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Dupuytren-Kontraktur

Bei der Behandlung der Dupuytren-Kontraktur werden verhärtete Bindegewebsstränge in der Handfläche mit einer Nadel durchtrennt oder operativ entfernt, damit sich die gekrümmten Finger wieder strecken lassen. Sie kommt infrage, wenn ein oder mehrere Finger sich zunehmend nicht mehr strecken lassen und das Greifen, Waschen oder Handschuhanziehen im Alltag stört.

Dupuytren-Kontraktur
BEHANDLUNGSDAUERNadelverfahren unter 1 Stunde, Operation meist 45 bis 120 Minuten
AUFENTHALTMeist ambulant, selten 1 bis 3 Nächte
WIEDER EINSATZFÄHIGNadelverfahren nach wenigen Tagen, Operation meist nach 2 bis 6 Wochen
KOSTENRAHMENKassenleistung, privat rund 2.500 bis 4.000 €

Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.

Was Dupuytren-Kontraktur bedeutet

Bei der Dupuytren-Erkrankung verdickt sich das Bindegewebe unter der Haut der Handfläche. Es bilden sich Knoten und später Stränge, die einen oder mehrere Finger, meist Ring- und Kleinfinger, zunehmend in die Beugung ziehen. Die Erkrankung ist gutartig und schreitet oft langsam voran.

Solange nur Knoten bestehen und die Finger gestreckt werden können, wird meist abgewartet. Behandelt wird, wenn die Beugung zunimmt und den Alltag einschränkt. Ein einfacher Test: Liegt die Hand nicht mehr flach auf dem Tisch, ist eine Beratung sinnvoll.

Beim Nadelverfahren werden die Stränge in örtlicher Betäubung mit einer feinen Nadel an mehreren Stellen durchtrennt, ohne Schnitt. Das ist schnell und lässt sich wiederholen, die Stränge bilden sich aber häufiger wieder. Bei der offenen Operation wird das kranke Gewebe über Schnitte in Handfläche und Finger entfernt; das ist aufwendiger, die Erholung dauert länger, dafür kehrt die Verkrümmung seltener zurück.

Nach dem Nadelverfahren können Sie die Hand meist nach wenigen Tagen wieder leicht einsetzen. Nach einer offenen Operation folgen einige Wochen Handtherapie mit Übungen und oft eine Nachtschiene. Die Erkrankung selbst wird durch keine Behandlung geheilt, sie kann an anderer Stelle neu auftreten.

Wie der Ablauf aussieht

  1. 01

    Untersuchung

    1 Termin

    Untersuchung von Strängen, Knoten und Streckdefizit der Finger. Daraus ergibt sich, ob und welches Verfahren sinnvoll ist.

  2. 02

    Wahl des Verfahrens

    1 Termin

    Besprechung von Nadelverfahren und offener Operation mit ihren Vor- und Nachteilen, abhängig von Lage und Ausmaß der Stränge.

  3. 03

    Eingriff

    Unter 1 Stunde bis 2 Stunden

    Nadelverfahren in örtlicher Betäubung oder offene Operation mit Betäubung des Arms, meist ambulant.

  4. 04

    Ruhigstellung und Wundheilung

    1 bis 2 Wochen

    Verband oder Schiene, Hand hochlagern. Nach einer offenen Operation werden die Fäden nach etwa 14 Tagen entfernt.

  5. 05

    Handtherapie

    Einige Wochen

    Übungen für Streckung und Beweglichkeit, Narbenpflege und oft eine Schiene für die Nacht über einige Monate.

  6. 06

    Kontrollen

    Über Monate bis Jahre

    Beobachtung, ob sich neue Stränge bilden. Bei Bedarf ist eine erneute Behandlung möglich.

Für wen das Verfahren infrage kommt

SPRICHT DAFÜR

  • Finger lassen sich zunehmend nicht mehr strecken
  • Hand liegt nicht mehr flach auf dem Tisch
  • Einschränkungen beim Greifen, Waschen oder Handschuhanziehen
  • Deutlich tastbare Stränge in der Handfläche
  • Bereitschaft zu Handtherapie nach einer offenen Operation

SPRICHT DAGEGEN

  • Nur Knoten ohne Einschränkung der Streckung
  • Keine Beeinträchtigung im Alltag
  • Keine Möglichkeit, nach einer offenen Operation einige Wochen Handtherapie zu machen
  • Erwartung, dass die Erkrankung dauerhaft verschwindet
  • Finger schnappt nur gelegentlich und lässt sich sonst frei strecken, das spricht eher für ein anderes Krankheitsbild

Was das Verfahren kostet

Bei medizinischer Notwendigkeit übernimmt die Kasse die Behandlung. Privat werden in Österreich für eine offene Operation meist rund 2.900 bis 3.500 € und mehr genannt, das Nadelverfahren ist in der Regel günstiger. Umfang und Zahl der betroffenen Finger verändern den Preis deutlich.

WOVON DER PREIS ABHÄNGT

  • Nadelverfahren oder offene Operation
  • Zahl der betroffenen Finger und Gelenke
  • Betäubung, Operationssaal und eventuelle Übernachtung
  • Handtherapie, Schiene und Nachsorgetermine

VERSICHERUNG

In Österreich, Deutschland und der Schweiz ist die offene Operation bei entsprechender Einschränkung Kassenleistung. Für das Nadelverfahren ist die Übernahme je nach Kasse und Land unterschiedlich geregelt. Bei Wahlärztinnen und Wahlärzten in Österreich wird ein Teil des Kassentarifs erstattet, Zusatzversicherungen übernehmen oft den Rest. Klären Sie die Kostenübernahme vorab und lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.

Häufige Fragen

Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.

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