Gelenkersatz Hüfte
Beim Gelenkersatz an der Hüfte werden Hüftkopf und Hüftpfanne durch eine Prothese ersetzt. Das Verfahren kommt infrage, wenn Verschleiß oder Schäden am Hüftgelenk dauerhaft Schmerzen verursachen und die Beweglichkeit trotz anderer Behandlungen stark eingeschränkt ist.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Gelenkersatz Hüfte bedeutet
Eine Hüftprothese setzt sich zusammen aus einer künstlichen Pfanne im Becken und einem Schaft mit Kugelkopf im Oberschenkelknochen. Gemeinsam übernehmen sie die Funktion des abgenutzten Gelenks. Der Hüftgelenkersatz gehört zu den häufigsten orthopädischen Operationen.
Die Teile werden je nach Knochenqualität mit oder ohne Knochenzement verankert. Es gibt verschiedene Zugangswege; einige schonen die Muskulatur stärker, eignen sich aber nicht für jede Ausgangslage.
Im Unterschied zu Physiotherapie, Schmerzmitteln oder Spritzen wird das geschädigte Gelenk vollständig ersetzt. Der Eingriff ist nicht umkehrbar und wird deshalb erst erwogen, wenn andere Maßnahmen nicht mehr ausreichen.
Als Patient stehen Sie meist schon am Tag nach der Operation mit Unterstützung auf. In den ersten Wochen gehen Sie an Gehstützen, nach rund sechs Wochen ist selbstständiges Gehen ohne Hilfsmittel häufig wieder möglich.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Abklärung und Beratung
1 bis 2 TermineUntersuchung, Röntgenbilder und Gespräch über Beschwerden, Erwartungen und Alternativen.
- 02
Vorbereitung
Einige Wochen vorherVoruntersuchungen, Narkosegespräch und Planung der Prothese. Eine gute Einstellung vorhandener Grunderkrankungen senkt das Risiko.
- 03
Operation
1 bis 2 StundenEinsetzen von Pfanne und Schaft in Voll- oder Teilnarkose. Danach Überwachung auf der Station.
- 04
Krankenhausaufenthalt
Meist 5 bis 10 TagePhysiotherapie beginnt am Operationstag oder kurz danach. Sie üben Aufstehen, Gehen mit Stützen und Treppensteigen.
- 05
Rehabilitation
Meist rund 3 WochenStationär oder ambulant mit Muskelaufbau und Gangschulung. Anschließend oft weitere Physiotherapie.
- 06
Nachkontrollen
Nach Wochen, dann in größeren AbständenKontrolle von Beweglichkeit und Sitz der Prothese sowie regelmäßige Verlaufskontrollen über die Jahre.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Deutlicher Verschleiß des Hüftgelenks in der Bildgebung
- Schmerzen in Leiste oder Hüfte, die Gehen, Schlafen oder Anziehen erschweren
- Konservative Behandlungen reichen nicht mehr aus
- Bereitschaft zu Rehabilitation und anschließendem Training
- Wunsch nach mehr Beweglichkeit und Selbstständigkeit im Alltag
SPRICHT DAGEGEN
- Beschwerden, die mit Physiotherapie und Medikamenten noch gut beherrschbar sind
- Akute Infektionen, die zuerst ausheilen müssen
- Allgemeinzustand, der eine größere Operation derzeit zu belastend macht
- Wunsch nach stoßbelastenden Sportarten mit abrupten Bewegungen
- Keine Möglichkeit, Rehabilitation und Übungen konsequent umzusetzen
Was das Verfahren kostet
Für Selbstzahler werden in Deutschland rund 7.000 bis 15.000 € für Prothese, Operation, Aufenthalt und Nachsorge genannt. In der Schweiz liegen die Gesamtkosten deutlich höher und werden in Franken meist im höheren fünfstelligen Bereich angegeben; in Österreich erhalten Sie die Kosten für Privatkliniken meist per individuellem Kostenvoranschlag.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Art der Prothese und Verankerung
- Dauer des Krankenhausaufenthalts
- Öffentliches Krankenhaus oder Privatklinik
- Umfang von Rehabilitation und Nachsorge
VERSICHERUNG
Bei medizinischer Notwendigkeit übernehmen die Kassen in Österreich, Deutschland und der Schweiz die Kosten; in Deutschland fällt eine Zuzahlung je Krankenhaustag an, in der Schweiz gelten Franchise und Selbstbehalt. Eine Sonderklasse-, halbprivate oder private Zusatzversicherung ermöglicht je nach Vertrag freie Arztwahl und kürzere Wartezeiten. Lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben und klären Sie die Übernahme vorab mit Ihrer Versicherung.
Häufige Fragen
Meist rund fünf bis zehn Tage. Danach schließt sich in der Regel eine Rehabilitation von etwa drei Wochen an.
Häufig nach rund sechs Wochen, wenn Muskeln und Gelenkkapsel ausreichend verheilt sind. Der genaue Zeitpunkt hängt vom Verlauf und von der Muskulatur ab.
Die Angaben liegen meist bei zwei bis drei Monaten. Bei körperlich schwerer Arbeit kann es länger dauern.
Eine Hüftprothese hält oft viele Jahre, häufig für den Rest des Lebens. Starke Belastung und Übergewicht können die Haltbarkeit verkürzen.
Das hängt vor allem von der Knochenqualität ab. Zementierte Teile sind sofort fest, zementfreie wachsen über einige Wochen in den Knochen ein.
In den ersten Wochen raten viele Kliniken von starkem Beugen, Überschlagen der Beine und tiefem Sitzen ab. Die genauen Regeln hängen vom Zugangsweg ab und werden vor der Entlassung erklärt.
Gehen, Radfahren und Schwimmen sind gut geeignet. Von Sportarten mit Sprüngen und plötzlichen Bewegungen wird meist abgeraten.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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