Dupuytren-Kontraktur
Bei der Behandlung der Dupuytren-Kontraktur werden verhärtete Bindegewebsstränge in der Handfläche mit einer Nadel durchtrennt oder operativ entfernt, damit sich die gekrümmten Finger wieder strecken lassen. Sie kommt infrage, wenn ein oder mehrere Finger sich zunehmend nicht mehr strecken lassen und das Greifen, Waschen oder Handschuhanziehen im Alltag stört.
Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.
Was Dupuytren-Kontraktur bedeutet
Bei der Dupuytren-Erkrankung verdickt sich das Bindegewebe unter der Haut der Handfläche. Es bilden sich Knoten und später Stränge, die einen oder mehrere Finger, meist Ring- und Kleinfinger, zunehmend in die Beugung ziehen. Die Erkrankung ist gutartig und schreitet oft langsam voran.
Solange nur Knoten bestehen und die Finger gestreckt werden können, wird meist abgewartet. Behandelt wird, wenn die Beugung zunimmt und den Alltag einschränkt. Ein einfacher Test: Liegt die Hand nicht mehr flach auf dem Tisch, ist eine Beratung sinnvoll.
Beim Nadelverfahren werden die Stränge in örtlicher Betäubung mit einer feinen Nadel an mehreren Stellen durchtrennt, ohne Schnitt. Das ist schnell und lässt sich wiederholen, die Stränge bilden sich aber häufiger wieder. Bei der offenen Operation wird das kranke Gewebe über Schnitte in Handfläche und Finger entfernt; das ist aufwendiger, die Erholung dauert länger, dafür kehrt die Verkrümmung seltener zurück.
Nach dem Nadelverfahren können Sie die Hand meist nach wenigen Tagen wieder leicht einsetzen. Nach einer offenen Operation folgen einige Wochen Handtherapie mit Übungen und oft eine Nachtschiene. Die Erkrankung selbst wird durch keine Behandlung geheilt, sie kann an anderer Stelle neu auftreten.
Wie der Ablauf aussieht
- 01
Untersuchung
1 TerminUntersuchung von Strängen, Knoten und Streckdefizit der Finger. Daraus ergibt sich, ob und welches Verfahren sinnvoll ist.
- 02
Wahl des Verfahrens
1 TerminBesprechung von Nadelverfahren und offener Operation mit ihren Vor- und Nachteilen, abhängig von Lage und Ausmaß der Stränge.
- 03
Eingriff
Unter 1 Stunde bis 2 StundenNadelverfahren in örtlicher Betäubung oder offene Operation mit Betäubung des Arms, meist ambulant.
- 04
Ruhigstellung und Wundheilung
1 bis 2 WochenVerband oder Schiene, Hand hochlagern. Nach einer offenen Operation werden die Fäden nach etwa 14 Tagen entfernt.
- 05
Handtherapie
Einige WochenÜbungen für Streckung und Beweglichkeit, Narbenpflege und oft eine Schiene für die Nacht über einige Monate.
- 06
Kontrollen
Über Monate bis JahreBeobachtung, ob sich neue Stränge bilden. Bei Bedarf ist eine erneute Behandlung möglich.
Für wen das Verfahren infrage kommt
SPRICHT DAFÜR
- Finger lassen sich zunehmend nicht mehr strecken
- Hand liegt nicht mehr flach auf dem Tisch
- Einschränkungen beim Greifen, Waschen oder Handschuhanziehen
- Deutlich tastbare Stränge in der Handfläche
- Bereitschaft zu Handtherapie nach einer offenen Operation
SPRICHT DAGEGEN
- Nur Knoten ohne Einschränkung der Streckung
- Keine Beeinträchtigung im Alltag
- Keine Möglichkeit, nach einer offenen Operation einige Wochen Handtherapie zu machen
- Erwartung, dass die Erkrankung dauerhaft verschwindet
- Finger schnappt nur gelegentlich und lässt sich sonst frei strecken, das spricht eher für ein anderes Krankheitsbild
Was das Verfahren kostet
Bei medizinischer Notwendigkeit übernimmt die Kasse die Behandlung. Privat werden in Österreich für eine offene Operation meist rund 2.900 bis 3.500 € und mehr genannt, das Nadelverfahren ist in der Regel günstiger. Umfang und Zahl der betroffenen Finger verändern den Preis deutlich.
WOVON DER PREIS ABHÄNGT
- Nadelverfahren oder offene Operation
- Zahl der betroffenen Finger und Gelenke
- Betäubung, Operationssaal und eventuelle Übernachtung
- Handtherapie, Schiene und Nachsorgetermine
VERSICHERUNG
In Österreich, Deutschland und der Schweiz ist die offene Operation bei entsprechender Einschränkung Kassenleistung. Für das Nadelverfahren ist die Übernahme je nach Kasse und Land unterschiedlich geregelt. Bei Wahlärztinnen und Wahlärzten in Österreich wird ein Teil des Kassentarifs erstattet, Zusatzversicherungen übernehmen oft den Rest. Klären Sie die Kostenübernahme vorab und lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.
Häufige Fragen
Meist dann, wenn sich die Finger zunehmend nicht mehr strecken lassen und das im Alltag stört. Knoten allein sind in der Regel kein Grund für eine Operation.
Das Nadelverfahren durchtrennt die Stränge ohne Schnitt und ist schnell erholt, die Verkrümmung kehrt aber häufiger zurück. Die offene Operation entfernt das Gewebe, braucht längere Erholung und hat seltener einen Rückfall.
Nach dem Nadelverfahren meist nur wenige Tage. Nach einer offenen Operation rechnen Sie je nach Tätigkeit mit etwa zwei bis sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit.
Nach einer offenen Operation fast immer. Die Übungen tragen wesentlich dazu bei, dass die gewonnene Streckung erhalten bleibt.
Ja, sie kann am selben oder an anderen Fingern erneut auftreten. Wie häufig, hängt vom Verfahren und vom Verlauf der Erkrankung ab.
Nach der Operation wird oft für einige Monate eine Schiene in der Nacht empfohlen. Der Nutzen ist in Studien allerdings nicht eindeutig belegt.
Die offene Operation bei entsprechender Einschränkung ja. Beim Nadelverfahren unterscheidet sich die Regelung je nach Kasse.
Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.
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