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Gelenkersatz Hüfte

Beim Gelenkersatz an der Hüfte werden Hüftkopf und Hüftpfanne durch eine Prothese ersetzt. Das Verfahren kommt infrage, wenn Verschleiß oder Schäden am Hüftgelenk dauerhaft Schmerzen verursachen und die Beweglichkeit trotz anderer Behandlungen stark eingeschränkt ist.

Gelenkersatz Hüfte
BEHANDLUNGSDAUEROperation meist 1 bis 2 Stunden
AUFENTHALTStationär, meist rund 5 bis 10 Nächte
WIEDER EINSATZFÄHIGMeist nach 2 bis 3 Monaten
KOSTENRAHMENKassenleistung, privat rund 7.000 bis 15.000 €

Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.

Was Gelenkersatz Hüfte bedeutet

Eine Hüftprothese setzt sich zusammen aus einer künstlichen Pfanne im Becken und einem Schaft mit Kugelkopf im Oberschenkelknochen. Gemeinsam übernehmen sie die Funktion des abgenutzten Gelenks. Der Hüftgelenkersatz gehört zu den häufigsten orthopädischen Operationen.

Die Teile werden je nach Knochenqualität mit oder ohne Knochenzement verankert. Es gibt verschiedene Zugangswege; einige schonen die Muskulatur stärker, eignen sich aber nicht für jede Ausgangslage.

Im Unterschied zu Physiotherapie, Schmerzmitteln oder Spritzen wird das geschädigte Gelenk vollständig ersetzt. Der Eingriff ist nicht umkehrbar und wird deshalb erst erwogen, wenn andere Maßnahmen nicht mehr ausreichen.

Als Patient stehen Sie meist schon am Tag nach der Operation mit Unterstützung auf. In den ersten Wochen gehen Sie an Gehstützen, nach rund sechs Wochen ist selbstständiges Gehen ohne Hilfsmittel häufig wieder möglich.

Wie der Ablauf aussieht

  1. 01

    Abklärung und Beratung

    1 bis 2 Termine

    Untersuchung, Röntgenbilder und Gespräch über Beschwerden, Erwartungen und Alternativen.

  2. 02

    Vorbereitung

    Einige Wochen vorher

    Voruntersuchungen, Narkosegespräch und Planung der Prothese. Eine gute Einstellung vorhandener Grunderkrankungen senkt das Risiko.

  3. 03

    Operation

    1 bis 2 Stunden

    Einsetzen von Pfanne und Schaft in Voll- oder Teilnarkose. Danach Überwachung auf der Station.

  4. 04

    Krankenhausaufenthalt

    Meist 5 bis 10 Tage

    Physiotherapie beginnt am Operationstag oder kurz danach. Sie üben Aufstehen, Gehen mit Stützen und Treppensteigen.

  5. 05

    Rehabilitation

    Meist rund 3 Wochen

    Stationär oder ambulant mit Muskelaufbau und Gangschulung. Anschließend oft weitere Physiotherapie.

  6. 06

    Nachkontrollen

    Nach Wochen, dann in größeren Abständen

    Kontrolle von Beweglichkeit und Sitz der Prothese sowie regelmäßige Verlaufskontrollen über die Jahre.

Für wen das Verfahren infrage kommt

SPRICHT DAFÜR

  • Deutlicher Verschleiß des Hüftgelenks in der Bildgebung
  • Schmerzen in Leiste oder Hüfte, die Gehen, Schlafen oder Anziehen erschweren
  • Konservative Behandlungen reichen nicht mehr aus
  • Bereitschaft zu Rehabilitation und anschließendem Training
  • Wunsch nach mehr Beweglichkeit und Selbstständigkeit im Alltag

SPRICHT DAGEGEN

  • Beschwerden, die mit Physiotherapie und Medikamenten noch gut beherrschbar sind
  • Akute Infektionen, die zuerst ausheilen müssen
  • Allgemeinzustand, der eine größere Operation derzeit zu belastend macht
  • Wunsch nach stoßbelastenden Sportarten mit abrupten Bewegungen
  • Keine Möglichkeit, Rehabilitation und Übungen konsequent umzusetzen

Was das Verfahren kostet

Für Selbstzahler werden in Deutschland rund 7.000 bis 15.000 € für Prothese, Operation, Aufenthalt und Nachsorge genannt. In der Schweiz liegen die Gesamtkosten deutlich höher und werden in Franken meist im höheren fünfstelligen Bereich angegeben; in Österreich erhalten Sie die Kosten für Privatkliniken meist per individuellem Kostenvoranschlag.

WOVON DER PREIS ABHÄNGT

  • Art der Prothese und Verankerung
  • Dauer des Krankenhausaufenthalts
  • Öffentliches Krankenhaus oder Privatklinik
  • Umfang von Rehabilitation und Nachsorge

VERSICHERUNG

Bei medizinischer Notwendigkeit übernehmen die Kassen in Österreich, Deutschland und der Schweiz die Kosten; in Deutschland fällt eine Zuzahlung je Krankenhaustag an, in der Schweiz gelten Franchise und Selbstbehalt. Eine Sonderklasse-, halbprivate oder private Zusatzversicherung ermöglicht je nach Vertrag freie Arztwahl und kürzere Wartezeiten. Lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben und klären Sie die Übernahme vorab mit Ihrer Versicherung.

Häufige Fragen

Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.

ANFRAGE

Wer führt dieses Verfahren durch?

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