Ganzkörperdiagnostik
Bei der Ganzkörperdiagnostik wird meist mit einer Magnetresonanztomographie in einem Termin ein großer Teil des Körpers untersucht, oft ergänzt durch Blutwerte und ärztliches Gespräch. Sie wird vor allem von Menschen ohne Beschwerden nachgefragt, die sich einen Überblick wünschen; ihr Nutzen ist allerdings umstritten.
Der Nutzen einer Ganzkörperuntersuchung ohne Beschwerden ist nicht belegt. Häufig werden Zufallsbefunde gefunden, die weitere Untersuchungen nach sich ziehen, und radiologische Fachgesellschaften raten ohne Anlass meist davon ab.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Ganzkörperdiagnostik bedeutet
Die Ganzkörperdiagnostik ist ein Vorsorgepaket, dessen Kern meist eine MRT von Kopf, Hals, Brustkorb, Bauch, Becken und Wirbelsäule ist. Manche Angebote ergänzen Blutwerte, eine Messung des Kalks in den Herzkranzgefäßen oder ein ausführliches Abschlussgespräch.
Die MRT arbeitet ohne Röntgenstrahlung. Weil viele Regionen in einem Durchgang untersucht werden, ist die Untersuchung pro Region weniger ausführlich als eine gezielte MRT bei einer konkreten Frage; Kontrastmittel wird oft nicht gegeben.
Der Unterschied zu einer üblichen Untersuchung ist der fehlende Anlass. Genau darin liegt der Streitpunkt: Ein großer Teil der Untersuchten zeigt Auffälligkeiten, die meist harmlos sind, aber weitere Termine, Kosten und Sorgen auslösen. Die Schweizerische Gesellschaft für Radiologie lehnt solche Untersuchungen ohne Anlass ab, auch in Deutschland gilt die Präventions-MRT als umstritten.
Als Patient liegen Sie rund eine Stunde ruhig in der Röhre, es ist laut, Sie bekommen einen Gehörschutz. Ein unauffälliges Ergebnis ist eine Momentaufnahme und ersetzt keine empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen wie Darmspiegelung oder Mammographie.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Beratung
1 TerminGespräch über Erwartungen, Nutzen, Grenzen und den Umgang mit möglichen Zufallsbefunden.
- 02
Aufklärung und Fragebogen
Rund 15 bis 30 MinutenFragen zu Metallteilen, Implantaten und Vorerkrankungen, je nach Paket auch Blutabnahme.
- 03
Untersuchung im Gerät
Rund 45 bis 90 MinutenMehrere Körperregionen werden nacheinander aufgenommen, Sie liegen dabei ruhig.
- 04
Auswertung
Einige TageDie Bilder werden radiologisch beurteilt und ein schriftlicher Befund erstellt.
- 05
Befundgespräch
1 TerminBesprechung der Ergebnisse. Bei Auffälligkeiten wird besprochen, ob und welche weiteren Untersuchungen sinnvoll sind.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Bewusste Entscheidung nach Aufklärung über Nutzen und Grenzen
- Bereitschaft, mit Zufallsbefunden und möglichen Folgeuntersuchungen umzugehen
- Wunsch nach einer Untersuchung ohne Röntgenstrahlung
- Bereitschaft, die Kosten selbst zu tragen
- Ergänzung, nicht Ersatz, der empfohlenen Früherkennung
SPRICHT DAGEGEN
- Erwartung, damit Krankheiten zuverlässig ausschließen zu können
- Neigung zu starker Verunsicherung durch unklare Befunde
- Konkrete Beschwerden — dann ist eine gezielte Untersuchung der richtige Weg
- Metallteile oder Implantate, die nicht für die MRT zugelassen sind
- Wunsch, dadurch empfohlene Früherkennungsuntersuchungen zu ersetzen
Was das Verfahren kostet
In Deutschland werden für eine Ganzkörper-MRT meist rund 1.000 bis 1.800 € genannt, erweiterte Pakete liegen bei bis zu rund 2.500 €. In Österreich beginnen Angebote bei rund 1.400 €, in der Schweiz liegen sie meist bei rund 2.000 bis 3.000 CHF. Folgeuntersuchungen bei Auffälligkeiten sind darin nicht enthalten.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Umfang des Pakets und zusätzliche Module wie Blutwerte oder Kalkmessung
- Kontrastmittel ja oder nein
- Umfang von Befund und Arztgespräch
- Kosten möglicher Folgeuntersuchungen
VERSICHERUNG
Eine Ganzkörperuntersuchung ohne Beschwerden ist in Österreich, Deutschland und der Schweiz keine Kassenleistung. Einzelne private Zusatzversicherungen beteiligen sich je nach Tarif an Vorsorgeuntersuchungen. Klären Sie vorab, wer die Kosten für mögliche Folgeuntersuchungen trägt, und lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.
Häufige Fragen
Ohne Beschwerden ist ein Nutzen bisher nicht belegt. Radiologische Fachgesellschaften raten ohne Anlass meist ab, weil häufige Zufallsbefunde mehr Verunsicherung als Klarheit bringen können.
Sehr häufig; in Studien zeigte etwa ein Drittel der Untersuchten klärungsbedürftige Auffälligkeiten. Die meisten erweisen sich als harmlos, können aber weitere Untersuchungen auslösen.
Meist Kopf, Hals, Brustkorb, Bauch, Becken und Wirbelsäule. Spezielle Untersuchungen wie Herz- oder Brust-MRT sind darin in der Regel nicht in voller Tiefe enthalten.
Die MRT selbst nicht. Ist eine Kalkmessung am Herzen im Paket enthalten, ist dieser Teil mit geringer Röntgenstrahlung verbunden.
Nein. Empfohlene Programme wie Darmkrebs- oder Brustkrebsfrüherkennung bleiben wichtig, weil ihr Nutzen belegt ist.
Meist rund 1.000 bis 2.500 €, in der Schweiz rund 2.000 bis 3.000 CHF. Die Kasse zahlt ohne Anlass nichts dazu.
Das sollten Sie vorher klären. Folgeuntersuchungen mit medizinischem Grund übernimmt oft die Kasse, das ist aber nicht in jedem Fall so.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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