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Hämorrhoiden minimalinvasiv

Bei der minimalinvasiven Hämorrhoidenbehandlung werden vergrößerte Gefäßpolster am Darmausgang durch Gummibandligatur, Verödung oder Laser verkleinert, ohne großen Schnitt. Sie kommt infrage, wenn Hämorrhoiden trotz Salben und angepasster Ernährung Beschwerden wie Blutungen, Jucken oder Vorfall machen.

Blut am Stuhl sollte immer ärztlich abgeklärt werden, auch wenn Hämorrhoiden bekannt sind. Bei starker Blutung, Fieber oder starken Schmerzen suchen Sie bitte umgehend eine Ärztin, einen Arzt oder die Notaufnahme auf.

Hämorrhoiden minimalinvasiv
BEHANDLUNGSDAUERLigatur wenige Minuten, Laser rund 30 Minuten
AUFENTHALTAmbulant
WIEDER EINSATZFÄHIGNach Ligatur meist sofort, nach Laser meist nach 2 bis 7 Tagen
KOSTENRAHMENLigatur Kassenleistung, Laser privat rund 1.800 bis 2.500 €

Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.

Was Hämorrhoiden minimalinvasiv bedeutet

Hämorrhoiden sind Gefäßpolster, die jeder Mensch hat und die beim Abdichten des Darmausgangs helfen. Beschwerden entstehen, wenn sie sich vergrößern oder nach außen treten. Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß: Leichte Formen werden mit Salben und Stuhlregulierung behandelt, bei stärkeren kommen minimalinvasive Verfahren infrage.

Bei der Gummibandligatur wird ein kleines Gummiband über dem Knoten angelegt, das Gewebe fällt nach einigen Tagen ab und vernarbt. Bei der Verödung wird ein Mittel eingespritzt. Bei der Laserbehandlung erhitzt eine dünne Sonde das Gewebe von innen, sodass es schrumpft, ohne entfernt zu werden.

Im Unterschied zur klassischen Operation, bei der Gewebe ausgeschnitten wird und offene Wunden entstehen, sind die Beschwerden danach meist geringer und die Erholung kürzer. Dafür kommen Hämorrhoiden nach minimalinvasiven Verfahren eher wieder als nach einer klassischen Operation.

Die Ligatur wird ohne Narkose in der Praxis durchgeführt, oft sind mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Wochen nötig. Der Laser erfolgt meist in Dämmerschlaf, Vollnarkose oder örtlicher Betäubung. Danach ist ein Druckgefühl oder eine leichte Schwellung für einige Tage üblich.

Wie der Ablauf aussieht

  1. 01

    Untersuchung

    1 Termin

    Abtasten und Spiegelung des Enddarms, um das Ausmaß einzuschätzen und andere Ursachen der Beschwerden auszuschließen.

  2. 02

    Vorbereitung

    Am Behandlungstag

    Bei der Ligatur meist keine besondere Vorbereitung, beim Laser gegebenenfalls ein Einlauf und Nüchternheit für die Narkose.

  3. 03

    Behandlung

    Wenige Minuten bis rund 30 Minuten

    Anlegen der Gummibänder, Verödung oder Laserbehandlung, je nach gewähltem Verfahren.

  4. 04

    Erste Tage danach

    Rund 1 bis 7 Tage

    Druckgefühl oder leichte Schmerzen sind häufig und mit üblichen Schmerzmitteln gut behandelbar. Weicher Stuhl ist wichtig.

  5. 05

    Mögliche weitere Sitzungen

    Im Abstand von 4 bis 6 Wochen

    Bei der Ligatur sind oft zwei bis vier Sitzungen nötig, bis alle Knoten behandelt sind.

  6. 06

    Kontrolle

    Nach rund 6 bis 8 Wochen

    Beurteilung des Ergebnisses und Besprechung, wie Rückfällen vorgebeugt werden kann.

Für wen das Verfahren infrage kommt

SPRICHT DAFÜR

  • Wiederkehrende Blutungen oder Jucken trotz Salben und Stuhlregulierung
  • Hämorrhoiden, die beim Pressen austreten und von selbst oder mit Nachhelfen zurückgehen
  • Wunsch nach einem Eingriff mit kurzer Erholungszeit
  • Abgeklärte Ursache der Blutung
  • Bereitschaft, mit Ernährung und Stuhlgewohnheiten Rückfällen vorzubeugen

SPRICHT DAGEGEN

  • Leichte Beschwerden, die sich mit Salben und ballaststoffreicher Ernährung bessern
  • Sehr ausgeprägte, dauerhaft vorgefallene Hämorrhoiden — hier ist oft eine klassische Operation geeigneter
  • Noch nicht abgeklärte Blutung am Darmausgang
  • Akute Entzündung oder Thrombose am Darmausgang, die zuerst abklingen sollte
  • Wunsch nach einem Verfahren mit möglichst geringem Rückfallrisiko

Was das Verfahren kostet

Die Gummibandligatur und die Verödung sind in der Regel Kassenleistungen. Für die Laserbehandlung werden in Deutschland für Selbstzahler rund 1.900 bis 2.500 € genannt, in Österreich beginnen Angebote bei Wahlärzten bei rund 1.800 €. Für die Schweiz sind Preise für die Laserbehandlung seltener veröffentlicht.

WOVON DER PREIS ABHÄNGT

  • Verfahren: Ligatur, Verödung oder Laser
  • Art der Betäubung: örtlich, Dämmerschlaf oder Vollnarkose
  • Zahl der Sitzungen
  • Kassenordination, Wahlarzt oder Privatklinik

VERSICHERUNG

In Österreich, Deutschland und der Schweiz übernehmen die Kassen die Gummibandligatur, die Verödung und die klassische Operation bei medizinischem Grund. Die Laserbehandlung ist in Deutschland keine reguläre Kassenleistung, einige gesetzliche Kassen zahlen sie über Sonderverträge; private Versicherungen übernehmen sie oft. In Österreich wird sie meist als Wahlarztleistung angeboten, die Kasse erstattet nur einen kleinen Teil, Zusatzversicherungen je nach Tarif mehr. Klären Sie die Übernahme vorab mit Ihrer Kasse und lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.

Häufige Fragen

Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.

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