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Eizellvorsorge

Bei der Eizellvorsorge werden nach einer Hormonbehandlung unbefruchtete Eizellen entnommen und tiefgefroren, um sie später für eine künstliche Befruchtung nutzen zu können. Sie kommt infrage, wenn eine Behandlung die Fruchtbarkeit gefährden könnte oder, soweit das Recht es erlaubt, wenn der Kinderwunsch bewusst aufgeschoben wird.

Eizellvorsorge
BEHANDLUNGSDAUERRund 2 bis 3 Wochen je Zyklus
AUFENTHALTAmbulant, Entnahme in kurzer Narkose
WIEDER EINSATZFÄHIGMeist nach 1 bis 2 Tagen
KOSTENRAHMENRund 3.000 bis 6.000 € je Zyklus, plus Lagerung

Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.

Was Eizellvorsorge bedeutet

Bei der Eizellvorsorge, oft Kryokonservierung oder Social Freezing genannt, werden reife Eizellen durch sehr schnelles Einfrieren bei rund minus 196 Grad aufbewahrt. Die Qualität der Eizellen bleibt dabei auf dem Stand des Zeitpunkts, an dem sie entnommen wurden.

Der Ablauf entspricht der ersten Hälfte einer künstlichen Befruchtung: Hormone regen die Eierstöcke an, mehrere Eizellen reifen, und diese werden in kurzer Narkose abgesaugt. Statt sie zu befruchten, werden sie eingefroren. Später können sie aufgetaut, im Labor befruchtet und als Embryo übertragen werden.

Man unterscheidet die medizinische Vorsorge, etwa vor einer Chemotherapie oder Bestrahlung, und die Vorsorge ohne medizinischen Grund. Die Rechtslage ist in den drei Ländern verschieden: In Deutschland und der Schweiz sind beide Formen erlaubt. In Österreich ist das Einfrieren derzeit nur mit medizinischem Grund zulässig; der Verfassungsgerichtshof hat das Verbot aufgehoben, die Aufhebung wird mit 1. April 2027 wirksam, und die neuen Regeln muss der Gesetzgeber noch festlegen.

Wichtig ist eine realistische Erwartung: Eingefrorene Eizellen erhöhen die Chance auf ein späteres Kind, sind aber keine Gewähr dafür. Wie viel sie bringen, hängt stark vom Lebensalter bei der Entnahme und von der Zahl der gewonnenen Eizellen ab. Oft ist mehr als ein Zyklus nötig.

Wie der Ablauf aussieht

  1. 01

    Beratung und Untersuchung

    1 bis 2 Termine

    Gespräch über Ziele und Rechtslage, Ultraschall und Blutwerte zur Einschätzung der Eizellreserve.

  2. 02

    Hormonstimulation

    Rund 10 bis 14 Tage

    Tägliche Spritzen zu Hause und Kontrollen per Ultraschall und Blutabnahme alle paar Tage.

  3. 03

    Eizellentnahme

    Rund 15 bis 30 Minuten

    Die Eizellen werden in kurzer Narkose über die Scheide abgesaugt. Danach ruhen Sie einige Stunden, eine Begleitperson für den Heimweg ist sinnvoll.

  4. 04

    Einfrieren

    Am Tag der Entnahme

    Reife Eizellen werden im Labor durch Schnellgefrieren konserviert. Sie erfahren, wie viele Eizellen eingefroren werden konnten.

  5. 05

    Lagerung

    Über Jahre, jährlich verlängert

    Die Eizellen werden in flüssigem Stickstoff gelagert. In der Schweiz ist die Lagerdauer gesetzlich begrenzt, in den anderen Ländern gelten eigene Regeln.

  6. 06

    Späterer Einsatz

    Wenn der Kinderwunsch aktuell wird

    Auftauen, Befruchtung im Labor und Übertragung eines Embryos wie bei einer künstlichen Befruchtung.

Für wen das Verfahren infrage kommt

SPRICHT DAFÜR

  • Geplante Behandlung, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann, etwa eine Chemotherapie
  • Bewusste Entscheidung, den Kinderwunsch aufzuschieben, wo das rechtlich erlaubt ist
  • Wunsch, die Familienplanung zeitlich offener zu halten
  • Bereitschaft, die Kosten für Entnahme und jahrelange Lagerung selbst zu tragen
  • Realistische Erwartung an die Chancen

SPRICHT DAGEGEN

  • Erwartung, damit ein späteres Kind fest einplanen zu können
  • Bereits deutlich verringerte Eizellreserve, bei der nur wenige Eizellen zu erwarten sind
  • Bereits aktueller Kinderwunsch — dann ist oft eine direkte Behandlung naheliegender
  • Wohnsitz und Behandlung in Österreich ohne medizinischen Grund vor Inkrafttreten der neuen Regelung
  • Belastung durch Hormonbehandlung und Kosten, die nicht getragen werden möchte

Was das Verfahren kostet

Für einen Zyklus mit Stimulation, Entnahme und Einfrieren werden in Deutschland meist rund 3.000 bis 5.000 € genannt, in Österreich rund 3.000 bis 6.000 €, in der Schweiz rund 4.500 bis 5.500 CHF. Hinzu kommen jährliche Lagerkosten von rund 200 bis 500 € oder CHF und später die Kosten für Auftauen, Befruchtung und Transfer.

WOVON DER PREIS ABHÄNGT

  • Menge der benötigten Hormonmedikamente
  • Zahl der Zyklen, bis genug Eizellen eingefroren sind
  • Dauer der Lagerung
  • Kosten für die spätere Befruchtung und Übertragung

VERSICHERUNG

Ohne medizinischen Grund ist die Eizellvorsorge in Österreich, Deutschland und der Schweiz eine Privatleistung. Mit medizinischem Grund, etwa vor einer Krebstherapie, übernehmen die gesetzlichen Kassen in Deutschland die Kosten unter bestimmten Bedingungen; in der Schweiz ist bei medizinischer Indikation eine Übernahme durch die Grundversicherung möglich, eine Kostengutsprache vorab ist ratsam. In Österreich ist das Einfrieren derzeit nur aus medizinischem Grund erlaubt, die Kostenfrage klären Sie direkt mit Ihrer Kasse. Lassen Sie sich vor Beginn einen schriftlichen Kostenvoranschlag inklusive Lagerkosten geben.

Häufige Fragen

Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.

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