Grauer Star mit Premiumlinsen
Bei der Operation des Grauen Stars wird die getrübte eigene Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt, bei Premiumlinsen durch eine Linse mit zusätzlichen Eigenschaften, etwa für mehrere Sehdistanzen oder gegen eine Hornhautverkrümmung. Sie kommt infrage, wenn der Graue Star operiert werden soll und Sie danach möglichst wenig auf eine Brille angewiesen sein möchten.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Grauer Star mit Premiumlinsen bedeutet
Beim Grauen Star trübt sich die natürliche Linse im Auge, das Sehen wird verschwommen und blendempfindlich. Die einzige wirksame Behandlung ist eine Operation, bei der die Linse zerkleinert, abgesaugt und durch eine Kunstlinse ersetzt wird.
Die Standardlinse ist eine Einstärkenlinse. Sie wird meist auf gutes Sehen in die Ferne eingestellt, für die Nähe braucht man danach eine Lesebrille. Premiumlinsen bieten mehr: Mehrstärkenlinsen (multifokal) teilen das Licht auf mehrere Distanzen auf, Linsen mit erweiterter Tiefenschärfe (EDOF) decken Ferne und mittlere Distanz ab, torische Linsen gleichen eine Hornhautverkrümmung aus.
Die Operation selbst unterscheidet sich kaum von der mit Standardlinse. Der Unterschied liegt in der Linse und in einer genaueren Vermessung vorab. Mehrstärkenlinsen können mehr Unabhängigkeit von der Brille bringen, führen aber häufiger zu Lichthöfen oder Blendung bei Nacht.
Der Eingriff erfolgt meist unter Betäubungstropfen und ist schmerzarm. Viele sehen schon am nächsten Tag deutlich besser. Bei Mehrstärkenlinsen braucht das Gehirn oft einige Wochen bis Monate, um sich an das neue Sehen zu gewöhnen.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Voruntersuchung und Linsenberatung
1 bis 2 TermineUntersuchung des Auges, Vermessung von Hornhaut und Augenlänge und Besprechung, welche Linse zu Ihren Sehgewohnheiten passt.
- 02
Operation des ersten Auges
Rund 15 bis 30 MinutenUnter örtlicher Betäubung wird die getrübte Linse über einen kleinen Schnitt entfernt und die Kunstlinse eingesetzt. Danach geht es meist nach einigen Stunden nach Hause.
- 03
Kontrolle
Am Tag danachDas Auge wird untersucht, danach folgen einige Wochen mit Augentropfen.
- 04
Operation des zweiten Auges
Meist nach einigen Tagen bis WochenDas zweite Auge wird in der Regel an einem eigenen Termin operiert.
- 05
Eingewöhnung und Nachkontrollen
Einige Wochen bis MonateDie Sehschärfe stabilisiert sich, bei Mehrstärkenlinsen gewöhnt sich das Gehirn schrittweise an die neue Linse. Eine eventuell nötige Brille wird erst danach angepasst.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Ein Grauer Star, der das Sehen im Alltag spürbar einschränkt
- Wunsch, nach der Operation für Ferne und Nähe möglichst wenig Brille zu brauchen
- Eine Hornhautverkrümmung, die gleich mit ausgeglichen werden soll
- Sonst gesunde Netzhaut und Hornhaut
- Bereitschaft, den Aufpreis für die Linse selbst zu tragen
SPRICHT DAGEGEN
- Erkrankungen von Netzhaut oder Sehnerv, bei denen Mehrstärkenlinsen weniger Vorteil bringen
- Viel Autofahren bei Nacht, wenn Lichthöfe sehr stören würden
- Zufriedenheit mit einer Lesebrille für die Nähe
- Hohe Ansprüche an Kontrastsehen, etwa bei feiner Detailarbeit
- Wenig Geduld für eine Eingewöhnungszeit von einigen Wochen
Was das Verfahren kostet
Die Operation mit Standardlinse bezahlt die Kasse. Für Premiumlinsen werden in Deutschland als Aufpreis meist rund 250 bis 600 € je Auge für torische, 400 bis 800 € für multifokale und 600 bis 900 € für EDOF-Linsen genannt, in Österreich rund 300 bis 1.000 € je Auge. In der Schweiz liegen die Aufpreise deutlich höher, je nach Linse bei rund 800 bis 2.300 CHF und darüber je Auge — die Angaben gehen hier stark auseinander.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Linsentyp: torisch, multifokal, EDOF oder Kombination
- Zusätzliche Vermessungen vor der Operation
- Operation mit Femtosekundenlaser statt von Hand
- Operation im Spital mit Kasse oder in einer Privatordination
VERSICHERUNG
In Österreich, Deutschland und der Schweiz übernimmt die gesetzliche Kasse bzw. die Grundversicherung die Operation mit einer Standardlinse. Den Aufpreis für Premiumlinsen und Zusatzleistungen wie eine Laserunterstützung tragen Sie in der Regel selbst. In Österreich kann eine torische Linse bei stärkerer Hornhautverkrümmung teils von der Kasse übernommen werden, private Zusatzversicherungen decken je nach Tarif mehr ab. Lassen Sie sich vorab einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben und klären Sie die Übernahme mit Ihrer Kasse.
Häufige Fragen
Die Standardlinse ist auf eine Distanz eingestellt, meist die Ferne, für die Nähe braucht man eine Lesebrille. Premiumlinsen decken mehrere Distanzen ab oder gleichen zusätzlich eine Hornhautverkrümmung aus.
Als Aufpreis meist rund 250 bis 1.000 € je Auge in Österreich und Deutschland, in der Schweiz deutlich mehr. Die Operation selbst bezahlt die Kasse.
Viele kommen mit Mehrstärkenlinsen im Alltag ohne Brille aus, bei manchen Tätigkeiten kann aber weiterhin eine Brille nötig sein. Das hängt von Linsentyp, Auge und Sehgewohnheiten ab.
Häufiger treten Lichthöfe und Blendung bei Dunkelheit auf, und das Kontrastsehen kann etwas geringer sein. Oft lässt das nach einigen Monaten nach, weil sich das Gehirn anpasst.
In der Regel nicht. Meist wird zuerst ein Auge operiert und das zweite einige Tage bis Wochen später.
Einige Zeit nach der Operation kann sich die Kapsel hinter der Kunstlinse eintrüben. Das lässt sich ambulant mit einem kurzen Lasereingriff behandeln.
Erst nach ärztlicher Freigabe, wenn die Sehschärfe ausreicht. Das ist oft nach einigen Tagen bis wenigen Wochen der Fall.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
ANFRAGE
Wer führt dieses Verfahren durch?
Sagen Sie uns Fachbereich, Behandlung und Region. Wir leiten Ihre Anfrage an eine Praxis weiter, die das Verfahren durchführt und für Sie erreichbar ist.
Anfrage startenETWA ZWEI MINUTEN · OHNE ANMELDUNG · KEINE DIAGNOSEN ABGEFRAGT