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Herz-CT

Das Herz-CT ist eine Computertomographie der Herzkranzgefäße, mit der Verkalkungen gemessen und Engstellen sichtbar gemacht werden können. Es kommt vor allem infrage, wenn Beschwerden oder Risikofaktoren abgeklärt werden sollen und eine Herzkatheteruntersuchung möglichst vermieden werden soll.

Der Nutzen des Herz-CT ist je nach Personengruppe unterschiedlich gut belegt; ohne Beschwerden und bei niedrigem Risiko ist er fraglich. Die Untersuchung arbeitet mit Röntgenstrahlung.

Herz-CT
BEHANDLUNGSDAUERWenige Minuten im Gerät, Termin rund 30 bis 60 Minuten
AUFENTHALTKeiner, ambulant
WIEDER EINSATZFÄHIGSofort
KOSTENRAHMENBei Indikation Kassenleistung, privat rund 150 bis 800 €

Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.

Was Herz-CT bedeutet

Beim Herz-CT werden in wenigen Sekunden Schichtbilder des Herzens aufgenommen. Man unterscheidet zwei Teile: die Messung des Kalks in den Herzkranzgefäßen ohne Kontrastmittel und die Darstellung der Gefäße mit Kontrastmittel, die sogenannte CT-Angiographie.

Der Kalkwert gibt einen Hinweis darauf, wie stark die Gefäße bereits verändert sind, und hilft bei der Einschätzung des Herzinfarktrisikos. Die CT-Angiographie zeigt, ob Gefäße verengt sind. Damit das Bild scharf wird, sollte das Herz langsam schlagen; manchmal wird dafür vorher ein Medikament gegeben.

Im Unterschied zur Herzkatheteruntersuchung wird kein Katheter über eine Arterie eingeführt. Das Herz-CT eignet sich besonders gut, um eine Erkrankung der Herzkranzgefäße auszuschließen. Zeigt es eine deutliche Verengung, ist oft doch ein Katheter nötig, über den dann auch behandelt werden kann.

Die Untersuchung arbeitet mit Röntgenstrahlung. Die Dosis liegt bei der reinen Kalkmessung meist bei rund 0,5 bis 1,5 Millisievert, bei der Gefäßdarstellung je nach Gerät und Protokoll höher; die Angaben gehen hier auseinander. Beim Kontrastmittel spüren viele kurz ein Wärmegefühl.

Wie der Ablauf aussieht

  1. 01

    Ärztliche Überweisung und Besprechung

    1 Termin

    Klärung, ob Kalkmessung, Gefäßdarstellung oder beides sinnvoll ist, meist bei Hausarzt, Internistin oder Kardiologe.

  2. 02

    Vorbereitung

    Am Untersuchungstag

    Aktuelle Nieren- und Schilddrüsenwerte mitbringen, auf Kaffee und anregende Getränke vorher verzichten. Bei hohem Puls wird ein Medikament gegeben.

  3. 03

    Kalkmessung

    Wenige Minuten

    Aufnahme ohne Kontrastmittel, bei der der Kalk in den Herzkranzgefäßen gemessen wird.

  4. 04

    Gefäßdarstellung

    Wenige Minuten

    Falls vorgesehen, wird Kontrastmittel über eine Vene gegeben und die Gefäße werden in einem Atemanhalt aufgenommen.

  5. 05

    Auswertung und Befund

    Einige Stunden bis wenige Tage

    Die Bilder werden aufwendig ausgewertet und das Ergebnis mit Ihnen oder der zuweisenden Ärztin besprochen.

Für wen das Verfahren infrage kommt

SPRICHT DAFÜR

  • Unklare Brustbeschwerden, bei denen eine Erkrankung der Herzkranzgefäße ausgeschlossen werden soll
  • Mittleres Risiko, bei dem der Kalkwert eine Therapieentscheidung erleichtern kann
  • Wunsch, eine Herzkatheteruntersuchung nach Möglichkeit zu vermeiden
  • Vorbereitung vor bestimmten Herzoperationen
  • Ärztliche Empfehlung nach Abwägung von Nutzen und Strahlung

SPRICHT DAGEGEN

  • Keine Beschwerden und niedriges Risiko — dann ist der Nutzen fraglich
  • Bereits bekannte Erkrankung der Herzkranzgefäße, bei der das Ergebnis nichts ändert
  • Wunsch nach regelmäßigen Wiederholungen zur reinen Kontrolle
  • Bekannte Unverträglichkeit von jodhaltigem Kontrastmittel ohne Absprache
  • Akute starke Brustschmerzen — dann ist die Notaufnahme der richtige Weg

Was das Verfahren kostet

Für die Kalkmessung werden in Deutschland für Selbstzahler meist rund 150 bis 350 € genannt, für ein vollständiges Herz-CT mit Gefäßdarstellung rund 400 bis 800 €. In Österreich beginnen private Angebote für die Kalkmessung bei rund 500 €, in der Schweiz werden für die Kalkmessung rund 450 bis 500 CHF genannt.

WOVON DER PREIS ABHÄNGT

  • Nur Kalkmessung oder zusätzlich Gefäßdarstellung
  • Kontrastmittel und Vorbereitung
  • Befundung und Befundgespräch
  • Standort und Art der Einrichtung

VERSICHERUNG

In Deutschland ist das Herz-CT seit 2025 Kassenleistung, wenn eine Erkrankung der Herzkranzgefäße mit mindestens mittlerer Wahrscheinlichkeit vermutet wird oder eine Herzoperation geplant ist; eine reine Vorsorge ohne Anlass bleibt privat. In Österreich und der Schweiz übernehmen Kasse und Grundversicherung die Untersuchung in der Regel nur bei medizinischer Begründung, oft nach vorheriger Bewilligung. Private Zusatzversicherungen zahlen je nach Tarif. Klären Sie die Übernahme vorab mit Ihrer Kasse und lassen Sie sich die Kosten schriftlich nennen.

Häufige Fragen

Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.

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