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Eigenbluttherapie bei Gelenkverschleiß

Bei der Eigenbluttherapie wird aus einer kleinen Menge eigenen Blutes ein Plasma mit vielen Blutplättchen gewonnen und in das betroffene Gelenk gespritzt. Sie kommt als Versuch infrage, wenn leichter bis mittlerer Gelenkverschleiß Beschwerden macht und eine Operation noch nicht ansteht.

Eigenbluttherapie bei Gelenkverschleiß
BEHANDLUNGSDAUERMeist 3 Injektionen, je rund 20 bis 30 Minuten
AUFENTHALTKeiner, ambulante Termine
WIEDER EINSATZFÄHIGMeist sofort oder nach 1 bis 2 Tagen
KOSTENRAHMENRund 300 bis 1.000 € je Serie

Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.

Was Eigenbluttherapie bei Gelenkverschleiß bedeutet

Für die Eigenbluttherapie, oft als PRP oder ACP bezeichnet, wird Blut aus der Armvene entnommen und in einer Zentrifuge aufbereitet. Das gewonnene Plasma enthält eine erhöhte Konzentration an Blutplättchen und Wachstumsfaktoren und wird anschließend in das Gelenk injiziert.

Die Idee dahinter ist, Entzündungsprozesse im Gelenk zu dämpfen und so Schmerzen zu lindern. Eine Wirkung wird meist nach einigen Wochen erwartet und hält nach Praxisangaben mehrere Monate an, danach kann die Behandlung wiederholt werden.

Die Studienlage ist uneinheitlich. Einige Auswertungen berichten über eine Schmerzlinderung, andere hochwertige Studien fanden keinen klaren Vorteil gegenüber einer Scheinbehandlung. Fachgesellschaften bewerten das Verfahren unterschiedlich, die deutsche Leitlinie sieht es als mögliche Option, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen. Hinzu kommt, dass die Herstellungsverfahren stark variieren.

Als Patient merken Sie die Behandlung als normale Blutabnahme und Gelenkspritze. Danach kann das Gelenk ein bis zwei Tage gereizt sein. Knorpel, der bereits verloren ist, wird durch die Behandlung nicht wiederhergestellt.

Wie der Ablauf aussieht

  1. 01

    Beratung

    1 Termin

    Untersuchung, Bildgebung und Einordnung, ob ein Versuch mit Eigenblut sinnvoll ist. Auch die uneinheitliche Studienlage und Alternativen werden besprochen.

  2. 02

    Blutabnahme

    Wenige Minuten

    Aus der Armvene wird eine kleine Menge Blut entnommen.

  3. 03

    Aufbereitung

    Rund 10 bis 20 Minuten

    Das Blut wird zentrifugiert, um das plättchenreiche Plasma abzutrennen.

  4. 04

    Injektion

    Wenige Minuten

    Das Plasma wird unter sterilen Bedingungen in das Gelenk gespritzt, teils mit Ultraschallkontrolle.

  5. 05

    Wiederholung

    Meist 2 bis 3 weitere Termine im Abstand von 1 bis 2 Wochen

    Viele Praxen empfehlen eine Serie. Die genaue Zahl richtet sich nach dem Verlauf.

  6. 06

    Kontrolle

    Nach einigen Wochen

    Beurteilung, ob sich Schmerzen und Beweglichkeit verändert haben und ob eine Wiederholung sinnvoll ist.

Für wen das Verfahren infrage kommt

SPRICHT DAFÜR

  • Leichter bis mittlerer Verschleiß, vor allem im Knie
  • Andere nicht operative Maßnahmen haben nicht ausreichend geholfen
  • Wunsch, eine Operation hinauszuzögern
  • Bereitschaft, die Kosten selbst zu tragen
  • Realistische Erwartung an eine ungewisse, möglicherweise begrenzte Wirkung

SPRICHT DAGEGEN

  • Fortgeschrittener Verschleiß mit deutlich zerstörter Gelenkfläche
  • Akute Entzündung oder Infektion im Gelenk oder an der Haut darüber
  • Wunsch nach einer Behandlung mit gut belegter Wirkung
  • Erwartung, dass verlorener Knorpel nachwächst
  • Beschwerden, bei denen ein Gelenkersatz bereits klar angezeigt ist

Was das Verfahren kostet

In Deutschland werden rund 100 bis 400 € je Injektion und rund 300 bis 1.000 € für eine Serie genannt. In Österreich liegen die Angaben in einer ähnlichen Größenordnung, etwa 250 € je Injektion. In der Schweiz ist die Behandlung ebenfalls Selbstzahlerleistung, die Preise legen die Anbieter fest.

WOVON DER PREIS ABHÄNGT

  • Zahl der Injektionen
  • Verwendetes Aufbereitungssystem
  • Behandeltes Gelenk und Ultraschallkontrolle
  • Kombination mit weiteren Behandlungen

VERSICHERUNG

In Österreich, Deutschland und der Schweiz zahlt die gesetzliche Kasse bzw. Grundversicherung die Eigenbluttherapie in der Regel nicht, in Deutschland gilt sie als Selbstzahlerleistung. Private Zusatzversicherungen erstatten je nach Vertrag teilweise. Klären Sie das vorab mit Ihrer Versicherung und lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.

Häufige Fragen

Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.

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