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Eigenblutbehandlung bei Haarausfall

Bei der Eigenblutbehandlung, auch PRP-Behandlung genannt, wird aus dem eigenen Blut ein Plasma mit vielen Blutplättchen gewonnen und in die Kopfhaut gespritzt, um die Haarwurzeln anzuregen. Sie kommt vor allem bei dünner werdendem Haar infrage, etwa bei erblich bedingtem Haarausfall in einem frühen Stadium, oft ergänzend zu anderen Behandlungen.

Eigenblutbehandlung bei Haarausfall
BEHANDLUNGSDAUERMeist unter 1 Stunde je Sitzung, 3 bis 6 Sitzungen
AUFENTHALTKeiner, ambulante Termine
WIEDER EINSATZFÄHIGSofort
KOSTENRAHMENRund 150 bis 1.000 € je Sitzung

Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.

Was Eigenblutbehandlung bei Haarausfall bedeutet

PRP steht für plättchenreiches Plasma. Dafür wird eine kleine Menge Blut abgenommen und in einer Zentrifuge aufbereitet, sodass sich die Blutplättchen im Plasma anreichern. Diese enthalten Wachstumsfaktoren, die das Haarwachstum anregen sollen.

Das Plasma wird mit feinen Nadeln an vielen Stellen in die betroffene Kopfhaut gespritzt. Üblich ist eine Serie von drei bis sechs Sitzungen im Abstand von etwa vier bis sechs Wochen, danach werden oft Auffrischungen empfohlen.

Die Studienlage ist gemischt. Einige Untersuchungen zeigen eine Zunahme von Haardichte und Haardicke, viele Studien sind aber klein, verwenden unterschiedliche Aufbereitungen und Behandlungsschemata und haben teils keine Vergleichsgruppe. Anders als die gut untersuchten Medikamente gilt die Eigenblutbehandlung daher noch nicht als Standardtherapie, und ob sie im Einzelfall wirkt, lässt sich vorab nicht verlässlich sagen.

Die Behandlung ist schmerzarm, die Einstiche werden oft mit einer Betäubungscreme oder Kühlung erleichtert. Danach kann die Kopfhaut für einige Stunden bis etwa einen Tag gerötet und empfindlich sein. Allergische Reaktionen sind selten, weil nur körpereigenes Material verwendet wird.

Wie der Ablauf aussieht

  1. 01

    Abklärung und Beratung

    1 Termin

    Untersuchung von Kopfhaut und Haaren und Besprechung, ob die Behandlung sinnvoll ist. Andere Ursachen des Haarausfalls sollten vorher ausgeschlossen sein.

  2. 02

    Blutabnahme und Aufbereitung

    Rund 15 bis 20 Minuten

    Eine kleine Menge Blut wird abgenommen und zentrifugiert, um das Plasma zu gewinnen.

  3. 03

    Injektion

    Rund 15 bis 30 Minuten

    Das Plasma wird mit feinen Nadeln in die betroffenen Bereiche der Kopfhaut gespritzt.

  4. 04

    Weitere Sitzungen

    Alle 4 bis 6 Wochen, insgesamt 3 bis 6 Sitzungen

    Die Behandlung wird als Serie durchgeführt.

  5. 05

    Beurteilung

    Nach etwa 3 bis 6 Monaten

    Vergleich mit Fotos vom Beginn. Danach wird entschieden, ob Auffrischungen sinnvoll sind.

Für wen das Verfahren infrage kommt

SPRICHT DAFÜR

  • Dünner werdendes Haar ohne größere kahle Stellen
  • Erblich bedingter Haarausfall in einem frühen Stadium
  • Wunsch nach einer Ergänzung zu Medikamenten oder einer Haartransplantation
  • Bereitschaft zu mehreren Sitzungen und späteren Auffrischungen
  • Akzeptanz, dass die Wirkung im Einzelfall ungewiss ist

SPRICHT DAGEGEN

  • Große, bereits vollständig kahle Flächen
  • Haarausfall, dessen Ursache noch nicht ärztlich abgeklärt ist
  • Erwartung einer belegten, verlässlichen Wirkung wie bei zugelassenen Medikamenten
  • Entzündungen oder Infektionen der Kopfhaut
  • Begrenztes Budget für eine Behandlung mit mehreren Sitzungen

Was das Verfahren kostet

Die Angaben je Sitzung gehen stark auseinander: In Wien werden meist rund 300 bis 500 € genannt, in Deutschland rund 150 bis 1.000 €. Für eine Serie von drei bis fünf Sitzungen ergeben sich häufig rund 1.000 bis 3.000 €, bei höheren Sitzungspreisen auch mehr. In der Schweiz liegen die Preise eher höher.

WOVON DER PREIS ABHÄNGT

  • Zahl der Sitzungen und Auffrischungen
  • Art der Aufbereitung des Plasmas
  • Kombination mit anderen Verfahren, etwa Microneedling
  • Beratungs- und Kontrolltermine, falls gesondert berechnet

VERSICHERUNG

Die Eigenblutbehandlung bei Haarausfall ist in Österreich, Deutschland und der Schweiz keine Kassenleistung und wird auch von der Grundversicherung nicht bezahlt. Private Zusatzversicherungen übernehmen sie in der Regel ebenfalls nicht. Lassen Sie sich vorab einen schriftlichen Kostenvoranschlag für die ganze Serie geben.

Häufige Fragen

Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.

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