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Hörimplantate

Hörimplantate sind operativ eingesetzte Hörsysteme, die Schall über das Innenohr, das Mittelohr oder den Schädelknochen weiterleiten, wo ein herkömmliches Hörgerät nicht mehr ausreicht. Sie kommen infrage, wenn Hörgeräte trotz guter Anpassung zu wenig Sprachverstehen bringen oder aus anatomischen Gründen nicht getragen werden können.

Hörimplantate
BEHANDLUNGSDAUEROperation meist 1 bis 3 Stunden
AUFENTHALTKnochenverankert oft ambulant, Innenohrimplantat meist 1 bis 4 Nächte
WIEDER EINSATZFÄHIGAlltag nach wenigen Tagen, Hörtraining über Monate
KOSTENRAHMENKassenleistung, privat für ein Innenohrimplantat rund 30.000 bis 45.000 €

Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.

Was Hörimplantate bedeutet

Es gibt mehrere Arten von Hörimplantaten. Ein Innenohrimplantat, auch Cochlea-Implantat genannt, wandelt Schall in elektrische Impulse um und reizt den Hörnerv direkt. Mittelohrimplantate bringen die Gehörknöchelchen oder das Innenohr in Schwingung. Knochenverankerte Systeme leiten den Schall über den Schädelknochen zum Innenohr.

Alle Systeme bestehen aus einem inneren Teil, der operativ eingesetzt wird, und einem äußeren Audioprozessor, der hinter dem Ohr oder am Kopf getragen wird. Welches System passt, hängt von der Art des Hörverlusts ab: Innenohrschäden, Schallleitungsstörungen oder einseitige Taubheit brauchen jeweils andere Lösungen.

Ein Hörgerät verstärkt den Schall im Gehörgang. Wenn das Innenohr stark geschädigt ist, bringt reine Verstärkung aber kaum noch Sprachverstehen. Hier umgeht ein Implantat den geschädigten Teil des Ohrs.

Nach der Operation heilt die Wunde einige Wochen, bevor der Prozessor eingeschaltet wird. Beim Innenohrimplantat klingt vieles anfangs ungewohnt und mechanisch. Das Gehirn lernt über Monate, die neuen Signale zu deuten, unterstützt durch Hörtraining und mehrere Anpassungstermine.

Wie der Ablauf aussieht

  1. 01

    Voruntersuchungen

    Mehrere Termine

    Hörtests mit und ohne Hörgerät, Bildgebung und Beratung. Geklärt wird, welches System infrage kommt.

  2. 02

    Operation

    1 bis 3 Stunden

    Einsetzen des Implantats meist in Vollnarkose über einen Schnitt hinter dem Ohr.

  3. 03

    Aufenthalt und Heilung

    Ambulant bis einige Nächte

    Knochenverankerte Systeme werden oft ambulant eingesetzt, nach einem Innenohrimplantat bleiben Sie meist einige Tage. Danach heilt die Wunde einige Wochen.

  4. 04

    Erstanpassung

    Nach etwa 3 bis 6 Wochen

    Der Audioprozessor wird aufgesetzt und erstmals eingestellt. Die Lautstärke wird schrittweise erhöht.

  5. 05

    Hörtraining

    Einige Monate

    Regelmäßige Einstellungen und Training, beim Innenohrimplantat oft im Rahmen einer Reha. So verbessert sich das Sprachverstehen schrittweise.

  6. 06

    Nachsorge

    Dauerhaft, meist jährlich

    Kontrollen von Implantat und Prozessor. Der äußere Prozessor wird nach einigen Jahren erneuert.

Für wen das Verfahren infrage kommt

SPRICHT DAFÜR

  • Hörgeräte bringen trotz guter Anpassung zu wenig Sprachverstehen
  • Starker bis an Taubheit grenzender Hörverlust im Innenohr
  • Hörgeräte können wegen Gehörgangsproblemen nicht getragen werden
  • Einseitige Taubheit oder bestimmte Schallleitungsstörungen
  • Bereitschaft zu Hörtraining und regelmäßiger Nachsorge

SPRICHT DAGEGEN

  • Hörgeräte bringen noch ausreichend Nutzen
  • Keine Möglichkeit, die Termine für Anpassung und Training wahrzunehmen
  • Erwartung, sofort wie früher zu hören
  • Wunsch nach einer Lösung ohne Operation
  • Allgemeine Gesundheit lässt eine Narkose derzeit nicht zu

Was das Verfahren kostet

Ein Innenohrimplantat kostet einschließlich Operation und erster Reha in Deutschland meist rund 30.000 bis 45.000 €, in der Schweiz rund 50.000 bis 60.000 CHF je Ohr. Für Mittelohrimplantate werden rund 10.000 bis 30.000 € genannt, für knochenverankerte Systeme rund 3.000 bis 5.000 €.

WOVON DER PREIS ABHÄNGT

  • Art des Implantats
  • Ein- oder beidseitige Versorgung
  • Reha, Hörtraining und Zahl der Anpassungen
  • Zubehör, Batterien und späterer Prozessortausch

VERSICHERUNG

In Österreich und Deutschland übernimmt die Kasse bei erfüllten Voraussetzungen die gesamte Versorgung mit Voruntersuchung, Operation, Implantat, Anpassung und Reha. In der Schweiz wird die Operation über die Grundversicherung abgerechnet, am Prozessor und am Hörtraining beteiligen sich je nach Lebenssituation die Invalidenversicherung oder die AHV, teils mit Eigenanteil. Klären Sie die Kostenübernahme vorab mit Ihrer Kasse und lassen Sie sich mögliche Eigenanteile schriftlich bestätigen.

Häufige Fragen

Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.

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