Gelenkersatz Knie
Beim Gelenkersatz am Knie werden abgenutzte Gelenkflächen durch eine Prothese aus Metall und Kunststoff ersetzt, entweder vollständig oder nur in einem Teil des Gelenks. Das Verfahren kommt infrage, wenn fortgeschrittener Gelenkverschleiß den Alltag deutlich einschränkt und andere Behandlungen nicht mehr ausreichend helfen.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Gelenkersatz Knie bedeutet
Bei einer Knieprothese werden die geschädigten Gelenkflächen an Oberschenkel und Schienbein entfernt und durch Komponenten aus Metall ersetzt. Dazwischen sitzt eine Gleitfläche aus Kunststoff, die die Aufgabe des Knorpels übernimmt. Je nach Ausmaß des Verschleißes wird das ganze Gelenk ersetzt oder nur ein Teil davon.
Die Operation erfolgt in Voll- oder Teilnarkose. Die Teile werden passgenau am Knochen befestigt, meist mit Knochenzement, teils auch ohne. Schon am Tag der Operation oder kurz danach beginnt die Bewegungstherapie.
Im Unterschied zu Spritzen, Physiotherapie oder gelenkerhaltenden Eingriffen wird die Ursache des Schmerzes, die abgenutzte Gelenkfläche, dauerhaft ersetzt. Deshalb wird der Gelenkersatz in der Regel erst empfohlen, wenn konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind.
Als Patient brauchen Sie in den ersten Wochen Gehstützen und eine konsequente Rehabilitation, meist über rund drei Wochen. Bis sich das Knie vertraut anfühlt und die volle Belastbarkeit erreicht ist, vergehen oft mehrere Monate.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Abklärung und Beratung
1 bis 2 TermineUntersuchung, Röntgenbilder und Besprechung, ob ein Teil- oder Vollersatz infrage kommt. Auch Alternativen werden besprochen.
- 02
Vorbereitung
Einige Wochen vorherVoruntersuchungen für die Narkose und Planung der Prothese. Gezieltes Muskeltraining vor der Operation kann die Erholung erleichtern.
- 03
Operation
1 bis 2 StundenDie geschädigten Gelenkflächen werden entfernt und die Prothese eingesetzt. Danach folgt die Überwachung auf der Station.
- 04
Krankenhausaufenthalt
Meist 5 bis 10 TageErste Übungen und Aufstehen oft schon am Operationstag oder am Tag danach. Sie lernen den Umgang mit Gehstützen.
- 05
Rehabilitation
Meist rund 3 WochenStationär oder ambulant mit Physiotherapie, Muskelaufbau und Gangschule. Ziel ist, im Alltag wieder selbstständig und ohne Hilfsmittel zu gehen.
- 06
Nachkontrollen
Nach Wochen, dann in größeren AbständenKontrolle von Wundheilung, Beweglichkeit und Sitz der Prothese, später regelmäßige Verlaufskontrollen.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Fortgeschrittener Gelenkverschleiß, der auf Röntgenbildern deutlich sichtbar ist
- Schmerzen, die Gehstrecke, Schlaf oder Alltag spürbar einschränken
- Physiotherapie, Medikamente und Spritzen helfen nicht mehr ausreichend
- Bereitschaft zu einer mehrwöchigen Rehabilitation
- Wunsch nach einer dauerhaften Lösung statt wiederholter Behandlungen
SPRICHT DAGEGEN
- Beschwerden sind noch mild und gut mit konservativen Mitteln zu bewältigen
- Akute Entzündungen oder Infektionen im Körper, die zuerst behandelt werden müssen
- Allgemeinzustand, der eine größere Operation und Narkose derzeit zu belastend macht
- Wunsch nach Sportarten mit abrupten Richtungswechseln und Sprüngen
- Keine Möglichkeit, die Rehabilitation konsequent mitzumachen
Was das Verfahren kostet
Für Selbstzahler werden in Deutschland rund 8.000 bis 16.000 € für Operation, Prothese, Aufenthalt und Nachsorge genannt. In Österreich und der Schweiz hängen die Kosten stark von Klinik und Versicherungsklasse ab und werden meist erst per individuellem Kostenvoranschlag beziffert.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Teil- oder Vollersatz und Art der Prothese
- Dauer des Krankenhausaufenthalts
- Öffentliches Krankenhaus oder Privatklinik
- Umfang von Rehabilitation und Nachsorge
VERSICHERUNG
Bei medizinischer Notwendigkeit ist der Gelenkersatz in Österreich, Deutschland und der Schweiz eine Kassenleistung; in Deutschland fällt eine Zuzahlung je Krankenhaustag an. In öffentlichen Häusern kann es Wartezeiten geben. Eine Sonderklasse- oder Zusatzversicherung übernimmt je nach Vertrag Kosten in Privatkliniken, oft nach vorheriger Genehmigung. Lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben und klären Sie die Übernahme vorab mit Ihrer Versicherung.
Häufige Fragen
Meist rund eine Woche, die Angaben reichen von etwa fünf bis zehn Tagen. Danach folgt in der Regel eine Rehabilitation von rund drei Wochen.
Bei vielen Menschen nach etwa zwei bis drei Monaten. Bei körperlich schwerer Arbeit, viel Knien oder Hocken kann es länger dauern oder eine Anpassung der Tätigkeit nötig sein.
In den ersten Wochen nach der Operation, oft rund zwei bis sechs Wochen. Wie schnell Sie ohne Hilfsmittel gehen, hängt vom Verlauf und vom Training ab.
Eine Knieprothese hält oft viele Jahre, bei vielen Menschen für den Rest des Lebens. Belastung, Körpergewicht und Aktivität beeinflussen die Haltbarkeit.
Bei der Teilprothese wird nur der abgenutzte Bereich des Knies ersetzt, der Rest bleibt erhalten. Sie kommt nur infrage, wenn der Verschleiß auf einen Abschnitt begrenzt ist und die Bänder intakt sind.
Gut geeignet sind Radfahren, Schwimmen, Wandern und Nordic Walking. Sportarten mit Sprüngen und schnellen Richtungswechseln werden meist nicht empfohlen.
Wenn Sie problemlos ein- und aussteigen und die Pedale ohne Einschränkung bedienen können. Das ist meist nach einigen Wochen der Fall, klären Sie den Zeitpunkt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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