Eigenbluttherapie bei Gelenkverschleiß
Bei der Eigenbluttherapie wird aus einer kleinen Menge eigenen Blutes ein Plasma mit vielen Blutplättchen gewonnen und in das betroffene Gelenk gespritzt. Sie kommt als Versuch infrage, wenn leichter bis mittlerer Gelenkverschleiß Beschwerden macht und eine Operation noch nicht ansteht.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Eigenbluttherapie bei Gelenkverschleiß bedeutet
Für die Eigenbluttherapie, oft als PRP oder ACP bezeichnet, wird Blut aus der Armvene entnommen und in einer Zentrifuge aufbereitet. Das gewonnene Plasma enthält eine erhöhte Konzentration an Blutplättchen und Wachstumsfaktoren und wird anschließend in das Gelenk injiziert.
Die Idee dahinter ist, Entzündungsprozesse im Gelenk zu dämpfen und so Schmerzen zu lindern. Eine Wirkung wird meist nach einigen Wochen erwartet und hält nach Praxisangaben mehrere Monate an, danach kann die Behandlung wiederholt werden.
Die Studienlage ist uneinheitlich. Einige Auswertungen berichten über eine Schmerzlinderung, andere hochwertige Studien fanden keinen klaren Vorteil gegenüber einer Scheinbehandlung. Fachgesellschaften bewerten das Verfahren unterschiedlich, die deutsche Leitlinie sieht es als mögliche Option, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen. Hinzu kommt, dass die Herstellungsverfahren stark variieren.
Als Patient merken Sie die Behandlung als normale Blutabnahme und Gelenkspritze. Danach kann das Gelenk ein bis zwei Tage gereizt sein. Knorpel, der bereits verloren ist, wird durch die Behandlung nicht wiederhergestellt.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Beratung
1 TerminUntersuchung, Bildgebung und Einordnung, ob ein Versuch mit Eigenblut sinnvoll ist. Auch die uneinheitliche Studienlage und Alternativen werden besprochen.
- 02
Blutabnahme
Wenige MinutenAus der Armvene wird eine kleine Menge Blut entnommen.
- 03
Aufbereitung
Rund 10 bis 20 MinutenDas Blut wird zentrifugiert, um das plättchenreiche Plasma abzutrennen.
- 04
Injektion
Wenige MinutenDas Plasma wird unter sterilen Bedingungen in das Gelenk gespritzt, teils mit Ultraschallkontrolle.
- 05
Wiederholung
Meist 2 bis 3 weitere Termine im Abstand von 1 bis 2 WochenViele Praxen empfehlen eine Serie. Die genaue Zahl richtet sich nach dem Verlauf.
- 06
Kontrolle
Nach einigen WochenBeurteilung, ob sich Schmerzen und Beweglichkeit verändert haben und ob eine Wiederholung sinnvoll ist.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Leichter bis mittlerer Verschleiß, vor allem im Knie
- Andere nicht operative Maßnahmen haben nicht ausreichend geholfen
- Wunsch, eine Operation hinauszuzögern
- Bereitschaft, die Kosten selbst zu tragen
- Realistische Erwartung an eine ungewisse, möglicherweise begrenzte Wirkung
SPRICHT DAGEGEN
- Fortgeschrittener Verschleiß mit deutlich zerstörter Gelenkfläche
- Akute Entzündung oder Infektion im Gelenk oder an der Haut darüber
- Wunsch nach einer Behandlung mit gut belegter Wirkung
- Erwartung, dass verlorener Knorpel nachwächst
- Beschwerden, bei denen ein Gelenkersatz bereits klar angezeigt ist
Was das Verfahren kostet
In Deutschland werden rund 100 bis 400 € je Injektion und rund 300 bis 1.000 € für eine Serie genannt. In Österreich liegen die Angaben in einer ähnlichen Größenordnung, etwa 250 € je Injektion. In der Schweiz ist die Behandlung ebenfalls Selbstzahlerleistung, die Preise legen die Anbieter fest.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Zahl der Injektionen
- Verwendetes Aufbereitungssystem
- Behandeltes Gelenk und Ultraschallkontrolle
- Kombination mit weiteren Behandlungen
VERSICHERUNG
In Österreich, Deutschland und der Schweiz zahlt die gesetzliche Kasse bzw. Grundversicherung die Eigenbluttherapie in der Regel nicht, in Deutschland gilt sie als Selbstzahlerleistung. Private Zusatzversicherungen erstatten je nach Vertrag teilweise. Klären Sie das vorab mit Ihrer Versicherung und lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.
Häufige Fragen
Die Studienlage ist uneinheitlich. Einige Studien zeigen eine Schmerzlinderung, andere hochwertige Studien keinen klaren Vorteil gegenüber einer Scheinbehandlung, und Fachgesellschaften bewerten das Verfahren unterschiedlich.
Häufig wird eine Serie von etwa drei Injektionen im Abstand von ein bis zwei Wochen empfohlen. Die genaue Zahl hängt vom Verlauf ab.
Wenn eine Wirkung eintritt, wird sie meist nach einigen Wochen bemerkt und hält nach Praxisangaben mehrere Monate an. Danach kann die Behandlung wiederholt werden.
Sie ist vergleichbar mit einer Blutabnahme und einer Gelenkspritze und in der Regel schmerzarm. Danach kann das Gelenk ein bis zwei Tage gereizt sein.
Nein, verlorener Knorpel wird dadurch nicht wiederhergestellt. Ziel ist eine Linderung der Beschwerden.
Meist rund 100 bis 400 € je Injektion, für eine Serie rund 300 bis 1.000 €. Die Kasse zahlt in der Regel nicht.
Häufig sind vorübergehende Schwellung oder Druckgefühl im Gelenk. Selten kann es wie bei jeder Gelenkspritze zu einer Infektion kommen.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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