Haartransplantation FUE
Bei der Haartransplantation mit der FUE-Methode werden einzelne Haarwurzelgruppen am Hinterkopf entnommen und in lichte oder kahle Stellen eingesetzt. Sie kommt vor allem bei erblich bedingtem Haarausfall infrage, wenn am Hinterkopf genug Spenderhaar vorhanden ist und der Haarausfall sich nicht mehr rasch verändert.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Haartransplantation FUE bedeutet
FUE steht für Follicular Unit Extraction. Dabei werden sogenannte Grafts, kleine Gruppen aus einem bis vier Haaren samt Wurzel, einzeln mit feinen Hohlnadeln am Hinterkopf entnommen. Die Haare dort sind meist nicht vom erblichen Haarausfall betroffen.
Die Grafts werden anschließend in winzige Kanäle an den lichten Stellen eingesetzt, etwa am Haaransatz, an den Geheimratsecken oder am Oberkopf. Richtung und Dichte werden so geplant, dass das Ergebnis natürlich wirkt.
Im Unterschied zur älteren Streifenmethode wird kein Hautstreifen herausgeschnitten, es entsteht keine lange Narbe, sondern viele kleine, punktförmige Narben. Die Zahl der Haare insgesamt nimmt nicht zu, sie werden nur umverteilt. Der fortschreitende Haarausfall der nicht verpflanzten Haare geht weiter.
Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und ist schmerzarm. In den ersten Tagen bilden sich Krusten, die Kopfhaut kann geschwollen und taub sein. Einige Wochen später fallen die verpflanzten Haare meist vorübergehend aus, das neue Wachstum beginnt nach etwa drei Monaten, das Endergebnis ist nach rund 12 Monaten zu beurteilen.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Beratung und Planung
1 TerminBeurteilung von Haarausfall und Spenderbereich, Festlegung der Zahl der Grafts und des Haaransatzes.
- 02
Entnahme
Einige StundenNach örtlicher Betäubung werden die Grafts einzeln am Hinterkopf entnommen. Der Spenderbereich wird dafür meist kurz rasiert.
- 03
Einsetzen
Einige StundenDie Grafts werden in vorbereitete feine Kanäle im Empfängerbereich gesetzt. Der ganze Eingriff dauert je nach Umfang meist drei bis sieben Stunden.
- 04
Heilung
1 bis 2 WochenKrusten lösen sich nach etwa einer bis zwei Wochen, Schwellungen klingen ab. Sport und Sauna sind meist einige Wochen tabu.
- 05
Vorübergehender Haarausfall
Nach etwa 2 bis 8 WochenDie verpflanzten Haare fallen oft aus, die Wurzeln bleiben erhalten. Das ist ein normaler Teil des Verlaufs.
- 06
Nachwachsen und Kontrolle
Ab etwa 3 Monaten, Ergebnis nach 9 bis 12 MonatenDie Haare wachsen schrittweise nach und werden kräftiger. Das Ergebnis wird bei einer Kontrolle beurteilt.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Erblich bedingter Haarausfall, etwa Geheimratsecken oder lichter Oberkopf
- Ausreichend dichtes Spenderhaar am Hinterkopf
- Haarausfall, der sich seit einiger Zeit nur langsam verändert
- Realistische Erwartungen an Dichte und Zahl der Grafts
- Bereitschaft, auch die nicht verpflanzten Haare weiter zu behandeln
SPRICHT DAGEGEN
- Zu wenig Spenderhaar am Hinterkopf
- Haarausfall, dessen Ursache noch nicht abgeklärt ist
- Sehr rasch fortschreitender oder kreisrunder Haarausfall
- Erwartung einer Dichte wie vor dem Haarausfall bei großer kahler Fläche
- Wunsch nach einem Ergebnis innerhalb weniger Wochen
Was das Verfahren kostet
In Österreich und Deutschland werden meist rund 2 bis 5 € je Graft genannt, für einen Eingriff insgesamt häufig rund 3.000 bis 10.000 €, bei großen Flächen auch mehr. In der Schweiz liegen die Preise höher, oft bei umgerechnet rund 5.000 bis 15.000 €. Die Angaben je Graft gehen zwischen den Anbietern deutlich auseinander.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Zahl der benötigten Grafts
- Größe der zu behandelnden Fläche
- Erfahrung des Teams und Anteil ärztlicher Arbeit
- Enthaltene Nachsorge und Kontrolltermine
VERSICHERUNG
Eine Haartransplantation bei erblichem Haarausfall gilt in Österreich, Deutschland und der Schweiz als ästhetische Behandlung und wird von Kasse bzw. Grundversicherung nicht bezahlt. Ausnahmen sind allenfalls bei Haarverlust nach Unfällen oder Erkrankungen mit medizinischer Begründung möglich. Private Zusatzversicherungen schließen solche Eingriffe meist aus. Lassen Sie sich vorab einen schriftlichen Kostenvoranschlag mit der geplanten Graftzahl geben.
Häufige Fragen
Das hängt von der Größe der Fläche, der gewünschten Dichte und dem Spenderhaar ab. Für Geheimratsecken werden oft deutlich weniger Grafts geplant als für einen lichten Oberkopf, eine seriöse Zahl lässt sich nur nach einer Untersuchung nennen.
In Österreich und Deutschland meist rund 3.000 bis 10.000 €, in der Schweiz mehr. Entscheidend ist vor allem die Zahl der Grafts.
Er erfolgt unter örtlicher Betäubung und ist schmerzarm. Unangenehm ist vor allem das Setzen der Betäubung, danach sind leichte Schmerzmittel oft ausreichend.
Die ersten neuen Haare zeigen sich meist nach etwa drei Monaten. Das Endergebnis lässt sich nach rund 9 bis 12 Monaten beurteilen, teils auch später.
Ohne Kundenkontakt oft schon nach wenigen Tagen. Wer Wert darauf legt, dass nichts mehr zu sehen ist, plant meist ein bis zwei Wochen ein.
Haare vom Hinterkopf sind meist wenig vom erblichen Haarausfall betroffen und halten oft viele Jahre. Die umliegenden eigenen Haare können aber weiter ausfallen.
Am Hinterkopf bleiben viele kleine punktförmige Narben, die bei normaler Haarlänge meist nicht auffallen. Bei sehr kurz rasiertem Haar können sie sichtbar sein.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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