Zum Inhalt springen
meinbehandler

Analfissur

Die Behandlung der Analfissur zielt darauf ab, einen schmerzhaften Einriss der Haut im Analkanal abheilen zu lassen, meist zunächst mit Salben, bei Bedarf mit Botulinumtoxin oder einem kleinen Eingriff. Sie kommt infrage, wenn starke Schmerzen beim und nach dem Stuhlgang, oft mit hellrotem Blut, über längere Zeit bestehen.

Analfissur
BEHANDLUNGSDAUERSalbentherapie 6 bis 8 Wochen, Eingriff 10 bis 30 Minuten
AUFENTHALTAmbulant
WIEDER EINSATZFÄHIGNach einem Eingriff meist nach 1 bis 3 Wochen
KOSTENRAHMENKassenleistung, Botulinumtoxin privat rund 250 bis 350 €

Richtwerte. Im Einzelfall können sie deutlich abweichen.

Was Analfissur bedeutet

Eine Analfissur ist ein länglicher Einriss der empfindlichen Haut am Darmausgang. Typisch sind stechende Schmerzen beim Stuhlgang, die oft noch lange danach anhalten. Der Schmerz verkrampft den Schließmuskel, die Durchblutung sinkt, und der Riss heilt schlecht — ein Kreislauf, den die Behandlung durchbrechen soll.

Man unterscheidet die frische Fissur und die chronische, die nach rund sechs bis acht Wochen nicht abgeheilt ist. Bei frischen Fissuren genügen oft Salben, die den Schließmuskel entspannen, zusammen mit weichem Stuhl. Bei chronischen Fissuren kann Botulinumtoxin in den Muskel gespritzt werden, um ihn für einige Monate zu entspannen.

Heilt die Fissur trotzdem nicht, wird das vernarbte Gewebe in einem kurzen Eingriff entfernt, sodass eine frische Wunde entsteht, die besser abheilen kann. Das Einschneiden des Schließmuskels, früher häufig, wird im deutschsprachigen Raum wegen des Risikos einer Schwäche des Schließmuskels zurückhaltend eingesetzt.

Für Sie bedeutet die Behandlung vor allem Geduld: Salben werden über mehrere Wochen täglich angewendet. Nach einem Eingriff sind die ersten Tage schmerzhaft und gut mit Schmerzmitteln zu behandeln; bis die Wunde vollständig verheilt ist, vergehen oft mehrere Wochen.

Wie der Ablauf aussieht

  1. 01

    Untersuchung

    1 Termin

    Vorsichtige Untersuchung, oft mit betäubender Salbe, um die Fissur zu bestätigen und andere Ursachen auszuschließen.

  2. 02

    Salbentherapie und Stuhlregulierung

    Rund 6 bis 8 Wochen

    Zweimal täglich eine muskelentspannende Salbe, dazu Ballaststoffe und ausreichend Flüssigkeit für weichen Stuhl.

  3. 03

    Botulinumtoxin bei Bedarf

    Wenige Minuten

    Wenn die Salbe nicht reicht, wird das Mittel in den Schließmuskel gespritzt. Die Wirkung setzt nach einigen Tagen ein und hält einige Monate.

  4. 04

    Eingriff bei chronischer Fissur

    Rund 10 bis 30 Minuten

    Das vernarbte Gewebe wird meist in kurzer Narkose ausgeschnitten, gegebenenfalls kombiniert mit Botulinumtoxin.

  5. 05

    Wundheilung

    Rund 2 bis 6 Wochen, teils länger

    Sitzbäder oder Spülungen, Schmerzmittel und weicher Stuhl. Leichte Blutungen aus der Wunde sind in dieser Zeit möglich.

  6. 06

    Kontrolle

    Nach einigen Wochen

    Prüfung, ob die Wunde geschlossen ist, und Besprechung, wie Rückfällen vorgebeugt werden kann.

Für wen das Verfahren infrage kommt

SPRICHT DAFÜR

  • Starke Schmerzen beim und nach dem Stuhlgang über mehrere Wochen
  • Hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier, dessen Ursache abgeklärt ist
  • Keine ausreichende Besserung nach mehreren Wochen Salbentherapie
  • Wiederkehrende Fissuren
  • Wunsch nach einer schließmuskelschonenden Behandlung

SPRICHT DAGEGEN

  • Frische Beschwerden, die mit Salbe und weichem Stuhl oft von selbst abheilen
  • Noch nicht abgeklärte Blutung am Darmausgang
  • Wunsch nach schneller Lösung ohne mehrwöchige Nachbehandlung
  • Bekannte Schwäche des Schließmuskels, bei der muskelentspannende Verfahren besonders abgewogen werden müssen
  • Beschwerden durch eine andere Ursache wie Hämorrhoiden oder Entzündungen

Was das Verfahren kostet

Die Salbentherapie und der operative Eingriff sind Kassenleistungen. Botulinumtoxin wird bei der Analfissur außerhalb der Zulassung eingesetzt und meist privat abgerechnet; Praxen in Deutschland nennen dafür rund 250 bis 350 €.

WOVON DER PREIS ABHÄNGT

  • Art der Behandlung: Salbe, Botulinumtoxin oder Eingriff
  • Narkose beim Eingriff
  • Laserverfahren, die oft nicht von der Kasse übernommen werden
  • Kassenordination, Wahlarzt oder Privatklinik

VERSICHERUNG

In Österreich, Deutschland und der Schweiz übernehmen die Kassen die Behandlung der Analfissur mit Salben und den operativen Eingriff bei medizinischem Grund. Botulinumtoxin und Laserverfahren sind in der Regel Privatleistungen, private Versicherungen und Zusatzversicherungen zahlen je nach Tarif. Klären Sie die Übernahme vorab mit Ihrer Kasse und lassen Sie sich Privatleistungen schriftlich aufstellen.

Häufige Fragen

Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob ein Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine persönliche Untersuchung.

ANFRAGE

Wer führt dieses Verfahren durch?

Sagen Sie uns Fachbereich, Behandlung und Region. Wir leiten Ihre Anfrage an eine Praxis weiter, die das Verfahren durchführt und für Sie erreichbar ist.

Anfrage starten

ETWA ZWEI MINUTEN · OHNE ANMELDUNG · KEINE DIAGNOSEN ABGEFRAGT