Eigenblutbehandlung bei Haarausfall
Bei der Eigenblutbehandlung, auch PRP-Behandlung genannt, wird aus dem eigenen Blut ein Plasma mit vielen Blutplättchen gewonnen und in die Kopfhaut gespritzt, um die Haarwurzeln anzuregen. Sie kommt vor allem bei dünner werdendem Haar infrage, etwa bei erblich bedingtem Haarausfall in einem frühen Stadium, oft ergänzend zu anderen Behandlungen.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Eigenblutbehandlung bei Haarausfall bedeutet
PRP steht für plättchenreiches Plasma. Dafür wird eine kleine Menge Blut abgenommen und in einer Zentrifuge aufbereitet, sodass sich die Blutplättchen im Plasma anreichern. Diese enthalten Wachstumsfaktoren, die das Haarwachstum anregen sollen.
Das Plasma wird mit feinen Nadeln an vielen Stellen in die betroffene Kopfhaut gespritzt. Üblich ist eine Serie von drei bis sechs Sitzungen im Abstand von etwa vier bis sechs Wochen, danach werden oft Auffrischungen empfohlen.
Die Studienlage ist gemischt. Einige Untersuchungen zeigen eine Zunahme von Haardichte und Haardicke, viele Studien sind aber klein, verwenden unterschiedliche Aufbereitungen und Behandlungsschemata und haben teils keine Vergleichsgruppe. Anders als die gut untersuchten Medikamente gilt die Eigenblutbehandlung daher noch nicht als Standardtherapie, und ob sie im Einzelfall wirkt, lässt sich vorab nicht verlässlich sagen.
Die Behandlung ist schmerzarm, die Einstiche werden oft mit einer Betäubungscreme oder Kühlung erleichtert. Danach kann die Kopfhaut für einige Stunden bis etwa einen Tag gerötet und empfindlich sein. Allergische Reaktionen sind selten, weil nur körpereigenes Material verwendet wird.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Abklärung und Beratung
1 TerminUntersuchung von Kopfhaut und Haaren und Besprechung, ob die Behandlung sinnvoll ist. Andere Ursachen des Haarausfalls sollten vorher ausgeschlossen sein.
- 02
Blutabnahme und Aufbereitung
Rund 15 bis 20 MinutenEine kleine Menge Blut wird abgenommen und zentrifugiert, um das Plasma zu gewinnen.
- 03
Injektion
Rund 15 bis 30 MinutenDas Plasma wird mit feinen Nadeln in die betroffenen Bereiche der Kopfhaut gespritzt.
- 04
Weitere Sitzungen
Alle 4 bis 6 Wochen, insgesamt 3 bis 6 SitzungenDie Behandlung wird als Serie durchgeführt.
- 05
Beurteilung
Nach etwa 3 bis 6 MonatenVergleich mit Fotos vom Beginn. Danach wird entschieden, ob Auffrischungen sinnvoll sind.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Dünner werdendes Haar ohne größere kahle Stellen
- Erblich bedingter Haarausfall in einem frühen Stadium
- Wunsch nach einer Ergänzung zu Medikamenten oder einer Haartransplantation
- Bereitschaft zu mehreren Sitzungen und späteren Auffrischungen
- Akzeptanz, dass die Wirkung im Einzelfall ungewiss ist
SPRICHT DAGEGEN
- Große, bereits vollständig kahle Flächen
- Haarausfall, dessen Ursache noch nicht ärztlich abgeklärt ist
- Erwartung einer belegten, verlässlichen Wirkung wie bei zugelassenen Medikamenten
- Entzündungen oder Infektionen der Kopfhaut
- Begrenztes Budget für eine Behandlung mit mehreren Sitzungen
Was das Verfahren kostet
Die Angaben je Sitzung gehen stark auseinander: In Wien werden meist rund 300 bis 500 € genannt, in Deutschland rund 150 bis 1.000 €. Für eine Serie von drei bis fünf Sitzungen ergeben sich häufig rund 1.000 bis 3.000 €, bei höheren Sitzungspreisen auch mehr. In der Schweiz liegen die Preise eher höher.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Zahl der Sitzungen und Auffrischungen
- Art der Aufbereitung des Plasmas
- Kombination mit anderen Verfahren, etwa Microneedling
- Beratungs- und Kontrolltermine, falls gesondert berechnet
VERSICHERUNG
Die Eigenblutbehandlung bei Haarausfall ist in Österreich, Deutschland und der Schweiz keine Kassenleistung und wird auch von der Grundversicherung nicht bezahlt. Private Zusatzversicherungen übernehmen sie in der Regel ebenfalls nicht. Lassen Sie sich vorab einen schriftlichen Kostenvoranschlag für die ganze Serie geben.
Häufige Fragen
Einige Studien zeigen eine Zunahme der Haardichte, viele sind aber klein und schwer vergleichbar. Die Behandlung gilt deshalb noch nicht als Standardtherapie, und ob sie im Einzelfall wirkt, lässt sich vorab nicht verlässlich sagen.
Üblich sind drei bis sechs Sitzungen im Abstand von etwa vier bis sechs Wochen. Danach werden oft Auffrischungen in größeren Abständen empfohlen.
Meist rund 300 bis 500 € in Österreich, in Deutschland reichen die Angaben von rund 150 bis 1.000 €. Die Kasse zahlt nichts dazu.
Die vielen Einstiche sind unangenehm, aber schmerzarm, vor allem mit Betäubungscreme oder Kühlung. Danach kann die Kopfhaut kurz empfindlich sein.
Wenn die Behandlung anspricht, meist nach etwa drei bis sechs Monaten. Beurteilt wird meist anhand von Vergleichsfotos.
Ja, meist sofort. Leichte Rötungen klingen in der Regel innerhalb eines Tages ab.
Ja, sie wird häufig ergänzend zu Medikamenten oder nach einer Haartransplantation eingesetzt. Das sollte ärztlich abgestimmt werden.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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