KOSTENRAHMENOft Kassenleistung, privat rund 15.000 bis 30.000 €

Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.

Was Knorpeltherapie bedeutet

Gelenkknorpel heilt kaum von selbst. Knorpeltherapien sollen einen umschriebenen Schaden so auffüllen, dass die Gelenkfläche wieder glatt belastbar wird und fortschreitender Verschleiß möglichst verzögert wird.

Bei kleinen Defekten wird der Knochen unter dem Schaden angebohrt, damit Zellen aus dem Knochenmark ein Ersatzgewebe bilden, teils abgedeckt mit einer Membran. Bei größeren Defekten werden eigene Knorpelzellen entnommen, im Labor über rund drei bis sechs Wochen vermehrt und in einem zweiten Eingriff eingesetzt. Alternativ können kleine Knorpel-Knochen-Zylinder aus wenig belasteten Bereichen verpflanzt werden.

Im Unterschied zum Gelenkersatz bleibt das eigene Gelenk erhalten. Die Verfahren eignen sich aber nur für begrenzte Schäden, nicht für einen flächigen Verschleiß des ganzen Gelenks.

Als Patient brauchen Sie vor allem Geduld: Meist darf das Bein rund sechs Wochen nur teilweise belastet werden, das neue Gewebe reift über viele Monate. Stoßbelastende Sportarten sind oft erst nach etwa einem Jahr oder später wieder möglich.

Wie der Ablauf aussieht

  1. 01

    Abklärung

    1 bis 2 Termine

    Untersuchung und Bildgebung, meist MRT, um Größe und Lage des Schadens zu bestimmen. Auch Achsfehlstellungen und Bandstabilität werden beurteilt.

  2. 02

    Gelenkspiegelung

    Rund 1 Stunde

    Bei kleinen Defekten wird oft direkt behandelt. Für eine Zelltransplantation wird dabei eine kleine Knorpelprobe entnommen.

  3. 03

    Zellzüchtung

    Rund 3 bis 6 Wochen

    Nur bei der Zelltransplantation: Im Labor werden die eigenen Knorpelzellen vermehrt und auf ein Trägermaterial gebracht.

  4. 04

    Einsetzen

    1 bis 2 Stunden

    Das Transplantat wird in den vorbereiteten Defekt eingebracht. Je nach Verfahren ambulant oder mit wenigen Tagen im Krankenhaus.

  5. 05

    Teilbelastung

    Meist rund 6 Wochen

    Gehen mit Stützen und nur geringer Belastung, dazu Bewegungsübungen. Oft wird eine Motorschiene eingesetzt.

  6. 06

    Aufbautraining

    Mehrere Monate

    Schrittweiser Muskelaufbau, zunächst mit Radfahren und Schwimmen. Laufsport und Ballsport folgen erst nach ärztlicher Freigabe.

Für wen das Verfahren infrage kommt

SPRICHT DAFÜR

  • Umschriebener Knorpelschaden, etwa nach einem Unfall oder bei einer lokalen Schädigung
  • Gelenk ist abgesehen vom Defekt noch gut erhalten
  • Anhaltende Beschwerden trotz Physiotherapie
  • Wunsch, das eigene Gelenk möglichst lange zu erhalten
  • Bereitschaft zu einer langen, konsequenten Nachbehandlung

SPRICHT DAGEGEN

  • Flächiger, fortgeschrittener Verschleiß des gesamten Gelenks
  • Unbehandelte Achsfehlstellung oder Bandinstabilität, die den Knorpel weiter belasten würden
  • Keine Möglichkeit, das Bein über Wochen zu entlasten
  • Wunsch nach rascher Rückkehr zu Sport mit Sprüngen und Richtungswechseln
  • Beschwerden, die sich mit konservativer Behandlung gut beherrschen lassen

Was das Verfahren kostet

Die Angaben gehen je nach Verfahren weit auseinander. Für eine Knorpelzelltransplantation werden in Deutschland rund 15.000 bis 30.000 € genannt, allein die Zellzüchtung kostet nach Angaben aus Österreich rund 8.000 bis 13.000 €. Verfahren mit Anbohren des Knochens sind deutlich günstiger.

WOVON DER PREIS ABHÄNGT

  • Verfahren: Knochenmarkstimulation, Knorpel-Knochen-Transfer oder Zelltransplantation
  • Größe und Lage des Defekts
  • Ein oder zwei Eingriffe
  • Ambulante oder stationäre Behandlung und Nachsorge

VERSICHERUNG

In Deutschland und Österreich werden Knorpeltherapien einschließlich bestimmter Zelltransplantationen bei passender Indikation von den Kassen bezahlt, teils nach vorherigem Antrag. In der Schweiz ist für Zelltransplantationen häufig eine Kostengutsprache im Einzelfall nötig. Eine Zusatzversicherung kann Wahlarzt oder Privatklinik abdecken. Klären Sie die Übernahme vorab mit Ihrer Kasse und lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.

Häufige Fragen

Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.

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